St. Jodok/Schmirn/Vals
10 Jahre Bergsteigerdorf – eine Erfolgsgeschichte

Liliana Dagostin (AV), die Ortschefs Vinzenz Eller und Klaus Ungerank, AV-Vizepräs. Walter Wegscheider, TVB-GF Helga Beermeister und TVB-Ortsstellenleiter Georg Früh (v.l.) | Foto: Kainz
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  • Liliana Dagostin (AV), die Ortschefs Vinzenz Eller und Klaus Ungerank, AV-Vizepräs. Walter Wegscheider, TVB-GF Helga Beermeister und TVB-Ortsstellenleiter Georg Früh (v.l.)
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In passendem Rahmen fand am Samstag in St. Jodok die Jubiläumsfeier statt.

ST. JODOK/SCHMIRN/VALS. "Wer, wenn nicht wir?", dachte sich Schmirns Bgm. Vinzenz Eller, als er damals den Kriterienkatalog für die Bewerbung als Bergsteigerdorf in Händen hielt. Sein Valser Amtskollege Klaus Ungerank sieht das genauso, wenngleich er beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen am Samstag im Gemeindesaal St. Jodok einräumte: "Als Jugendlicher hätte ich mir schon manchmal ein Schwimmbad oder einen Lift gewünscht. Aber heute bin ich froh, dass wir noch so schöne Landschaften haben. Das ist nicht mehr selbstverständlich."

Auszeichnung belebt sehr

Das Schmirn- und Valsertal haben bekanntlich kaum einen touristischen Trend mitgemacht. Dafür punkten sie mit unverfälschter Natur und Ursprünglichkeit – Attributen, die ein inzwischen wieder wachsendes Gästeklientel ansprechen. Die Aufnahme in die erlesene Riege der Bergsteigerdörfer des österreichischen Alpenvereins hätte die vorherige Rückwärtsentwicklung in einen Aufwärtstrend umgekehrt, hielt Ungerank fest. In Zahlen ausgedrückt haben sich die Nächtigungen in Schmirn und Vals seit der Ernennung bis vor Corona im Jahr 2019 bei gleicher Bettenkapazität verdoppelt – von 15.000 auf 30.000 pro Jahr. "Die Vermieter sind zugleich selbstbewusster geworden. Sie investieren und haben des Preisniveau angehoben", so TVB-Wipptal-GF Helga Beermeister. Und sie berichtet weiters von einer insgesamten Belebung: "Gemeinsam mit vielen Idealisten und freiwilligen Helfern werden laufend Projekte umgesetzt."

In Planung: Bergsteigerdorfschulen

Als Beispiele nannte sie u.a. den Alpenblumengarten in Schmirn, die Schule der Alm im Valsertal und die vielen neu geschaffenen Klettermöglichkeiten in der Stafflacher Wand, die im Frühjahr näher vorgestellt werden sollen. Neu gegründet wurde ein Arbeitskreis zum Bergsteigerdorf mit Jugendlichen und in Planung ist, dass die beiden Volksschulen zu Bergsteigerdorfschulen werden. Beermeister: "Es geht hier bei uns ja nicht nur ums Bergsteigen, sondern auch um Nachhaltigkeit etc. – da macht es Sinn, wenn man schon bei den Kleinen anfängt." Eine Verbesserung ist auch in Sachen öffentlicher Nahverkehr in Sicht: Im Winter werden auch an den Wochenenden Busse in beide Täler fahren.

Tenor einhellig

Der Tenor war also einhellig: Die Entscheidung für das Bergsteigerdorf St. Jodok/Schmirn/Vals war richtig, mehr noch: Es ist eine Erfolgsgeschichte. Und die wurde mit am Samstag Ehrengästen gefeiert. Neben Vizepräsident Walter Wegscheider und weiteren AV-Vertreterinnen kamen auch Nathalie Morelle von der Alpenkonvention, die Bürgermeister des Bergsteigerdorfs Gschnitztal, Andreas Pranger und Mario Nocker, sowie Vertreter von vielen örtlichen Vereinen und Institutionen. Für die Verpflegung sorgte der Hilfsfonds der Gemeinde respektive die Valser Jungbauern, die derzeit den Vorsitz innehaben und die Valser Bäuerinnen. Gestartet wurde der Jubiläumsabend mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Jodok, der vom Männergesangsverein aus dem Bergsteigerdorf Malta umrahmt wurde. Der Chor war zum Chörefestival am Sonntag in Schmirn angereist. Mehr dazu hier.
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