Sieghartskirchen
Sauerei: Tierqual im Schweinestall

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24. Juni 2020: Update

Anzeige wegen Tierquälerei erstattet

Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler bestätigt die vom VGT aufgezeigten "Missstände im Schweinestall".

"Ich bin sofort hingefahren und habe die vom Verein gegen Tierfabriken aufgezeigten Missstände festgestellt",

so der Amtstierarzt gegenüber den Tullner Bezirksblättern. Tatsächlich weisen die Tiere abgebissene Ohren und Schwänze auf, Kadaver hat Hofer-Kasztler in der Mülltonne der Saria gefunden. Aufgrund der Verfärbung /violett-schwarz/ könne man davon ausgehen, dass der schon fünf oder sechs Tage im Stall gelegen hat, bevor er entsorgt wurde – wie im Video des VGT gezeigt.
Warum nagen Schweine an anderen? "Die Tiere brauchen ein Beschäftigungsmaterial, um das natürliche Bedürfnis zum Kauen zu befriedigen. Es muss ein Mindestmaß an Kanthölzern zur Verfügung gestellt werden. Denn gerade bei der Haltung auf einem Vollspaltenboden ist die Umwelt nicht interessant. Und dann beginnen sie bei den anderen Tieren zu lutschen. Warum die sich das gefallen lassen – das ist auch ein Rätsel, das die Wissenschaft noch nicht gelöst hat", informiert der Amtstierarzt.
Die nächsten Schritte? Anzeige wegen Tierquälerei wurde erstattet: "Es wurde ein klarer Schaden durch die Haltung verursacht, wichtig ist aber, dass umgehend erste Maßnahmen getroffen wurden. Die Güllelarven wurden entfernt, das Klima im Stall verändert. Beschäftigungsmatermial muss zur Verfügung gestellt werden", so Hofer-Kasztler.

19. Juni 2020: Update:

Grüne fordern Verbot der Spaltenbodenhaltung

Sieghartskirchner Grüne fordern endlich ein gesetzliches Verbot der Spaltenbodenhaltung
Thomas Derntl: "Wir wollen dass es faktenbasierend eine Diskussionen gibt – die Spaltenbodenhaltung ist ein politisches Thema!"

Presseaussendung der Grünen:
Am 16. Juni 2020 veröffentlichte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) ein Video, das schwere Missstände in einem Zulieferbetrieb der Firma Berger aufzeigt. Firmenchef Rudolf Berger zeigte sich laut Bezirksblatt vom 16. Juni, aktualisiert am 17. Juni 2020, persönlich betroffen und erklärte, alle 44 Vertragslandwirte noch engmaschiger kontrollieren zu lassen. Der betreffende Betrieb sei bis zur Klärung der Vorwürfe als Lieferant gesperrt worden.
Wir Sieghartskirchner Grüne wünschen uns jetzt eine rasche Aufklärung der Vorwürfe und Beseitigung der aufgezeigten Missstände, damit weiteres Tierleid zumindest verringert werden kann, und auch die bekannte Qualitätsmarke Berger Schinken seine hohe Reputation nicht verliert!
Wir begrüßen daher die von Mag. Rudolf Berger avisierte intensivierte Kontrolle seiner Zulieferer und erwarten uns auch eine transparente Information der Öffentlichkeit dazu.
Der Schutz des Tieres ist ganz besonders in der Schweinemasthaltung noch immer nicht ausreichend gesetzlich verankert. Das im vergangenen Jahr gestartete Tierschutzvolksbegehren, das wir Grüne unterstützen, ist dazu eine Initiative, mit dem Ziel, die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Tierhaltung deutlich zu verbessern.
Wir fordern daher eine intensivierte politische Diskussion über die Anliegen des Tierschutzvolksbegehrens und ganz besonders ein gesetzliches Verbot der Spaltenbodenhaltung", so die Grünen.

17. Juni 2020

UPDATE: Missstände bei Zulieferbetrieb – Berger sperrt Lieferant

Berger Schinken setzt nach Bekanntwerden der Missstände eines Zulieferbetriebes Konsequenzen.

