17.06.2015, 07:26 Uhr

Übung: Giftwolke über Zwentendorf

Atomkraftwerk als Schauplatz: 400 Einsatzkräfte trainierten den Ernstfall.

ZWENTENDORF / BEZIRK TULLN. 400 Einsatzkräfte aus 13 verschiedenen Einsatzorganisationen tummelten sich gestern Abend in Zwentendorf beim Atomkraftwerk – die größte Katastrophenschutzübung wurde durchgeführt.
Auch wenn anfangs "nur" von einer Übung die Rede war, "mittlerweile ist sie die größte Bezirksübung", stellte Bezirkshauptmann und Einsatzleiter Andreas Riemer fest.

Ammoniakaustritt nach Erdbeben

Zehn Szenarien wurden durchgespielt, begonnen mit der Evakuierung eines Hauses, ein Erdbeben der Stärke 7 sei aufgetreten, eine Ammoniak-Wolke der DonauChemie breite sich aus, so die erste Übung, bei der Hermine und Karl Tili aus Wolfpassing als Statisten mitmachten. Dass hier im sichersten Atomkraftwerk der Welt überhaupt trainiert werden darf, das ist der EVN zu verdanken: "Hier geht es darum, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert", wünscht Pressesprecher Michael Kovarik dass "die Einsatzorganisationen der Situation Herr werden".

Mann über Bord

Auch auf der Donau hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun: Denn hier hieß es "Mann über Bord", die Rettungstaucher zwängten sich in ihre Neoprenanzüge und schon ging's los. Der Feuerwehrmedizinische Dienst unter Martine Zobl-Hesse erwartete die Geretteten bereits: "Die Verletzten werden hier direkt erstversorgt", zeigt sie auf das Zelt.

Kommunikation zusammengebrochen

Der Stresspegel war hoch, eine besondere Herausforderung war es, die Organisationen zu koordinieren. Doch was, wenn die gesamte Kommunikation zusammenbricht? Dann errichten die Amateurfunker eine Notverbindung, so wie auch Elke und Robert Novacsek aus Reichersberg, die ebenso wie Florian Zwingl aus Neulengbach und Wolfgang Bachschwell aus Wien an der Übung teilnehmen. "Dass man mit diesem Draht eine europaweite Verbindung herstellen kann", das fasziniert Bachschwell.

Spürnasen unterwegs

Mit ihren Vierbeinern rückten die Österreichische Rettungshundebrigade sowie die
Rettungshunde Niederösterreich an. Personen, die sich versteckt hatten, mussten gefunden werden. Beide Organisationen wurden jedoch während der Übung zu einem Sucheinsatz nach Purkersdorf gerufen und mussten so vorzeitig aufbrechen. "Der Vermisste konnte von der Polizei leider nur mehr tot aufgefunden werden", informiert Stefan Tucek.
Die Gesamteinsatzleitung der größten Katastrophenschutzübung befand sich in der Bezirkshauptmannschaft Tulln, von wo aus sie gesteuert wurde. Der behördliche Führungsstab leitete den Einsatz und unterstützte Riemer, der im Übungsraum anwesend war und betonte: "Ich sag' immer bei einer Übung dürfen Fehler passieren, im Ernstfall nicht mehr!"

Video auf Facebook, Bezirksblätter Tulln
Karin Zeiler, 0664 80 666 5640, karin.zeiler@bezirksblaetter.at
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