09.02.2017, 10:00 Uhr

Puchenauer wollen Donau-Treppelweg nicht verlieren

Viele Puchenauer wollen Wanderweg nicht gegen Radweg tauschen.

PUCHENAU (fog). Bei der Vorstellung der Radhauptroute Linz-Puchenau im Buchensaal spürte das Landesbeamten-Team rund um Günther Knötig starken Gegenwind. Wie berichtet, soll der Radweg im Zuge des Baus der neuen A26-Donaubrücke von der nördlichen Seite entlang der Rohrbacher Straße (B127) zur Donau verlegt und zu einer 3,5 Meter breiten Radhauptroute werden.

Beliebter Treppelweg

Einen halben Meter unterhalb des Niveaus des Gleises der Mühlkreisbahn, über dem sogenannten Treppelweg, soll gebaut werden.
Mit dieser Planung könnte sich das Land OÖ eine 2,5 Mio. Euro teure Radfahrerunterführung bei der Anschlussmauer ersparen und noch dazu den Radweg, den Radtouristen zwischen Passau und Wien benützen, attraktivieren lassen. Der Autobahnbetreiber Asfinag würde den Weg großteils finanzieren, weil er gesetzlich verpflichtet ist, einen Ersatz für den bestehenden Radweg zu schaffen. Auch der Radweg zwischen Puchenau und Ottensheim soll in einem zweiten Bauabschnitt ab 2020 entlang des Treppelwegs verlaufen. Womit Knötig und die beiden Vertreter des Planungsbüros Sammer & Partner vermutlich bei der Diskussion weniger gerechnet haben, ist die große Bedeutung des Treppelwegs für die Puchenauer. "Sie nehmen uns den Wanderweg weg, in den wir viele ehrenamtliche Stunden gesteckt haben", sagte Anton Grottenthaler, Obmann des Vereins "Schönes Puchenau".

Gegen Mischverkehr

Heftig kritisiert wurde vor allem von Bewohnern der Gartenstadt 1 der geplante "Mischverkehr" von Radfahrern und Kfz in der Wilheringerstraße und Gartenstadtstraße. Ein Vergleich mit zwei Straßenzügen mit Mischverkehr in Graz kam beim Publikum nicht gut an. Ebenfalls kritisiert wurde von den Puchenauern, dass im Vortrag vorrangig von ganzjährigen Radpendlern die Rede war und weniger von der weit größeren Zahl Radtouristen ab dem Frühjahr.

Gemeinderat entscheidet

Bürgermeister Gerald Schimböck (ÖVP) steht nun vor der schwierigen Aufgabe, einen Grundsatzbeschluss im Gemeinderat zu fassen. "Bei diesem Widerstand von der Gartenstadt 1 wird keine Mehrheit zu schaffen sein."
Schimböck war mit den Vortragenden nicht ganz zufrieden. Und: "Für den Bereich zwischen Kreuzung Gemeindeamt und Linz ist abzuwarten, ob von den Planern nicht eine andere Variante präsentiert wird. Leider wurde die Variante hinter dem Bauhof nicht vorgestellt, wo kein Mischverkehr gegeben wäre." Die SPÖ sprach sich überhaupt für eine Bürgerbefragung aus.

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