05.10.2016, 09:03 Uhr

Zeit anstatt Geld schenken

Ein gutes Team: Nadine Brunner und Horst Eckstein mit Abshir Abdi Ahmed.

Abshir Abdi Ahmed (17) flüchtete allein von Somalia nach Österreich. Er hat nun in Hallein Freunde gefunden, die ihm helfen. Auch Sie können helfen!

HALLEIN (tres). "Wir können uns ein Leben ohne Abshir gar nicht mehr vorstellen", sagt Nadine Brunner. Gemeinsam mit Horst Eckstein ist sie Pate für einen minderjährigen Asylwerber, der ohne seine Familie die lange und gefährliche Flucht aus seiner Heimat gewagt und geschafft hat.

Flucht vor dem Krieg

Abshir Abdi Ahmed ist 17 Jahre alt und seit eineinhalb Jahren in Österrreich. Sein Heimatland ist Somalia in Afrika, wo ein erbitterter Bürgerkrieg zwischen Kriegsherren, Clans und diversen Gruppierungen und Milizen tobt. "Ich gehöre in Somalia einer Minderheitengruppe an", erzählt der Flüchtling, der schon gut Deutsch spricht, "meine Familie und ich sind immer ungerecht behandelt worden, wir waren rechtlos. Es gab Erpressung und Gewalt. Dann sollte ich zum Militär eingezogen werden und da bin ich geflüchtet." Seine Familie blieb in Somalia zurück.

Nun hofft der Jugendliche, der momentan in der Wohngemeinschaft "Hayat" in Hallein untergebracht ist, auf ein friedliches neues Leben in Österreich.

Sein größter Wunsch wäre, einen positiven Asylbescheid zu bekommen. Danach würde er gerne den Pflichtschulabschluss machen und Automechaniker werden. Dafür lernt er Deutsch. "Abshir ist total fleißig. Es ist gar nicht einfach, Deutsch zu lernen, weil seine Muttersprache ganz anders ist", erklärt Horst Eckstein, "wir haben umgekehrt versucht, seine Sprache zu lernen, aber es gleich wieder aufgegeben. Das ist nämlich richtig schwer. Wir haben großen Respekt vor allen Flüchtlingen, die unsere Sprache erlernen."

So werden Sie Pate

Was aber heißt es, ein Pate für einen Flüchtling zu sein? Das Projekt "Open Heart" der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) sucht immer wieder Ehrenamtliche, die eine Bezugsperson für minderjährige Asylwerber sein wollen.
Allein in Salzburg leben nämlich rund 450 Jugendliche, die ohne Familie ins Land gekommen sind. Sie sind ganz auf sich allein gestellt. Deshalb vermittelt die kija Salzburg ihnen seit Sommer 2015 ehrenamtliche Paten, die von der kija ausgebildet, begleitet und gecoacht werden.

"Wir treffen uns einmal in der Woche mit Abshir, schreiben uns regelmäßig Nachrichten und helfen ihm bei organisatorischen Dingen. Schön sind auch unsere gemeinsamen Ausflüge", berichtet Nadine Brunner, "Er ist für uns zu einem echten Freund geworden." Auch Abshir Abdi Ahmed möchte seine zwei Paten nicht mehr missen. Seit kurzem spielt der Somali auch begeistert beim Fußballverein Union Hallein. "Ich bin Österreich dankbar, dass ich hier sein darf", sagt der 17-Jährige, "speziell Nadine und Horst und der Hayat habe ich viel zu verdanken."

Sie möchten Pate werden? kija@salzburg.gv.at, www.kija-sbg.at oder Tel. 0662 43 05 50.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.