Gefahr für Abfall-Transporte
Droht Tirol die Rückkehr in die LKW-Ära?
- Ohne Bahnzwang könnten bald tausende zusätzliche LKW mit Abfall durch Tirol rollen.
- Foto: TAWV
- hochgeladen von Melis Sahin
Seit 15 Jahren fährt Tirols Abfall klimafreundlich per Bahn. Doch dieses Erfolgsmodell wankt. Droht jetzt die Rückkehr des LKW-Verkehrs?
TIROL. Der Tiroler Abfallwirtschaftsverband (TAWV) richtet einen dringenden Appell an die Landesregierung: Der verpflichtende Bahntransport von Abfällen müsse unbedingt bestehen bleiben. Fiele diese Regelung, könnten bald tausende zusätzliche LKW über Tirols Straßen rollen – mit enormen Belastungen für Gemeinden, Anrainer und Umwelt.
Seit Jahren gilt Tirol als Vorreiter in der nachhaltigen Abfallwirtschaft. Nun steht dieses Modell am Prüfstand, und die Sorge in der Bevölkerung wächst.
Erfolgsmodell Bahn seit 15 Jahren
Bereits seit 15 Jahren wird im Ahrental aufbereiteter „Brennstoff aus Abfall“ – rund zwei Drittel des gesamten Nordtiroler Abfalls – zuverlässig per Bahn transportiert. Dazu kommen Altpapier und Schrott, die ebenfalls über die Schiene ihren Weg nehmen.
„Unsere Kooperation mit der Bahn entlastet Straßen und damit Gemeinden und Anrainer“
, erklärt TAWV-Obmann Dr. Egger. Die Vorteile liegen auf der Hand: Effizienz, Sicherheit und vor allem Klimaschutz.
Ungleichheit zwischen kommunalem und gewerblichem Abfall
Besonders unverständlich ist für den Verband, dass kommunale Abfälle seit 15 Jahren erfolgreich und freiwillig per Bahn transportiert werden, während Gewerbe- und Industrieabfälle künftig wieder auf die Straße sollen. „Auch Tirols Abfallhändler brauchen klare Regelungen“,fordert Egger.
Dass die Schiene teurer ist, stimme nicht durchgehend: In den Bezirken Imst und Landeck ist der Bahntransport sogar günstiger als die Straße.
Bahntransport sichert Tirols Vorreiterrolle
In den kommenden Wochen soll über die Zukunft des Bahnzwangs entschieden werden. Der TAWV pocht darauf, diese Regelung beizubehalten. Nur so könne Tirol seine Vorreiterrolle in der Abfallwirtschaft behaupten und zusätzliche Belastungen für Bevölkerung, Straßen und Klima verhindern.
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