31.10.2017, 14:19 Uhr

Wer gräbt, der findet: Mittelalterliche Töpferwerkstätte am „Sauzipf“

Stadtarchäologe Ronald Risy, Bürgermeister Matthias Stadler und Thomas Pulle, Leiter des Stadtmuseums. (Foto: Josef Vorlaufer)

Von der Hafnergasse zum Rossmarkt, vom „Sauzipf“ bis zum Karmeliterinnenkloster. In der Archäologieszene St. Pölten geht es derzeit wieder rund.

ST. PÖLTEN (red). Im Vorfeld des am Karmeliterhof und am Wallnerareal geplanten Bauvorhabens begannen im September die archäologischen Untersuchungen mit dem maschinellen Abtrag. Stadtarchäologe Ronald Risy hat es sich gemeinsam mit der Grabungsfirma ARDIG zur Aufgabe gemacht, die Vergangenheit dieses Areals aufzuarbeiten, bevor es neu bebaut wird. Bereits in der ersten geöffneten Fläche kamen zahlreiche überraschende Befunde zum Vorschein.

Zwei große Kalkgruben entdeckt

Die Stadtarchäologie stieß auf Fundamente jenes Gebäudetraktes an der Heßstraße, der im Zuge der Nachnutzung des Karmeliterinnenklosters durch das Militär Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Zwei große Kalkgruben stammen aus der Errichtungszeit des Klosters um 1700. Des Weiteren wurde die im Garten angelegte Brunnenanlage freigelegt. Zahlreiche Pfosten und Grubenverfüllungen von spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Holzgebäuden, sowie die Reste einer Straßen- oder Hofpflasterung befinden sich auf der derzeitigen Grabungsstelle entlang der Heßstraße.

Töpferwerkstätten

Besonders spannend sind auch die Reste einer spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Töpferei. Im Mittelalter wurde der heutige Roßmarkt als Hafnergasse bezeichnet, da hier konzentriert Töpferwerkstätten angesiedelt waren. 1621 ist erstmals der neue Straßenname Roßmarkt belegt, die Ecke Heßstraße-Roßmarkt hieß Sauzipf. Eine der Hafnereien wurde nun bei den Grabungen entdeckt. Bisher konnten ein Töpferofen und eine mit Werkstattabfall verfüllte, große Grube freigelegt werden.

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