08.10.2015, 09:10 Uhr

„Alles ruht in den Sternen“

Hans-Heinrich Wenk mit einigen Einzelteilen seiner eigenen, in akribisch genauer Arbeit gefertigten Sternwarte. (Foto: Privat)

Hans-Heinrich Wenk erfüllt sich auf der Hohen Dirn seinen Traum der eigenen „Sternwarte“.

REICHRAMING. Lange hat es gedauert, bis Hans-Heinrich Wenk eine Baugenehmigung für sein Observatorium bekommen hat, jetzt steht dem Vorhaben nichts mehr im Weg: „Der Standort auf der Hohen Dirn ist kein x-beliebiger, sondern einer der allerbesten, die man in Österreich finden kann. Einerseits durch die Höhenlage, vor allem aber aufgrund der extrem geringen Lichtverschmutzung (Aufhellung des Nachthimmels durch Lichtquellen). In optimalen Nächten ist der Nachthimmel auf der Hohen Dirn so dunkel, wie in den Wüstengebieten Namibias oder Chiles. Dort versammeln sich immerhin die größten Teleskope der Welt“, erzählt der Amateurastronom.
„Die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf den Menschen werden langsam auffällig. Leider werden die Nächte immer heller“, sagt Rudolf Dobesberger von den Sternfreunden Steyr, die ebenfalls einen Stützpunkt auf der Hohen Dirn betreiben. 2015 hat auch die Umweltabteilung der Landesregierung ein Lichtmessgerät auf der Hohen Dirn und weitere im Nationalpark installiert.

„Fast alles Eigenbau“
Seit seiner Kindheit ist Wenk ein Amateurastronom. Mit zwölf baute er nur mit einem Buch und guten Tipps „bewaffnet” sein erstes Teleskop. Vor acht Jahren begann er, sich seinen Jugendtraum eines großen, leistungsfähigen Teleskops samt geräumiger Sternwarte zu erfüllen. Seither hat er einen Großteil fertiggestellt. Der erste Schritt war das Schleifen des Hauptspiegels mit 35 Zentimetern Durchmesser. „Obwohl sämtliche Arbeitsschritte von Hand ausgeführt wurden, weicht die Spiegeloberfläche nirgends mehr als 0,00007 Millimeter von der Idealform ab – das Ergebnis einjähriger, akribisch genauer Arbeit“, sagt Wenk. Im Anschluss an die Planung der Montage folgte der Bau des Teleskops, das immerhin 400 Kilogramm auf die Waage bringt. „Mit kleinen Ausnahmen ist alles Eigenbau bis zur sprichwörtlich letzten Schraube“, so der Losensteiner. Die Kuppel ist um 360 Grad drehbar und besitzt einen Beobachtungsspalt, der computergesteuert mit selbstentwickelter Software und Antrieb den Bewegungen des Teleskops nachgeführt wird. Seit dem Frühjahr ist das Observatorium auf der Hohen Dirn in Bau.

Dem Himmel näher
„Die Errichtung der Sternwarte verläuft derzeit parallel sowohl auf der Dirn als auch in Losenstein, wo ich mit dem Bau der 4,2 Meter messenden Kuppel beschäftigt bin. Bevor der Winter einbricht, möchte ich die Kuppel auf ihren Unterbau aufsetzen. Im April 2016 soll alles fertig sein. Das Projekt wäre noch um einiges schwieriger zu realisieren gewesen, hätte ich nicht in die Trickkiste befreundeter Kollegen blicken dürfen“, erzählt Wenk. Alle Infos und Details zum Baufortschritt der Sternwarte auf Dirn Observatory
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