ÖBB-Strecke modernisiert
St. Pölten und Herzogenburg, Züge fahren bald 160 km/h schnell
- Unter anderem die Haltestelle Traisenpark soll im Zuge des Projekts erneuert und barrierefrei gestaltet werden.
- Foto: Josef Vorlaufer
- hochgeladen von Tanja Handlfinger
Schon lange ist der Ausbau zwischen St. Pölten und Herzogenburg ein Thema. Nun ist es endlich soweit: Die Bahnstrecke soll bis 2036 ein zweites Gleis bekommen. Die Grundlagenerhebungen zur Planung beginnen. Die Züge werden künftig bis zu 160k/mh schnell unterwegs sein. Beginn des Ausbaus sei frühestens 2031 geplant.
ST. PÖLTEN/HERZOGENBURG/NÖ. Gute Nachrichten für Pendler: Die Bahnstrecke zwischen St. Pölten und Herzogenburg soll bis 2036 um ein zweites Streckengleis erweitert werden. Die Grundlagenerhebungen zur Planung des Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verfahrens können beginnen. Teil des Projekts ist auch die Auflassung von Eisenbahnkreuzungen und Ersatz durch Unterführungen sowie ein umfassender Hochwasserschutz. „Der Planungsstart für den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen St. Pölten und Herzogenburg ist ein wichtiges Signal für unsere Pendler im Zentralraum. Das Projekt wird seit vielen Jahren gefordert und nimmt jetzt Fahrt auf“, sagt Niederösterreichs Verkehrslandesrat LH-Stellvertreter Udo Landbauer.
Nahverkehr im Zentralraum wird gestärkt
„Wir begrüßen die Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs im Zentralraum. Der von uns schon lange geforderte zweigleisige Ausbau bis nach Krems ist dringend notwendig – die Umsetzung bis nach Herzogenburg ist dabei ein wichtiger erster Schritt, um eine attraktive Alternative zum Straßenverkehr zu schaffen und die vielen Pendlerinnen und Pendlern auf dieser zentralen Achse zu entlasten. Besonders auch der Hochwasserschutz kommt dem Betriebsstandort sowie dem Siedlungsgebiet in Unterradlberg zugute. Gleichzeitig sollen die Synergien dieses Vorhabens der ÖBB als starker Partner unserer Stadt genutzt werden, um einen begleitenden Geh- und Radweg zu errichten und damit nachhaltige Mobilität zusätzlich zu stärken“, hält Bürgermeister Matthias Stadler fest. Dennoch appelliert er: „Aufgrund der Dringlichkeit des Vorhabens für die Hauptstadtregion fordern wir als Stadt auch weiterhin die Vorziehung des zweigleisigen Ausbaus und dass keine Haltstellen im Stadtgebiet aufgelassen werden.“
Bahnhöfe werden erneuert, Eisenbahnkreuzungen aufgelassen
Die Stadt St. Pölten, die Stadtgemeinde Herzogenburg und das Land NÖ werden dieses Projekt zusammen umsetzen. Der acht Kilometer lange Streckenabschnitt stößt an seine Kapazitätsgrenze, daher sei ein Ausbau sinnvoll. Im Zuge dessen werden die Bahnhöfe Unterradlberg, Viehofen und St. Pölten Traisenpark attraktiviert und barrierefrei gestaltet. Die Eisenbahnkreuzungen Weichselbaumstraße und Gorbachgasse in Unter- und Oberradlberg werden aufgelassen und durch eine Unterführung im Zuge der Weichselbaumstraße ersetzt. Im Bereich der Gorbachgasse wird eine Querungsmöglichkeit für Fußgängerinnen, Fußgänger, Radfahrerinnen und Radfahrer geschaffen. Das bringt mehr Sicherheit für Straße und Schiene. Außerdem werden Züge nach dem Ausbau schneller unterwegs sein – statt bisher 120km/h sind dann 160km/h möglich.
Die Maßnahmen im Detail
- Zweigleisiger Ausbau von Herzogenburg nach St. Pölten: Zulegung eines zweiten Gleises samt Elektrifizierung
- Unterradlberg: Errichtung eines barrierefreien Inselbahnsteigs und eines barrierefreien Bahnsteigzugangs mit Personentunnel inkl. Liften, Errichtung einer Bike&Ride-Anlage
- Oberradlberg: Errichtung einer Fuß- und Radwegunterführung, weitere Evaluierungen laufen noch
- Hochwasserschutzmaßnahmen: entlang der Gemeindestraße Gorbachgasse
- Errichtung Unterführung L5073 (Weichselbaumstraße): als Ersatz für die Eisenbahnkreuzungen Weichselbaumstraße und Gorbachgasse
- Viehofen: Errichtung eines barrierefreien Inselbahnsteigs und eines barrierefreien Bahnsteigzugangs mit Personendurchgang inkl. Liften, Verlängerung von Gleisen (um Überholmöglichkeiten zu schaffen)
- St. Pölten Traisenpark: Errichtung eines barrierefreien Inselbahnsteigs und zweier barrierefreier Bahnsteigzugänge mit Personentunnel inkl. Liften, Errichtung einer neuen Eisenbahnbrücke über die L5036 (Doktor-Adolf-Schärf-Straße)
So sieht der Zeitplan aus
Zunächst erfolgen ab voraussichtlich 2028 die Maßnahmen zur Auflassung der Eisenbahnkreuzungen und die Errichtung der Unterführungen sowie der Bau des Hochwasserschutzes. welcher einen Mehrwert für die gesamte Region darstellt. Voraussichtlich Mitte 2029 soll der Verkehr durch die Unterführungen rollen.
Mit einem Baubeginn für den zweigleisigen Ausbau rechnen die ÖBB vorbehaltlich der positiv abgeschlossenen Genehmigungsverfahren frühestens 2031. Die Inbetriebnahme der durchgehend zweigleisigen Strecke ist voraussichtlich für Ende 2036 geplant. Die Strecke wird großteils unter laufendem Bahnbetrieb ausgebaut, um Auswirkungen im Sinne der Bahnkund:innen möglichst gering zu halten.
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