Wozu neuen Zubringer?

„Brauchen wir den Lift von Neustift in die Schlick?“, fragt sich Benjamin Stern. Der Neustifter hat arge Zweifel.

STUBAI (tk). Eine Verbindung von Kreuzjoch und Hoadl in der Axamer Lizum mittels 3-S-Bahn ist nach wie vor Thema, obwohl die Verantwortlichen, allen voran LHStv. und Umweltreferent Hannes Gschwentner, inzwischen mehrmals bekundet haben, dass der Zusammenschluss nicht machbar sei.

Einschnitt in Ruhegebiet
Der nicht zu verantwortende Eingriff ins Ruhegebiet Kalkkögel – am so genannten „Hochtenn“ müsste bekanntlich eine Stütze errichtet werden – wird dafür als Hauptargument herangezogen. Nichtsdestotrotz wird die Hoffnung bei den Befürwortern auf ein schlussendliches „Ja“ wohl noch länger nicht aufgegeben. Wie ebenfalls berichtet, wurde erst im Oktober die „ARGE Brückenschlag“ aus der Taufe gehoben, unter deren Deckmantel Politiker und Touristiker aus dem Tal und dem westlichen Mittelgebirge „mit Bedacht“ in dieser Richtung weiterarbeiten wollen.
Der Plan sieht so aus, dass man in den jeweiligen Skigebieten erst einmal „die Hausaufgaben“ erledigen will. Mittelfristig – das Wunschziel soll dabei nämlich nicht aus den Augen verloren werden – hofft man dann natürlich, dass die Bahn doch errichtet werden kann.
Als „sofort machbar“ ist unter anderem ein neuer Zubringer von Neustift über „Kaserstatt“ auf das Sennjoch im Skizentrum Schlick 2000 im Gespräch. „So neu ist dieser Plan gar nicht. Schon Mitte der 80er-Jahre verfolgten einzelne Unternehmer und Dorfpolitiker diese Idee“, weiß der junge Grün-Mandatar und Ersatz-GR Benjamin Stern aus Neustift.
Der 23-Jährige erinnert daran, dass eine Bürgerinitiative sowie ein vernichtendes Urteil duch verschiedenste Landesabteilungen das Projekt schließlich zu Fall brachten und meint: „Wir brauchen diesen Lift, sonst wird die Tourismusregion nicht überleben, war damals wie heute das wichtigste Argument der Befürworter. Neustift hat die letzten 25 Jahre aber außerordentlich gut überlebt – die Sorge der vermeintlichen Betreiber war also unbegründet!“

Fragen über Fragen
Stern zweifelt auch aus heutiger Sicht an der Notwendigkeit des Lifts: „Zudem sind noch zahlreiche Fragen offen: Wie viel würde die Umsetzung kosten? Wer soll das bezahlen? Bleibt das Schutzgebiet unberührt? Wo soll die Talstation gebaut werden? Wie lautet die langfris-
tige Strategie? Ist es gewollt, dass Neustift versucht, andere Skiorte zu kopieren? Wie soll die Preispolitik künftig gestaltet sein? Wird es Hotelzimmer weiterhin zu Dumpingpreisen geben? Und nicht zuletzt: Was ist die Aufgabe der Gemeindeführung? Agiert sie im Sinne des Gemeinswohls oder ist sie der verlängerte Arm einer mächtigen Tourismuslobby?“

Stern: „Keine öffentlichen Gelder mehr locker machen“
Die anvisierte „Salamitaktik“ stößt dem jungen Grünen jedenfalls sauer auf: „Zuerst soll der Zubringer von Neustift in die Schlick gebaut werden und später, so die Hoffung, wird es schon irgendwie möglich sein, durch das Ruhegebiet in die Axamer Lizum zu fahren. Doch dazu müsste das Schutzgebiet aufgehoben werden und das wird nicht der Fall sein! All das Geld, das in die Ausarbeitung dieses gesetzeswidrigen Vorhabens fließt, ist somit rausgeschmissen. Ich fordere, keine weiteren öffentlichen Mittel dafür zu verwenden! Schon jetzt wurden nämlich über die Stubaier Infrastrukturgesellschaft zehntausende Euro an öffentlichem Kapital in die Planung des Projekts investiert.“

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