30.11.2016, 00:01 Uhr

Wahlhelfer in unserer Region bereit für ihren Einsatz

Wahlhelfer in Telfs und Zirl (v. li.): Julia Waldhart ist zum 2. Mal Wahlhelferin in Telfs; Fred Pöschl ist seit 30 Jahren Wahlhelfer in Telfs; Albert Öfner, seit 1986 Wahlhelfer in Zirl; Peter Pichler (47) aus Zirl, seit heuer auch ein Wahlhelfer. (Foto: Privat)

Bei der Wiederholung der Stichwahl am Sonntag sind auch die Wahlhelfer wieder gefordert.

REGION. Die Stichwahl zwischen Alexander van der Bellen und Norbert Hofer steht am 4. Dezember an. Viele Wahlhelfer werden die bei dieser Wahlwiederholung wieder ehrenamtlich im Einsatz stehen. Wie frustriert oder wie motiviert sind die Wahlbeihelfer, am 2. Adventsonntag ihrer Aufgabe nachzukommen?
Ein Urteil des Verfassungsgerichtshofes (VfGH), der formale Fehler bei der Stichwahl am 22. Mai festgestellt hat, hat den Freiwilligen das eingebrockt, die noch dazu bei einer bundesweiten Diskussion im Focus standen. Die BEZIRKSBLÄTTER befragte einge der Freiwilligen Wahlbeisitzer, sie kontrollieren den Wahlvorgang und die Auszählung der Stimmen sowie Wahlkarten und werden von den Parteien nominiert. Oft sitzen sie am Wahl-Sonntag viele Stunden in den Räumen der Gemeinde, von der Gemeinde gibt es dafür nur Essen, Getränke - und ein Danke!

Julia Waldhart, Grüne

Julia Waldhart (24) von den Telfer Grünen ist jetzt zum zweiten Mal als Wahlhelferin bei einer Wahl mit dabei: "Mir gefällt die Tätigkeit sehr gut und deshalb habe ich vor, noch viel öfter in dieser Form mich bei Wahlen zu beteiligen." Die junge Web-Designerin findet, dass Wahlen etwas sehr spannendes sind: "Ich motiviere auch andere, ihr Wahlrecht in Anspruch zu nehmen." Die Wahlhelfer sind motiviert, die Zusammenarbeit untereinander funktioniert gut. Vor jeder Wahl werden alle Wahlbeihelfer geschult: "Jedem wird erklärt was man machen darf und was nicht und wann Stimmen gültig oder ungültig sind. Ich arbeite nach besten Wissen und Gewissen." Nach der Wahl geht's mit der Partei zum gemeinsamen Essen: "Dabei verfolgen wir das weitere Wahlgeschehen und diskutieren über die verschiedenen Ergebnisse - das ist Entschädigung genug für mich."

Fred Pöschl, FPÖ

Fred Pöschl (50) von den Telfer Freiheitlichen ist schon seit über 30 Jahre als Wahlhelfer aktiv – mit einer langen Pause dazwischen – wie er erklärt: "Die letzten sechs Jahre war ich aber bei jeder Wahl dabei. Da ich als Funktionär indirekt aber auch schon mal direkt als Kandidat betroffen bin, ist es für mich selbstverständlich, diese wichtige Funktion wahr zu nehmen." Pöschl spricht von einem freundschaftlich respektvollen Umgang unter den Telfer Wahlhelfern: "Was sehr interessant ist, sind doch meist in einem Wahlsprengel alle werbenden Parteien vertreten."

Albert Öfner, SPÖ

Der Pensionist Albert Öfner von der SPÖ in Zirl macht diesen Job seit 1986: "Etwa 40 mal war ich bereits im Einsatz, ich werde es auch weiterhin machen, so lang ich zählen kann und ich benötigt werde." Zur Motivation-Frage meint Öfner: "Unsere Vorfahren haben für die Einführung des Wahlrechts und der Demokratie gekämpft und oft Nachteile erfahren. Meinen Großvater haben sie wegen seiner Einstellung eingesperrt in Zeiten, wo man nicht mehr auswählen konnte. Seine Aussage war immer: Ihr Jungen geht’s bitte wählen, es ist eine der größten Errungenschaften der Menschheit und bedeutet Frieden – das ist meine Motivation. In Anbetracht meines Erbes opfere ich diesen Sonntag gerne." Die Aufhebung der Stichwahl durch den VfGH ist Öfner ein Dorn im Auge: "Es wurde keine einzige Wahlmanipulation nachgewiesen!"

Peter Pichler, SPÖ

Peter Pichler (47) Angestelter aus Zirl. hat heuer bei der Gemeinderatswahl begonnen, sich als Wahlhelfer zu betätigen: "Die bevorstehende Wiederholung der Stichwahl ist also erst mein fünfter Wahlgang in dieser Funktion. Der Hauptgrund für meine Mitarbeit war, dass ich bei der Gemeinderatswahl selbst für den Gemeinderat der Marktgemeinde Zirl kandidiert habe. Vorher wurde ich eigentlich nie darauf angesprochen. Solange meine Mitarbeit benötigt wird, mach ich das sehr gerne." Den Sonntag-Einsatz für diese Funktion sieht Pichler nicht als Opfer, sondern "als ganz selbstverständlichen Teil meiner Arbeit als Gemeindemandatar." Die Entscheidung des VfGH kann Pichler nur schwer nachvollziehen: "Ich halte die Wahlwiederholung insgesamt für entbehrlich."

Neues bei der Wahl am 4. Dezember

Neben der Wahlverständigungskarte muss jeder Wahlberechtigte unbedingt auch einen Identitätsausweis mitbringen (Führerschein, Pass ...), erklärt Bernhard Scharmer, Amtsleiter in Telfs sowie Obmann der Tiroler Gemeindeamtsleiter und Obmann-Stv. der Gemeindeamtsleiter Österreichs. Auch dann, wenn man "amtsbekannt" ist. Wenn die Mehrheit der Wahlbehörde den Wahlberechtigten kennt, geht das in Ordnung, so Scharmer: "Es kann aber auch sein, dass im Sprengel Leute tätig sind, die diesen oder jenen nicht kennen, und dann ist der Ausweis erforderlich. Das wird dann auch alles genau protokolliert", weist der Telfer Amtsleiter auf die Verschärfung der Richtlinien hin. Wer den Lichtbildausweis vergisst, dem könnte die Stimmabgabe verwehrt werden. Für Medien gilt ein striktes Fotografierverbot an der Wahlurne, auch muss künftig jeder Wähler sein Briefchen selbst in den Schlitz der Wahlurne schmeißen, Helfer soll es keine mehr geben.
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