06.12.2017, 00:00 Uhr

Transit über die Salzstraße: Umleitung als Lösung für Dörfer

Bgm. Dietmar Schöpf an der Kreuzung, der LKW-Verkehr aus den umliegenden Gewerbegebieten ist eine Belastung für den Ort.

Vertreter der Salzstraßengemeinden fordern eine rasche Umsetzung einer neuen Verkehrslösung.

REGION. Die Belastungsgrenzen beim Verkehr sind schon überschritten, wenn man die Ortschefs und vor allem die Bürger der Salzstraßengemeinden reden hört. Gerade bei den Engstellen in Hatting, Inzing, Flaurling und Pfaffenhofen staut es sich öfters. Eine dramatische Verschlechterung der Situation befürchten die Gemeinden, wenn das Hochregallager in Polling fertiggestellt ist, es droht zusätzlicher Schwerverkehr. "Eine Lösung muss her", so der Hattinger Bürgermeister Dietmar Schöpf und will Taten sehen.

Überlastete Ortsdurchfahrten

Die Kreuzung im Hattinger Ortskern ist schon jetzt ein überlasteter Knoten. Bis zu 6000 PKW und LKW müssen durch Hatting und Inzing, um den Autobahnknoten Zirl-West zu erreichen. Auf der anderen Seite ziehen LKW durch Flaurling, Oberhofen und Pfaffenhofen, um zum Autobahnknoten Telfs-West zu gelangen.

Künftige Entwicklung: Handeln nötig!

Das riesige Versandhauslager, das derzeit in Polling buchstäblich aus dem Boden schießt sowie die künftige Entwicklung im Gewerbegebiet Polling/Flaurling, sehen die Ortschefs nicht als einzige Problematik. Es ist auch der starke Zuzug zu den Gemeinden und der damit verbundene Wohnbau. Der zusätzliche Verkehr der Pendler bedeutet eine neue Herausforderung für die Salzstraßengemeinden. Der Hattinger Ortschef hat in der letzten Gemeindeversammlung gespürt, wie sehr dieser Verkehr die Bevölkerung nervt.
Der Pollinger Bgm. Gottlieb Jäger erklärt sich solidarisch mit den Nachbargemeinden: "Die Firmenleitung von Personalshop ist auch sehr daran interessiert, die Belastung nicht nur im eigenen Ort, auch überregional einzuschränken und will sich dafür auch einsetzen."

Landtagswahlen eine Chance

Politisch wird jetzt Druck gemacht: "Es stehen Landtagswahlen an, diese Chance wollen wir auch nutzen, um den KandidatInnen Versprechen abzuringen, dass hier etwas weiter geht", erklärt Bgm. Dietmar Schöpf, er steht an vorderster Front der belasteten Gemeinden und kämpft für eine neue Verkehrslösung. Gegenüber dem Land will man aber gemeinsam auftreten, da wirkt der Planungsverband unter Obmann Christian Härting auf die obersten Stellen ein, erklärt Schöpf.

Umfahrungsstraße und Anbindung an A12

Die bestehende Unterführung in Hatting ist für den schweren LKW-Verkehr nicht geeignet, die Durchfahrtshöhe ist auf 3,5 Meter beschränkt. Eine neue Trassenführung auf der Salzstraße wäre eine Lösung: Eine Umfahrung parallel zum Inn und eine Lkw-taugliche Autobahnanbindung über die Brücke von Hatting zur A12. In der Sache wurde man bereits im heurigen Feber beim zuständigen Landesrat Josef Geisler vorstellig. "Über 50% des Verkehrs würden über diese Umfahrung abgeleitet", erhofft sich Schöpf eine Beruhigung für den Ortskern.
Zwei Varianten sind Thema in der Planungsverbandssitzung diese Woche (Donnerstag, 7.12.), erklärt Bgm. Christian Härting: "Dabei wird ein Grundsatzbeschluss gefasst. Dann werde ich einen Termin mit LR Geisler vereinbaren, wir wollen das noch vor der Wahl im Land deponieren." Ob und wie bald die Landesregierung das Projekt zur Umsetzung bringt, ist eine Frage der Finanzierung und der Dringlichkeit.
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