19.09.2017, 09:23 Uhr

Graffiti: Kunst oder Vandalismus

Das Jugendzentrum Steppenwolf bietet Workshops an. (Foto: Jugendzentrum Steppenwolf)

Die Meinung der Bevölkerung ist zwiegespalten – das Gesetz deutlich. Steppenwolf erläutert die Thematik.

ST. PÖLTEN/WILHELMSBURG. Man sieht sie fast überall – Graffitis. Egal ob auf Laternen oder Zügen, so mancher Graffiti-Künstler hinterlässt seine Spuren an nicht erlaubten Flächen. Wie steht die Bevölkerung dazu – zählen Graffitis als Kunst? "Kommt darauf an. Ich finde, dass manche durchaus schön sind, aber überall muss es nicht sein", so Nadine Andre.

Künstler und Vandalen

Das Jugendzentrum Steppenwolf in der Herzogenburger Straße bietet Jugendlichen ein breites Spektrum an Freizeitangeboten, unter anderem auch Events zum Thema Graffiti. „Dem Jugendzentrum ist es ein großes Anliegen, einerseits das Bedürfnis der Jugendlichen nach 'streetart' zu unterstützen und andererseits den Vandalismus einzudämmen, indem wir den Jugendlichen seit Jahren die Möglichkeit geben, das Haus des Jugendzentrums innen und außen immer wieder neu zu gestalten. Wir organisieren alle zwei Jahre ein Graffiti-Event, bei dem Jugendliche das Handwerk erlernen und bei dem wir auf die Regeln der 'Szene' hinweisen. Diese sind eine Art Ehrenkodex. In St. Pölten gibt es eine legale Wand, die aufgrund von Interventionen des Jugendzentrums und von Martin Fuchs (Leiter Bäder), sowie mit Zustimmung des Bürgermeisters, freigegeben werden konnte. Diese befindet sich entlang des Sommerbades und wird von den Sprayern verwaltet. Das Jugendzentrum hat den ,overview‘ und greift ein, wenn die Regeln über Inhalt und Umgang nicht eingehalten werden", so Barbara Obernigg, Leiterin des Jugendzentrums. Immer wieder würden sich Schulen oder Privatpersonen melden, die entweder Workshops veranstalten oder Mauern gestaltet haben wollen. "Dieses positive Interesse hat die Graffitikunst aus der Illegalität gehoben und trennt die Gruppe der 'Künstler' von den 'Vandalen'. Wie in anderen Bereichen gibt es vereinzelt Menschen, die im öffentlichen Raum ihre Zeichen setzen ,müssen‘. Die ,Szene‘ ist nicht glücklich darüber, denn damit wird ihr Ruf zerstört", klärt Obernigg auf.

Alles unter Kontrolle

In Wilhelmsburg gibt es keine Flächen an denen es gestattet ist, Graffitis zu hinterlassen. "Aktuell gibt es auch keine Probleme mit Besprühungen, wir haben jedoch alte Verschmutzungen an Brückenpfeilern", beantwortet die Gemeinde eine Anfrage der Bezirksblätter.

Zur Sache

Wer meint, seine Kunst unerlaubt anbringen zu müssen, begeht eine Straftat, die wie folgt geahndet wird: § 125. Wer eine fremde Sache zerstört, beschädigt, verunstaltet oder unbrauchbar macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.

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