SIEGHARTSKIRCHEN. Der Verein gegen Tierfabriken VGT hat gestern früh (16. Juni) ein Video veröffentlicht, das Missstände bei einem Zulieferbetrieb für Berger Schinken aufzeigt. Rudolf Berger, Geschäftsführer von Berger Schinken, zeigt sich von den Bildern persönlich betroffen – wie berichtet, siehe Artikel unten. Schnell hat man jedenfalls reagiert: Bis zur finalen Klärung der Vorwürfe wurde der betroffene Betrieb als Lieferant für Berger Schinken gesperrt.  „Wir prüfen den Sachverhalt und die Vorwürfe, wurden aber seitens des VGT noch nicht kontaktiert und konnten daher das vollständige Bild- und Videomaterial noch nicht beurteilen,“ so Berger.

Verein gegen Tierfabriken protestiert vor Berger Schinken

16. Juni, 13 Uhr:
Protestkundgebungen des "Verein gegen Tierfabriken" vor der Firma Berger Schinken gab es heute, 16. Juni. Warum und wie man mit der Demonstration umgeht – die Bezirksblätter waren live vor Ort.

SIEGHARTSKIRCHEN. "Das Traditionsunternehmen „Berger-Schinken“ bemüht sich sehr, die Haltung der Schweine, die in Sieghartskirchen geschlachtet werden, zu beschönigen – „regional-optimal“ steht auf der Webseite, mit dem Foto eines Schweinebetriebs in der Nachbarschaft, der sogar einen Vorzeigestall mit etwa 200 Tieren im Stroh hat.

Das sind die Showschweine,

meint David Richter vom Verein Gegen Tierfabriken (VGT).

David Richter und Daniela Demel mit den Bildern.
  • David Richter und Daniela Demel mit den Bildern.
  • Foto: Karin Zeiler / Bezirksblätter NÖ
  • hochgeladen von Karin Zeiler

Dahinter in den Fabrikshallen würden sich weitere 2.300 Schweine unter ganz anderen Bedingungen befinden, heißt es vonseiten des VGT. Die Bilder davon halten Richter und Daniela Demel (beide VGT) in Händen. Dem Verein zugespielte Videos würden verletzte Schweine auf Vollspaltenboden ohne Stroheinstreu, Tiere mit abgebissenen Ohren und Schwänzen sowie verletzten Gelenken zeigen. "Schweine sollen auf Stroh leben dürfen", so Richter.

Nicht entschuldbare Missstände

Persönlich betroffen über das Bildmaterial aus dem Stall zeigt sich Firmenchef Rudolf Berger. Er spricht von nicht entschuldbaren Missständen:

"Die Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen in der Tierhaltung ist für uns nicht verhandelbar. Selbstverständlich müssen alle unsere Zulieferbetriebe diese Voraussetzungen erfüllen – wir kontrollieren diese sowohl durch eigene Tierwohlbeauftragte als auch durch öffentliche Kontrollstellen. Diese Kontrollen haben hier augenscheinlich versagt",

so Berger, der weiters mitteilt, dass man "alle 44 Vertragslandwirte sofort von unabhängigen und anerkannten Fachleuten noch engmaschiger als bisher kontrollieren lassen wird".

Firmen-Chef Rudolf Berger setzt Konsequenzen.
  • Firmen-Chef Rudolf Berger setzt Konsequenzen.
  • Foto: Karin Zeiler / Bezirksblätter NÖ
  • hochgeladen von Karin Zeiler

Abseits der aktuellen Situation unterstützt Berger das Anliegen des VGT, Vollspaltenböden durch andere Böden zu ersetzen. Das ist jedoch eine Entscheidung des Gesetzgebers.
Vier von Bergers 44 Vertragslandwirten haben die Forderung schon umgesetzt: Doppelte Fläche, Auslauf für die Tiere ins Freie, Stroheinstreu ...

Sorgen für Sicherheit: Christoph Hradil und Josef Gurschl.
  • Sorgen für Sicherheit: Christoph Hradil und Josef Gurschl.
  • Foto: Karin Zeiler / Bezirksblätter NÖ
  • hochgeladen von Karin Zeiler

Flankiert wurde der Protest von der Polizei: "Die Demonstration läuft sehr friedlich ab und sie war angemeldet", informieren Josef Gurschl und Christoph Hradil.

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