Achtung, Wildwechsel in Region Steyr
Unfallgefahr steigt durch riskante Manöver

Wer ein Wildtier überfährt, meldet es umgehend der Polizei, die in weiterer Folge den zuständigen Jagdleiter informiert.
  • Wer ein Wildtier überfährt, meldet es umgehend der Polizei, die in weiterer Folge den zuständigen Jagdleiter informiert.
  • Foto: Maderthaner
  • hochgeladen von Lisa-Maria Auer

Achtung, Wildwechsel hat jetzt Hochsaison: ÖAMTC, Jagdleiter und Versicherer geben Tipps.

BEZIRK. „Am häufigsten passieren Wildunfälle jetzt im Herbst und im Frühjahr, vor allem in den Morgen- und Abendstunden“, weiß Christian Mayr, Jagdleiter von St. Ulrich. Manchmal müssen Mayr und seine Kollegen zwei- bis dreimal täglich ausrücken. „Am gefährlichsten ist es meist in der Nähe von Kukuruz-Feldern“, sagt Jagdleiter Mayr.
"Trifft man mit 50 km/h auf einen 20 Kilogramm schweren Rehbock, wirkt eine halbe Tonne auf Fahrzeug und Fahrer. Bei 100 km/h beträgt die Aufprallwucht bereits zwei Tonnen", weiß Leopold Pfleger, Stützpunktleiter des ÖAMTC Steyr.
Entscheidend ist nicht nur die Sicht nach vorne, sondern auch die Sicht seitlich neben dem Fahrzeug. „Sieht man ein Wildtier, gilt: Geschwindigkeit reduzieren, das Fernlicht ausschalten und hupen. Hat das Tier die Fahrbahn überquert oder läuft es davon, heißt es, weiter vorsichtig sein, da Wildtiere meist in Gruppen unterwegs sind", so Pfleger.

„Können verletzte Tiere nicht gefunden werden, müssen sie oft qualvoll zugrunde gehen.“

Keine Malus-Umstufung

Franz Baumgartner ist Jagdleiter von Bad Hall und gleichzeitig auch als Versicherungsagent tätig. Er rät: "Kein Tunnelblick, sondern nach rechts und links schauen!" Ist der Wildunfall passiert, sollte sofort die Warnblinkanlage eingeschaltet, eine Warnweste angezogen und die Unfallstelle abgesichert werden.
Der Lenker ist in diesem Fall gesetzlich verpflichtet, die Polizei anzurufen. Auch versicherungstechnisch muss jeder, der einen Sachschaden verursacht, diesen auch melden. Lebt das verletzte Tier noch, verständigt die Polizei in weiterer Folge einen ortsansässigen Jäger. Unfalllenker müssen so lange an Ort und Stelle warten, bis der Jäger eingetroffen ist: „Können verletzte Tiere nicht gefunden werden, müssen sie oft qualvoll zugrunde gehen“, weiß der Bad Haller Jagdleiter.
Auch in seiner Funktion als Versicherer hakt Baumgartner ein: „Den Unfalllenker trifft bei einem Wildunfall keine Schadenersatzverpflichtung für das angefahrene Wild. Falls er keinen weiteren Schaden verursacht hat, gibt es auch keine Malus-Umstufung seitens der Versicherung.“

Wildwarner weggeworfen

Die Jägerschaft hat – unterstützt durch das Land Oberösterreich, den Versicherungen und den Landesjagdverband – in den meisten Gemeinden optische und akustische Wildwarner installiert, die die Wildunfälle massiv vermindern: "Wir in Bad Hall konnten die Anzahl um über 50 Prozent reduzieren," berichtet Jagdchef Baumgartner. Trotzdem gibt es Ärger: "Leider kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Vandalismus. Wildwarner wurden ausgerissen und in die angrenzenden Felder geworfen. Solche böswilligen Akte verursachen nicht nur Sachschäden an Fahrzeugen, sondern auch unnötiges Tierleid!"

Wildunfall – was tun?

Im Falle eines Wildunfalls geben die ÖAMTC-Experten folgende Tipps:

  • An sicherer Stelle halten, Warnblinkanlage einschalten,
  • Warnweste anziehen, Unfallstelle mit dem Pannendreieck absichern und Polizei verständigen, auch wenn das (verletzte) Tier weiterläuft.
  • Keinesfalls verletzte Tiere berühren oder gar mitnehmen! Wird nicht angehalten oder gegebenenfalls die Unfallstelle abgesichert, beziehungsweise nicht an der Feststellung des Sachverhalts mitgewirkt, drohen mitunter mehrere Verwaltungsstrafverfahren.
  • Wildwarngeräte: Entlang der Landstraßen auf Leitpflöcken montiert. Sie scheinen, wenn sie von einem Auto angeleuchtet werden, oder geben akustische Signale (schriller Pfeifton, Ultraschalltöne) ab, um das Wild zu warnen.

Mehr Infos auf oeamtc.at

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