Ski Alpin
Richi Leitgeb: "Nach Hirscher-Rücktritt muss die Konkurrenz liefern"
- Richard Leitgeb
- Foto: oz/Jahnel
- hochgeladen von Stefan Plieschnig
Am Wochenende starten die österreichischen Slalom-Asse in Levi in die neue Saison. Nicht mehr mit dabei ist Marcel Hirscher, wieder nicht dabei ist der Straßburger Richi Leitgeb.
STRASSBURG, LEVI (stp). Der eine will nicht mehr, der andere darf nicht. Marcel Hirscher hat seine Skischuhe nach acht Weltcup-Gesamtsiegen in Folge an den Nagel gehängt. Im ÖSV entsteht dadurch ein großes Loch, das es zu stopfen gilt. Seit Jahren kämpft der Straßburger Richard Leitgeb um seinen Traum, in der Slalom-Elite Fuß zu fassen. Jetzt – nach dem Rücktritt von Hirscher – wird ganz Österreich auf den ÖSV-Nachwuchs blicken. Beim ersten Weltcup-Slalom der Saison in Levi am Sonntag (10.15 Uhr und 13.15 Uhr live in ORF 1) wird die junge ÖSV-Truppe ein erstes Mal versuchen, Hirscher zu beerben.
Keine Chance auf Levi-Start
Nicht mit dabei sein wird Richi Leitgeb. Der 25-jährige Straßburger fährt seit drei Jahren auf eigene Faust zu FIS- und Europacup-Rennen. Im ÖSV-Kader ist für ihn seit Mai 2017 kein Platz mehr. Und das, obwohl er in der Slalom-Weltrangliste vor den ÖSV-Europacup-Läufern liegt. "Heuer gab es keine interne Qualifikation für das Rennen in Levi, ich hatte keine Chance auf einen Start", erzählt Leitgeb im WOCHE-Interview. Im Vorjahr durfte er die Weltcup-Rennen in Zagreb, Adelboden und Wengen bestreiten. Eine Verletzung warf ihn im Trainingsfortschritt aber wieder zurück.
Konkurrenz muss Leistung zeigen
Über FIS-Rennen will sich Leitgeb heuer wieder für die ÖSV-Mannschaft empfehlen, um zumindest regelmäßig im Europacup starten zu dürfen. "Das Ziel ist natürlich der Weltcup, keine Frage. Ich mache das ganze nicht zur Gaude, sondern zu 100 Prozent professionell, weil ich etwas erreichen will", betont Leitgeb, der das Karriereende von Marcel Hirscher auch als Chance sieht. "Jetzt müssen jene Leute, die ihre Startplätze fix haben auch Leistung zeigen. Wenn da die Resultate nicht kommen, kann das für mich eine Chance sein. Dann werde ich zuschlagen."
"Hirscher hat alles ans Limit getrieben"
Von Marcel Hirscher konnte sich der junge Straßburger bei seinen Weltcup-Starts auch immer wieder etwas abschauen, wie er erzählt: "Er hat extrem professionell gearbeitet. Für ihn war das Zusammenspiel von Athlet, Material und Team immer sehr wichtig. Dadurch hat er seine Leistungen auch zum Limit getrieben." Beim gemeinsamen Essen oder Besichtigen habe er sich aber keine konkreten Tipps von Hirscher geholt. "Jeder fährt sein eigenes Rennen. Man redet dann eher auf einer freundschaftlichen Ebene miteinander."
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