TVB Stubai will Bürgerinitiative gegen Wasserableitungen formieren

TVB-Obmann Sepp Rettenbacher und seine Stellvertreter Hermann Siller und Herbert Hofer informierten am Freitag darüber, wie sich der TVB Stubai gegen die Pläne der TIWAG zur Wehr setzen wird. Um die touristisch so wertvollen WildenWasser im Stubai zu schützen, will man eine Bürgerinitiative ins Leben rufen, die beim UVP-Verfahren Parteistellung erlangen soll!

STUBAI (tk). Dass die heimischen Touristiker vom Vorhaben des Landesenergieversorgers, Stubaier Bäche für den Ausbau des Speicherkraftwerks Kühtai zu nutzen, wenig begeistert sind, ist nichts Neues. Jetzt folgt der negativen Haltung auch Aktivität: „Der TVB Stubai hat sich entschlossen, eine ‚Bürgerinitiative WildeWasser‘ zu initiieren. Die für eine Parteistellung im UVP-Verfahren notwendigen 200 Unterschriften zusammenzubekommen, sollte kein Problem sein“, gab sich die Führungsspitze zuversichtlich, noch Mittel und Wege zu finden, um die Ableitung des Fernau-, Daunkogelferner- und des Unterberger Baches verhindern zu können: „Nein, wir zweifeln nicht, dass es nichts bringen könnte, sonst würden wir es ja nicht tun!“

„Schmerzpunkt der Geschichte ist erreicht, mehr verträgt Stubai nicht!“
„Das gegenständliche Projekt beeinträchtigt die Lebens- und Wirtschaftsinteressen der Personen, die im Stubaital wohnen und touristisch tätig sind, in mehr als erheblichem Ausmaß“, heißt es in der schriftlichen Begründung einleitend. Hofer dazu: „Wir fühlen uns den Mitgliedern verpflichtet, das Wasser zu schützen. Im Rahmen unseres Schwerpunktes WildeWasser sind wir außerdem laufend dabei, dahingehende Projekte zu realisieren.“ Siller betonte, dass die Region bereits einen erheblichen Beitrag zur Stromgewinnung leistet: „Das Bachbett des Alpeiner Bachs ist schon trocken, in Fulpmes steht das Ruetzkraftwerk. Jetzt sollen noch mehr Gewässer angezapft werden, diesen Verlust können wir nicht verantworten!“

„Eingriffe nicht umweltverträglich“
Für den vollständigen Erhalt der „Infrastruktur Gebirgsbäche“ anstatt der Gefahr leerer Rinnsale sprach sich auch Rettenbacher aus: „Wir sind nicht gegen die Nutzung der Wasserkraft an sich, aber aus lokaler Sicht sind dreierlei Faktoren maßgeblich: Erstens brauchen wir das Wasser für die Trinkwasserversorgung, zweitens für die Landwirtschaft – Stichwort Klimaerwärmung, der Gletscher wird irgendwann nicht mehr da sein – und drittens, das ist für den Tourismus das Wichtigste, wollen wir keine trockenen Bachbette im Tal des WildenWassers. Die frei fließenden Gewässer werden als besondere regionale Stärke thematisiert. So haben wir uns positioniert und so wollen wir auch weitermachen! Und was sagen wir unseren Kindern und Enkeln, wenn wir uns nicht mal zur Wehr gesetzt haben?“

Ressource von herausragender Bedeutung unbedingt schützen
Im Interesse des Tourismus will man nun also Parteistellung für das UVP-Verfahren erlangen, indem man 200 oder mehr Unterschriften sammelt. Somit würde ein Mitspracherecht erwirkt, richtige Protestaktionen sind jedoch keine geplant. Alle BürgerInnen aus Neustift und den (Stubaier) Nachbargemeinden Fulpmes und Telfes sind daher aufgerufen, auf den im TVB-Büro aufliegenden Listen bis 2. September ihren Sanktus zu hinterlassen. Rettenbacher, Siller und Hofer gingen sogleich mit gutem Beispiel voran.

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