Energieunion von SportZentrum und Telfer Bad
Eis-Erzeuger wärmt das Schwimmbad

Besichtigung der neuen Technik im Keller des SportZentrums. Von hier aus wird die Abwärme der Eiserzeugung mit einer Temperatur von 34 bis 46 Grad in 450 m langen – bereits vorher vorhandenen – Rohrleitungen ins Telfer Bad zur Nutzung transferiert. V.l.: Markus Huber (GF Telfer Bad), Ing. Wolfgang Schösser (Planung/Bauleitung), Bgm. Christian Härting, hinten: Christian Santer (Referatsleiter Sport- und Veranstaltungszentren).
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  • Besichtigung der neuen Technik im Keller des SportZentrums. Von hier aus wird die Abwärme der Eiserzeugung mit einer Temperatur von 34 bis 46 Grad in 450 m langen – bereits vorher vorhandenen – Rohrleitungen ins Telfer Bad zur Nutzung transferiert. V.l.: Markus Huber (GF Telfer Bad), Ing. Wolfgang Schösser (Planung/Bauleitung), Bgm. Christian Härting, hinten: Christian Santer (Referatsleiter Sport- und Veranstaltungszentren).
  • hochgeladen von Georg Larcher

TELFS. Christian Santer, Leiter der Sport- und Veranstaltungszentren, und Markus Huber, Geschäftsführer des Telfer Bades, feiern gemeinsam ein besonderes Energieprojekt: Die Abwärme – ein "Abfallprodukt" der Eis-Erzeugung in der Kuppelarena im Telfer Sportzentrum – wird jetzt über eine 450 Meter lange Leitung zum Telfer Bad "transportiert", erwärmt dort Becken und unterstützt die Heizung.

Neue Kältemaschine

Die Kältemaschine aus dem Jahr 1999 gehörte erneuert. Das war der Auslöser für diesen energietechnischen Zusammenschluss. Bisher wurde die Abwärme über Ventilatoren und der Rückkühlung in die Luft abgegeben. "Umgerechnet waren es 470.000 Kilowattstunden pro Jahr, die man nicht nutzte", schildert Projektleiter Wolfgang Schösser und nennt viele Zahlen, die verdeutlichen, wie energieeffizient und umweltfreundlich die neue Anlage arbeitet: "Mit der Abwärme-Energie könnten also umgerechnet 60 Drei-Zimmer-Wohnungen ein Jahr lang beheizt werden." Mit Inbetriebnahme bleiben der Umwelt pro Jahr mind. 66 Tonnen CO2 erspart. Und das Telfer Bad spart bei der Energieproduktion ca. € 20.000 beim Einkauf von Fremdenergie pro Jahr.

Sinnvolle Verbindung

Eine bestehende Rohrleitung zwischen dem Sportzentrum und dem Telfer Bad vereinfachte das Vorhaben. So kann nun die überschüssige Energie über eine ausgeklügelte Regelung sinnvoll genutzt werden. "Die technische Anlage für das Telfer Bad ist im Sportzentrum beheimatet, da stecken etwa 90% der Investitionskosten von € 385.000 drin", erklärt Telfer Bad-GF Markus Huber. Nach einer Landesförderung bleiben der Marktgemeinde für diesen Teil noch 242.000 Euro. Auf der Seite des Sportzentrums wurden 397.000 Euro in den Tausch der Kältemaschine investiert, so Christian Santer. Nach der Landesförderung bleiben hier noch 259.000 Euro für die MG Telfs. "In Summe zahlt die Marktgemeinde also rund 500.000 Euro", ergänzt Bgm. Christian Härting und fügt stolz hinzu: "Es ist viel Geld. Das können wir aber ohne Darlehensaufnahme aufbringen."

Mit der Eisproduktion in diesen Tagen geht die Abwärmekoppelungsmaschinerie in Betrieb. Und es läuft, freut sich Santer: "Trotz coronabedingter Lieferschwierigkeiten ist nun alles vorbereitet."

Bad-Chef Huber freut sich: "Wir wollen so energieautonom wie möglich werden, haben da viel investiert, etwa in Solar- und Photovoltaikanlagen. Diesen Weg setzten wir nun weiter fort."

Bgm. Christian Härting verweist auf weitere Klimaschutzprojekte in den Gemeindebetrieben und plant die Teilnahme beim Klima-Award: "Da schaut für uns sicher was heraus."

Die Technik dahinter

Es war eine Sommer-Baustelle, die sich allerdings in den unterirdischen Technikräumen des SportZentrums und des Telfer Bades abgespielt hat. Seit Fertigstellung und Inbetriebnahme der Anlage wird die Abwärme der neuen Kältemaschine, die nun übrigens mit einem der umweltfreundlichsten Kältemittel am Markt arbeitet, im Technikraum des Sportzentrums gepuffert. Über 450 m größtenteils bereits vorhandene Rohrleitungen wird sie in der Folge automatisiert ins Telfer Bad transferiert, wo Wärmepumpe und Wärmetauscher als Abnehmer warten. Bis dahin verliert das zwischen 34 und 46 Grad warme Wasser nur 1 bis 2 Grad an Temperatur. Das Bad kann aufgrund seines hohen Wärmebedarfs die gesamte Menge zur Einspeisung ins Niedertemperatur-Heizsystem nutzen. Die Abwärme wird für die Heizung der Becken, der Bodenheizung und der Lüftungen verwendet.
In Summe will man eine Wärmerückgewinnung von gut 427.500 kWh erreichen. Die Einsparung bei der Energieproduktion im Telfer Bad beläuft sich dadurch auf ca. 20.000 Euro beim Einkauf von Fremdenergie pro Jahr. Das freut natürlich Bad-Geschäftsführer Markus Huber: „Die Amortisationszeit für unseren Teil der Kosten liegt in etwa bei 12 Jahren."
In naher Zukunft soll die Anlage noch erweitert werden: Die Einspeisung der Abwärme aus der privat – und ganzjährig (!) – geführten Ice Sport Arena direkt neben der Kuppelarena wurde mit eingeplant, wie Christian Santer betont: „Der Anschluss an der Gebäudekante ist vorhanden, die Entscheidung liegt bei den Betreibern bzw. beim Land Tirol.“

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