28.09.2017, 09:50 Uhr

Hochwasserübung für internationalen Einsatz - ÖWR Wasserrettung

„Jahrhunderthochwasser in Polen“ lautete die Alarmierung des Bundeswasserrettungszuges (BWRZ) der Österreichischen Wasserrettung (ÖWR), dem auch ein Trupp des Landesverbands Oberösterreich angehört.

Gemeinsam mussten die Wasserretter aus ganz Österreich vom 22. bis 24. September 2017 im Übungsgebiet in Vorarlberg insgesamt 38 Szenarien abarbeiten, in denen 276 Personen, aber auch über 30 Tiere gerettet, geborgen und versorgt werden mussten.

Der Trupp (Strömungsrettermodul mit Raftboot) aus Oö konnte gemeinsam mit zehn anderen Trupps alle simulierten Einsätze bewältigen. Zusätzlich zu den insgesamt elf Einsatztrupps waren natürlich auch ein Führungs- und ein Logistiktrupp, welcher hervorragend für das leibliche Wohl der Einsatzkräfte sorgte, sowie zahlreiche Übungsbeobachter, Fotografen, die Übungsleitung und über 180 Statisten an der Durchführung dieser Katastrophenübung, beteiligt.

Nach der gemeinsamen Anreise ins „Einsatzgebiet“ wurden die ersten Trupps bereits direkt beim Grenzübergang schon zu den ersten Einsätzen gerufen.
Zuerst ein, durch Wasserwerfer der FF, simulierter Starkregen um 03:10. Dann noch ein Einsatz in der ersten Nacht. Vier vermisste Personen galt es zu suchen, versorgen und zu retten. Bereits zwei Stunden später wurde ein Großteil der Einsatzkräfte des Wasserrettungszuges zu einem Großeinsatz gerufen.
Über 40 Personen und 20 Tiere mussten in Sicherheit gebracht werden. Unterstützt wurde dieser Einsatz vom Hubschrauber des BMIs.
Die Oberösterreicher konnten den Abtransport von 17 Kindern und 2 Erwachsenen unterstützen sowie den Bergeeinsatz der zu rettenden Schafe leiten.

Bereits 50 Minuten nach Eintreffen im Camp und Wiederherstellen der Einsatzfähigkeit, musste erneut ausgerückt werden.
Einsatzmeldung: Abgestürzte Person in Schlucht. Wie auch so oft im Ernstfall, stellte sich heraus, dass nicht nur eine Person Hilfe der Einsatzkräfte benötigte, sondern gleich zwei. Ein Verunglückter mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen musste mit Hilfe der SKED-Trage aus einem engen Raum zwischen Felsen und der zweite mit einem gebrochenen Bein aus einer extrem steilen Böschung am oberen Rand einer Felswand geborgen werden. Dank ihrer hervorragenden Ausbildung, war es den Kräften der ÖWR Oö möglich, die zwei Verunfallten binnen kürzester Zeit schonend zu bergen.

Nach Einbruch der Dunkelheit ging es weiter.
Übungsannahme war ein Dammbruch mit darauf folgender Evakuierung von 80-100 Personen aus 97 Häusern mit dem Wasser als einzigen Transportweg.
Die oö Einsatzkräfte kamen noch nicht einmal zu dem ihnen zugeteilten Einsatzgebiet, und schon mussten sie drei Personen mit Kopfverletzungen, wovon zwei liegend abtransportiert werden mussten, versorgen. In dem ihnen zugeordneten Bereich kümmerten sie sich um eine weitere Person mit Wirbelsäulenverletzung, eine mit einer Schulterluxation, eine schwangere Frau und retteten drei Personen aus dem Wasser. Es konnten auch unverletzte geborgen und den Motorbooten zum Abtransport übergeben werden.
Insgesamt evakuierte, nur der Trupp aus Oö, 18 Personen, führte 13 Erste Hilfe Maßnahmen durch und organisierte den Abtransport aller.

Um 02:30 war die Einsatzbereitschaft im Camp wieder hergestellt.
In der Früh musste das Camp ebenfalls wegen eines Dammbruches geräumt werden. Nach 1,5h konnte der Lagerplatz verlassen und um 10:00 die zweite Großübung des Bundeswasserrettungszuges erfolgreich beendet werden.

Fazit: Die Oö Einsatzkräfte konnten all ihre Szenarien Dank ihrer erstklassigen Ausbildung auf allen Ebenen bravourös meistern und behielten, auch wenn es rundherum chaotisch wurde und Personen hysterisch schrien, stets einen kühlen Kopf.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an den Landesverband Vorarlberg, für die äußerst realistischen und kreativen Übungsszenarien.

Ebenfalls ein großes Dankeschön an den Logistiktrupp aus Wien und dem Burgenland für die erstklassige Verköstigung.

Und auch an die Trupps der anderen Landesverbände für die erstklassige Zusammenarbeit und Unterstützung bei der Bewältigung der so kreativen Herausforderungen.

OÖ Trupp: Nicole Goldmann, Dietmar Ramsner, Andreas Kramesberger, Günther Wagner, Philipp Dopf

Text: Nicole Goldmann
Fotos: Dietmar Ramsner, Andreas Kramesberger, ÖWR
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