Sie haben nichts auf dem Kerbholz

Tom Bardeck und Joachim Knauß lugen durch eine Holzkiste, die sie gerade gezimmert haben.
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  • <b>Tom Bardeck und Joachim Knauß</b> lugen durch eine Holzkiste, die sie gerade gezimmert haben.
  • hochgeladen von Theresa Kaserer-Peuker

KUCHL (tres). Bei unserem Rundgang durch das Gebäude haben wir allerdings keine der Schülerinnen angetroffen, dafür aber viele begeisterte Burschen. Alles brave Schüler, wie Werkstättenleiter Alexander Schuster betont: "Gröbere Vorkommnisse, wie in vielen anderen Schulen, gibt es bei uns nie."

Warum nicht? "Es ist einfach super hier", strahlt Thomas Eder, Schüler des Holztechnikums Kuchl. Die Ausbildungsstätte vereint die HTL für Wirtschaftsingenieure und Holztechnik (fünfjährige Ausbildung) sowie die Fachschule für Holzwirtschaft (vierjährige Ausbildung) unter sich. Auch die Ausbildung zum Werkmeister (zweijährig und berufsbegleitend) ist hier möglich.

Abwechslung macht Freude

Was speziell super ist, haben wir Thomas Eder gefragt. "Abwechslungsreich ist der Unterricht. Ich bekomme als HTL-Schüler von allen Bereichen etwas mit und darf viel handwerklich machen." Sein Mitschüler Bastian Ecker erklärt: "Das Holztechnikum hat einen sehr guten Ruf. Wenn man hier mit der Ausbildung fertig ist, das heißt schon was!"

Johanna Kanzian vom HTK (Marketing, Lehre) informiert, dass die Absolventen am Arbeitsmarkt tatsächlich sehr gefragt sind: "Die meisten werden gleich nach Ende der Ausbildung von einem Betrieb übernommen."

Begehrte Holz-Osterhasen

Ein Teil der Diplomprüfung der Fachschüler ist immer ein Praxisprojekt. Gerade arbeiten z. B. einige an der Realisierung eines Holz-Bushäuschens für die Ramsau. Werkstättenleiter Schuster erklärt: "Die Firmen kommen mit den Aufträgen auf uns zu und unsere Schüler fertigen die Projekte kostenlos an. Die Auftraggeber bezahlen nur die Materialkosten." Bevorzugt werden soziale Projekte. Jakob Riegler fertigt z. B. gerade ein Therapiegerät aus Holz für den Therapiegarten im LKH Salzburg an: "Hier lernen die Patienten wieder das Fühlen und Greifen."

Aber auch kleinere Dinge stellen die Schüler her. Momentan sind die Holz-Osterhasen ein Renner, aber auch Holz-Blumen zum Muttertag, nach Wunsch auch mit Gravur. Erhältlich sind sie direkt im HTK. Der Erlös wird für den Sozialfonds der Schule verwendet, z. B. wenn sich ein Schüler eine Sportwoche nicht leisten kann.

Immer mehr Mädchen

Die Schüler des HTK kommen aus ganz Österreich und darüber hinaus, 10 % sind Mädchen. "Natürlich könnten es gerne noch mehr sein", sagt Schuster, "die Berufsaussichten sind sehr gut."
Wie kommt es, dass Frauen noch eher spärlich Interesse zeigen? "Wahrscheinlich, weil die Arbeit mit Holz früher ein reiner Männerjob war, ein körperlich harter Beruf. Heute ist das anders."

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