MeinBezirk vor Ort: Leutasch
Heimatverbunden und zukunftsfit

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Interview mit Bgm. Jorgo Chrysochoidis zu den Themen Wohnen, Tourismus, Infrastruktur und Ehrenamt.

Wofür steht Leutasch aus Ihrer Sicht – was macht den Ort besonders?
Bgm. Jorgo Chrysochoidis: Neben der landschaftlichen Schönheit sind es bestimmt die Menschen, die Leutasch besonders machen. Leutasch steht für Gastfreundschaft, Zusammenhalt, Heimatverbundenheit und Traditionsbewusstsein

Hat sich Leutasch in den letzten Jahren spürbar verändert?

Leutasch ist in den vergangenen Jahren jedenfalls moderner geworden. Es wurden Schwerpunkte bei der Digitalisierung und dem Ausbau der Infrastruktur gesetzt, zudem hat man aktiv auf Bürgerbeteiligung gesetzt und speziell den Natur- und Umweltschutz in den Vordergrund gestellt.

Welche Themen stehen aktuell in der Gemeinde ganz oben auf der Agenda?
Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns mit dem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. Dazu hat es im vergangenen Jahr auch eine Gemeinderatsklausur unter Einbindung der verantwortlichen Mitarbeiter:innen gegeben. Dazu sind aktuell Studien in Ausarbeitung, sodass in naher Zukunft weitere Entscheidung zu diesem Thema getroffen werden können.

Wie gelingt die Balance zwischen Tourismus und Lebensqualität der Einheimischen?
Es ist ganz wichtig, dass sich die Bevölkerung mit dem Tourismus identifizieren kann. Investitionen in die touristische Infrastruktur dürfen nicht nur zu Lasten der Bürger gehen, sondern müssen auch einen gewissen Mehrwert für die Einheimischen bieten. Gute Beispiele sind in diesem Zusammenhang das Alpenbad Leutasch oder die Langlaufloipen. Beides würde es wahrscheinlich ohne den Tourismus in dieser Form nicht geben, beides wird aber von den Einheimischen intensiv genutzt. Wenn die Bevölkerung erkennt, dass durch den Tourismus eine gewisse Infrastruktur angeboten werden und auch von den Einheimischen genutzt werden kann, steigt die Akzeptanz.
Schade ist jedoch, dass es gewisse Angebote nur in den touristischen Hauptsaisonen gibt. In der Zwischensaison ist es zum Beispiel meist nicht möglich in ein Gasthaus essen zu gehen, da alle geschlossen haben. Andererseits haben andere Gemeinden teilweise gar keine Gasthäuser mehr.

Wie ist die Wohnsituation in Leutasch – Stichwort leistbares Wohnen?
Aktuell wird gemeinsam mit der „Tiroler Wohnbau“ ein Projekt im Ortsteil Ostbach umgesetzt. Dabei entstehen im ersten Bauabschnitt zwölf Wohnungen und acht Reihenhäuser, welche als Miet-Kauf Objekte angeboten werden. In einem zweiten Bauabschnitt entstehen nochmals elf Wohnungen und drei Reihenhäuser. In diesem Zuge werden auch wieder Gemeindegrundstücke für die Errichtung von Einfamilienhäusern angeboten.

Luftaufnahme der Baustelle der „Tiroler Wohnbau“ im Ortsteil Ostbach – die Fundamente und Bodenplatten werden errichtet. | Foto: Gemeinde Leutasch
  • Luftaufnahme der Baustelle der „Tiroler Wohnbau“ im Ortsteil Ostbach – die Fundamente und Bodenplatten werden errichtet.
  • Foto: Gemeinde Leutasch
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Welche Infrastrukturprojekte sind geplant oder notwendig?
Wir haben seit 2018 knapp 6 Mio. € in den Ausbau und die Sanierung der Trinkwasserversorgung investiert. Heuer wird die Trinkwasserleitung im Ortszentrum erneuert, in diesem Zuge wird der gesamte Straßenzug auf knapp 500 Metern neugestaltet und saniert. Diese Maßnahme verursacht Kosten von knapp 500.000 €. Aktuell wird zudem in Zusammenarbeit mit dem Land Tirol eine neue Bushaltestellt im Ortsteil Kirchplatzl – vor dem Gemeindeamt –, zur Erhöhung der Sicherheit auch ein Fahrbahnteiler errichtet. Der Glasfaserausbau ist im Großen und Ganzen abgeschlossen, so gut wie jeder Haushalt hat die Möglichkeit ans gemeindeeigene Netz anzuschließen.
Im heurigen Jahr investieren die Gemeinden des Plateaus auch massiv in die Abfallentsorgung. Die Verbandseigene Kompostieranlage muss saniert werden, mit Gesamtkosten von 2,5 Mio. € wird neben einer neuen Kompostieranlage auch eine Photovoltaikanlage mit 300 kW-Peak errichtet, welche die Überschüssige Energie in die EEG-Seefelder-Plateau eGen. einspeist. Die EEG hat zudem in den letzten beiden Jahren eigene Erzeugungsanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 170 kW-Peak auf Dächern der Gemeinde Leutasch errichtet.

