17.09.2014, 20:00 Uhr

Der EnnsTaler als Zahlungsmittel

Regionalgeld-Experte Franz Galler (li.) aus Bayern referierte auf Einladung von Kaufmann Bernd Fischer (re.) in Losenstein. (Foto: Thöne)

Der EnnsTaler als Zweitwährung neben dem Euro. Eine Gruppe lotet derzeit das Interesse dafür aus.

ENNSTAL. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen: Die rund 15-köpfige Interessengruppe „Initiative Regionalgeld EnnsTaler“ rund um den Kaufmann Bernd Fischer aus Losenstein plant die Einführung einer Regionalwährung.
Geht es nach Fischer, könnte das Regionalgeld mit dem treffenden Namen „EnnsTaler“ bereits in 14 Monaten in Umlauf sein.
Ziel ist es, so viele Firmen und Unternehmer wie möglich zur Teilnahme zu bewegen. Steht der EnnsTaler, sind die Bürger aufgerufen, in regionalem Geld statt in Euro zu bezahlen, um örtliche Betriebe zu stärken und die Wertschöpfung in der Region zu erhöhen. Ein EnnsTaler würde einem Euro entsprechen. „Beim Euro profitieren die Großen, beim Regionalgeld die Kleinen“, erklärt Fischer.

Großes Interesse
Am 11. September 2014 stellte sich die Initiative in Losenstein erstmals vor. Das Interesse war sehr groß. Mehr als hundert Besucher fanden sich im neuen Pfarrzentrum ein. Zugpferd war Franz Galler, ehemaliger Banker, Regionalentwickler und Initiator des Regionalgelds „Sterntaler“ in Bayern. Der gefragte Referent hatte auf seiner Fahrradtour in die Wachau einen Stop in Losenstein eingelegt. Er sprach zum Thema „Regiogeld – das Geld der Zukunft?“ Ja, es fördere regionale Kreisläufe, die Selbstversorgung („Das Geld bleibt in der Region“) und Beziehungen untereinander, betonte er. „Mehr menschliche Qualität durch Regionalgeld – der Euro ist anonymer“, so Galler wörtlich. Er selbst erzielt 75 Prozent des Umsatzes in seinem Naturkostcafe (www.zallis.de) mit dem „Sterntaler“.

Das Wachstum stoppen
Kritik übte Galler an der „Heiligen Kuh“ namens Wirtschaftswachstum. „Wie lange soll es denn noch gehen – bis es explodiert!?“ Es gelte, Wege zu finden, wie man ohne ständiges Wachstum existieren könne, so Galler.
Bernd Fischer führte das Beispiel Neukirchen an der Vöckla ins Treffen. Dort nutzen bereits zehn Prozent der Haushalte die Regionalwährung „Neuki“. Monatlich werden rund 13.000 „Neukis“ in den 27 teilnehmenden Betrieben ausgegeben. „Auch für die Gemeinden wäre Regionalgeld eine große Chance“, sagt Fischer. Vieles ließe sich damit bezahlen – von der Müllabfuhr bis zur Kommunalsteuer. Nicht zuletzt sieht er selbst damit eine Chance, mit seinem Lebensmittelgeschäft über die Runden zu kommen.

ZUR SACHE:

Jeden ersten Dienstag im Monat lädt die „Initiative Regionalgeld EnnsTaler“ im Rahmen der „Regionalen Agenda 21“ um 19 Uhr im Gasthof Daucher in Losenstein zu einem Stammtisch ein. Nächster Termin: 7. Oktober 2014. Jeder, der sich für die Regionalwährung „EnnsTaler“ interessiert, ist willkommen – Unternehmer ebenso wie Private und ehrenamtliche Mitarbeiter. Weitere Treffen sind jederzeit auch an anderen Orten möglich. Kontakt: Bernd Fischer, E-Mail: losesteine@gmx.at. Eine Homepage über die Regionalwährung ist im Aufbau.

Links:
http://www.regiostar.com
http://www.zallis.de
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