"Frieden: kein Schicksal sondern ein Auftrag"

- hochgeladen von Sandra Kaiser
Thaddäus Steinmayr machte St. Ulrich zur Friedensgemeinde. Ein Buch erzählt seine Geschichte.
ST. ULRICH. Friedensdenkmal, Friedensgemeinde, Friedensweg. Drei Stationen im Leben von Thaddäus Steinmayr. "Frieden war ihm ein Anliegen. Er hat die Zwischenkriegszeit und den Zweiten Weltkrieg miterlebt. Er kommt aus einer Generation, für die Krieg noch ein Naherlebnis war", sagt Elisabeth Kronsteiner, die gemeinsam mit Steinmayr das Buch verfasste.
Geprägt von den eigenen Erlebnissen setzt der ehemalige Bürgermeister von St. Ulrich und Landtagsabgeordnete 1976 einen ersten Schritt. Mit einem Brief an Schulen in der ganzen Welt bittet er um Steine, um daraus ein Denkmal für den Frieden der Jugend der Welt zu errichten. In nur zwei Monaten erreichen an die 70 Steine die Gemeinde. 1977 wird das Friedensdenkmal eröffnet. 1982 wurde St. Ulrich zur ersten Friedensgemeinde. Seit 1982 wird in St. Ulrich auch der Friedenssonntag, ein Fest, das beim Friedensdenkmal eröffnet wird, gefeiert. 2001 erfolgt die Eröffnung des Thaddäus-Steinmayr-Friedensweg. Ein Schulversuch mit Friedenserziehung am Lehrplan und eine eigene Bibliothek mit Friedensliteratur folgten.
Wolfgang Grünmann war in der Volksschule, als Steinmayr die Idee für das Friedensdenkmal umsetzte. "Es war schon etwas Lässiges, dass die ganze Welt mitgearbeitet hat". Grünmann hat, so wie andere Schüler auch, einen Entwurf für das Friedensdenkmal gezeichnet. "Das Friedensdenkmal ist heute eine schöne Erinnerung für mich", erzählt der St. Ulricher. Jedes Jahr zu Weihnachten treffen sich Grünmann und seine Kollegen vom USV St. Ulrich vor dem Denkmal, machen ein Foto und erinnern sich. "Dann gehen wir von Haus zu Haus und verteilen das Friedenslicht."
Mit Elisabeth Kronsteiner hat Steinmayr seine Taten und Erlebnisse in dem Buch "Ein Weg zum Frieden" festgehalten. "Ich bin durch persönliche Verwicklungen zur Co-Autorin geworden", erzählt Kronsteiner. Das Friedensdenkmal ist in St. Ulrich mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. "Bei näherer Betrachtung weiß ich, dass es gepflegt gehört, nicht als Denkmal, sondern die Idee dahinter", so Kronsteiner. Bürgermeisterin Annemarie Wolfsjäger ist mit den ganzen Aktionen rund um das Friedensdenkmal groß geworden. "Es ist selbstverständlich für uns, dass wir dieses Denkmal haben. Es ist mir ein Herzensanliegen dieses Thema wieder in die Köpfe und Herzen der Ulricher zu pflanzen". Steinmayrs Buch gibt es auf der Gemeinde: boehm@st-ulrich.at.
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