Welche Rolle spielen Ehrenamt und Vereine?
Wer mich kennt weiß, ich bin ein großer Unterstützer des Ehrenamtes. Wir haben im Ort ausgezeichnete Einsatzorganisationen mit Feuerwehr und Bergrettung, deren Einsatz unbezahlbar ist. Würde man all die Stunden, die hier freiwillig geleistet werden, bezahlen müssen, wären die Kosten kaum mehr tragbar. Umso wichtiger ist es, dass die öffentlichen Mittel dort eingesetzt werden, wo sie den Ehrenamtlichen ihre Arbeit erleichtern und Einsätze sicherer machen – nämlich in moderne Gerätschaften, Fahrzeuge und Ausrüstung. Investitionen in die Ausstattung der Einsatzorganisationen sind daher nicht nur notwendig, sondern auch Ausdruck von Wertschätzung gegenüber jenen Menschen, die ihre Freizeit und oft auch ihre eigene Sicherheit für andere einsetzen.
Neben diesen Organisationen gibt es zudem zahlreiche Vereine, welche das ganze Jahr über für die Gemeinde und die Bevölkerung da sind. Die Vereine und ihre zahlreichen Mitglieder sind unverzichtbar für die Gemeinden und bin sehr stolz darauf, dass das Ehrenamt in Leutasch so einen hohen Stellenwert hat und so aktiv gelebt wird. Ein herzliches Dankeschön an alle Menschen, die ihre Freizeit der Allgemeinheit zur Verfügung stellen!

Bgm. Jorgo Chrysochoidis gratuliert Bergrettungs-Urgestein und langjährigen Funktionär Kurt Nairz. Er schätzt das Ehrenamt sehr: "Wir haben im Ort ausgezeichnete Einsatzorganisationen mit Feuerwehr und Bergrettung, deren Einsatz unbezahlbar ist." | Foto: Rebeiz
  • Bgm. Jorgo Chrysochoidis gratuliert Bergrettungs-Urgestein und langjährigen Funktionär Kurt Nairz. Er schätzt das Ehrenamt sehr: "Wir haben im Ort ausgezeichnete Einsatzorganisationen mit Feuerwehr und Bergrettung, deren Einsatz unbezahlbar ist."
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100 Jahre Einsatz für die Menschen in den Bergen

Seit 100 Jahren steht die Bergrettung Leutasch im Dienst der Sicherheit in den Bergen. Beim Jubiläumsfest kürzlich in der Wettersteinhalle (Bericht HIER) wurde auf eine bewegte Geschichte zurückgeblickt – von den Anfängen mit Brieftauben-Alarmierung bis hin zur modernen Rettungsorganisation von heute. Die Freiwilligen der Bergrettung Leutasch leisten in unzähligen Stunden eine unbezahlbar wichtige Arbeit, und dafür gab es beim Jubiläumsfest viel Dank und Anerkennung.

Die geehrten Mitglieder der Bergrettung Leutasch: Konrad Schafferer, Kurt Nairz, Obmann Michael Strigl, Oswald Heis sowie Albert Neuner (nicht im Bild). Auf dem Foto die Geehrten mit Bgm. Georgios Chrysochoidis (l.), Landesleiter Ekkehard Wimmer (2. v. r.) und Bezirksleiter Ibk.-Land Josef Faltejsek (r.).
 | Foto: Rebeiz
  • Die geehrten Mitglieder der Bergrettung Leutasch: Konrad Schafferer, Kurt Nairz, Obmann Michael Strigl, Oswald Heis sowie Albert Neuner (nicht im Bild). Auf dem Foto die Geehrten mit Bgm. Georgios Chrysochoidis (l.), Landesleiter Ekkehard Wimmer (2. v. r.) und Bezirksleiter Ibk.-Land Josef Faltejsek (r.).
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Ausstellung bis August
Über diese Geschichte der Bergrettung Leutasch kann sich jeder selbst ein Bild machen: Die Ausstellung im Kulturhaus Ganghofermuseum zeigt schwierige Einsätze der Vergangenheit, die Entwicklung der Ausbildung, Ausrüstung und der Gerätschaften bis in die heutige Zeit und möchte damit all jene vor den Vorhang holen, die ehrenamtlich oftmals ihr eigenes Leben riskieren, um anderen zu helfen. Die Ausstellung ist bis 7. August 2026 geöffnet, jeweils Di. und Mi. von 10:00 bis 12:00 Uhr sowie Do. und Fr. von 15:00 bis 17:00 Uhr.

Die Ausstellung im Kulturhaus Ganghofermuseum zeigt schwierige Einsätze der Vergangenheit, die Entwicklung der Ausbildung, Ausrüstung und der Gerätschaften bis in die heutige Zeit. | Foto: Krug
  • Die Ausstellung im Kulturhaus Ganghofermuseum zeigt schwierige Einsätze der Vergangenheit, die Entwicklung der Ausbildung, Ausrüstung und der Gerätschaften bis in die heutige Zeit.
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100 Jahre Einsatz für die Menschen in den Bergen

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Luftaufnahme der Baustelle der „Tiroler Wohnbau“ im Ortsteil Ostbach – die Fundamente und Bodenplatten werden errichtet. | Foto: Gemeinde Leutasch
Die Ausstellung im Kulturhaus Ganghofermuseum zeigt schwierige Einsätze der Vergangenheit, die Entwicklung der Ausbildung, Ausrüstung und der Gerätschaften bis in die heutige Zeit. | Foto: Krug
Bgm. Jorgo Chrysochoidis gratuliert Bergrettungs-Urgestein und langjährigen Funktionär Kurt Nairz. Er schätzt das Ehrenamt sehr: "Wir haben im Ort ausgezeichnete Einsatzorganisationen mit Feuerwehr und Bergrettung, deren Einsatz unbezahlbar ist." | Foto: Rebeiz
Die geehrten Mitglieder der Bergrettung Leutasch: Konrad Schafferer, Kurt Nairz, Obmann Michael Strigl, Oswald Heis sowie Albert Neuner (nicht im Bild). Auf dem Foto die Geehrten mit Bgm. Georgios Chrysochoidis (l.), Landesleiter Ekkehard Wimmer (2. v. r.) und Bezirksleiter Ibk.-Land Josef Faltejsek (r.).
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