Gemeinde muss Finanzierung klären
Polling stellt die Weichen für Volksschul-Neubau
- Bmst. Ing. Alexander Weißenbichler und Bürgermeisterin Gabriele Rothbacher präsentieren die Varianten und die Schritte zur neuen Volksschule.
- Foto: Gerg Larcher / MeinBezirk
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Die Volksschule ist in die Jahre gekommen, der Platzbedarf deutlich gestiegen, es besteht auch nach Ansicht des Landes Tirol dringender Handlungsbedarf, wie Bgm.in Gabriele Rothbacher betont. Bei einer Gemeindeversammlung stellte Bmst. Ing. Alexander Weißenbichler die bisherigen Planungen für eine neue Volksschule vor. Als bevorzugte Lösung gilt ein Neubau auf einem anderen Grundstück. Beschlossen ist dieser aber noch nicht. Vor allem die Finanzierung und die Suche nach einem geeigneten Standort müssen weiter geklärt werden.
POLLING. Das bestehende Schulgebäude wurde 1970 errichtet und 1997 erweitert. Heute stehen rund 805 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Das von der Bildungsdirektion vorgegebene Raumprogramm umfasst hingegen rund 1.325 Quadratmeter – etwa 65 Prozent mehr. Neben ausreichend großen Klassenräumen braucht es unter anderem Gruppen- und Mehrzweckräume, eine zeitgemäße Turnmöglichkeit sowie Platz für Mittagessen und Nachmittagsbetreuung.
- Gut gefüllter Saal: Großes Interesse herrschte bei der Gemeindeversammlung im Vereinshaus Polling.
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Auch baulich bestehen Handlungsfelder: Bei einer Untersuchung durch Land Tirol und Bildungsdirektion wurden unter anderem Mängel bei Brandschutz und Fluchtwegen, Barrierefreiheit, Gebäudetechnik und Raumangebot aufgezeigt. Ein eigener Pausenbereich fehlt ebenso wie eine zufriedenstellende Lösung für die Verkehrssituation vor der Schule.
Eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten, Pädagogen, Elternvertretern und weiteren Interessierten untersuchte deshalb mehrere Möglichkeiten. Die Studie wurde im Juli 2026 abgeschlossen und anschließend mit dem Land abgestimmt. Dabei wurde der ursprünglich favorisierten Sanierungslösung ein Neubau an einem anderen Standort gegenübergestellt.
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Vier Varianten im Vergleich
Untersucht wurden die Sanierung und Erweiterung des bestehenden Gebäudes, ein Neubau am bisherigen Standort, ein Neubau auf einem anderen Grundstück sowie ein Bildungs- und Veranstaltungszentrum beim Vereinshaus. Letztere Variante wäre mit rund 14,2 Millionen Euro die teuerste und würde die Gemeinde laut Berechnung mit etwa 8,07 Millionen Euro belasten. Neben den Kosten wurden dabei auch Fragen zur Gefahrenzone am Giesenbach, zu Zufahrt und Fluchtwegen sowie zur Nutzung des Veranstaltungsbereichs berücksichtigt.
Für einen Neubau an einem anderen Standort spricht aus Sicht der Arbeitsgruppe vor allem die größere Gestaltungsfreiheit: Geplant sind vier Klassen für jeweils bis zu 25 Kinder, zwei Lerncluster, Räume für Gruppenarbeit, Bibliothek und Werkstatt sowie eine rund 10 mal 18 Meter große Turnhalle, die auch Vereinen zur Verfügung stehen könnte. Ein eigener Außenbereich und eine sicherere Bring- und Abholsituation wären ebenfalls möglich. Das bisherige Schulgebäude könnte später für andere kommunale Zwecke genutzt werden.
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Für die bevorzugte Variante C weist die aktuelle Zielrechnung Gesamtkosten von rund 10,86 Millionen Euro aus. Darin sind neben Bau- und Nebenkosten auch 1,05 Millionen Euro für ein Grundstück berücksichtigt. Nach einer angenommenen Förderung von rund 4,5 Millionen Euro verbliebe ein Gemeindeanteil von etwa 6,36 Millionen Euro. Die Förderung ist allerdings noch nicht verbindlich zugesagt.
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Finanzierung bleibt die große Hürde
„Wir können uns die Schule nicht leisten, dann auch nicht mit den zugesicherten Mitteln“, fasste Weißenbichler die schwierige Ausgangslage sinngemäß zusammen. Selbst mit einem angenommenen Darlehen von 4,19 Millionen Euro aus dem Gemeinde-Investitionsfonds – bei einem Fixzinssatz von einem Prozent und einer Laufzeit von 30 Jahren – wären die jährlichen Belastungen erheblich.
Für Kreditrückzahlung und laufenden Betrieb rechnet die Gemeinde mit rund 225.000 Euro pro Jahr. Dem standen im Budget 2026 nach Abzug laufender Erhaltungs- und Investitionsaufwendungen lediglich rund 23.600 Euro Überschuss gegenüber. Die Finanzierungslücke besteht grundsätzlich bei allen untersuchten Varianten.
Einsparungen könnten vor allem beim Grundstück, durch gemeindeeigene Leistungen und die Weiterverwendung vorhandener Einrichtungsgegenstände erzielt werden. In der vorgestellten Rechnung ergibt sich daraus ein Potenzial von insgesamt rund 1,45 Millionen Euro. Dennoch wäre zusätzliche Unterstützung nötig. Die Gemeinde will deshalb gemeinsam mit den zuständigen Stellen des Landes und weiteren Fördergebern nach einer tragfähigen Lösung suchen. Der Finanzierungsbeschluss für das vorgesehene Darlehen muss nach derzeitiger Planung bis Ende 2027 erfolgen.
- Grundstücksuche: Fragliche Grundstücke wurden entsprechend der Priorität eingefärbt.
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Grundstückssuche läuft
Eine zentrale Frage ist der Standort. In der Diskussion wurde auch eine Fläche im Bereich des bestehenden Spielplatzes angesprochen. Bürgermeisterin Rothbacher verwies auf Gespräche mit dem Land und mögliche Grundstückslösungen. Im Raum steht demnach, rund 5.000 Quadratmeter für den Schulbau verfügbar zu machen. Ob und unter welchen Bedingungen das gelingt, ist noch offen. Auch die Widmung und die Interessen der Grundeigentümer müssen geklärt werden.
Rothbacher betonte im anschließenden Gespräch, dass sie möglichst bis Ende November einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates erreichen möchte. Dafür sollen Gespräche mit der Gemeindeaufsicht und dem Land geführt werden. Mit dem Beschluss soll die Gemeinde ihre bevorzugte Richtung festlegen – eine endgültige Bauentscheidung ist damit noch nicht verbunden.
Nach einer Standortentscheidung wären unter anderem das Raumprogramm endgültig festzulegen, ein Planungswettbewerb durchzuführen und die notwendigen Genehmigungen einzuholen. Weißenbichler rechnet ab dem Start eines Planungswettbewerbs mit ungefähr einem bis eineinhalb Jahren bis zur Genehmigungsplanung; für die Bauzeit eines Neubaus veranschlagt er rund eineinhalb Jahre. Voraussetzung bleibt, dass Standort und Finanzierung gesichert werden können.
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- Bei der Gemeindeversammlung standen neben dem Volksschul-Projekt auch Glasfaser-Ausbau und die Trinkwasserversorung von Polling auf dem Programm (v.l.): Bgm.in Gabriele Rothbacher, GR Alexander Weißenbichler und Vize-Bgm. Thomas Norz (alle Allgemeine Bürgerliste Polling).
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