24.09.2014, 10:51 Uhr

Pendler müssen in sauren Apfel beißen

(Foto: Marc Mimram)

Voraussichtlich 2,5 Jahre müssen die Mühlviertler ohne die Eisenbahnbrücke auskommen.

LINZ/BEZIRK (fog). Aufgrund von Behördenverfahren kann mit dem Bau der neuen Linzer Donaubrücke, anstatt der alten Eisenbahnbrücke, erst 2017 begonnen werden. Das französische Siegerprojekt wird allen Verkehrsteilnehmern die Donauquerung bieten. Ein ungutes Gefühl haben viele Mühlviertler Linz-Pendler bei dem Gedanken, dass der Brückenbau mehr als zwei Jahre dauern wird. In dieser Zeit steht für Auto & Co nur die Nibelungenbrücke, die Voestbrücke (A7) und eventuell noch die Steyregger Brücke zur Verfügung. "Eine Behelfsbrücke müsste doch möglich sein", sagt Nationalratsabgeordneter Michael Hammer (VP) aus Altenberg. Doch das Büro der zuständigen Linzer Verkehrsstadträtin Karin Hörzing (SP) winkt ab. "Behelfsbrücken sind wegen des Schiffsverkehrs unmöglich." Auch ein sogenannter Querverschub der Brücke, das heißt eine neue Brücke auf die Pfeiler der Eisenbahnbrücke zu setzen, sei überlegt worden. "Das hätte bei der architektonischen Gestaltung zu stark eingeschränkt, wäre zu teuer gekommen und hätte nur die Zeitersparnis von wenigen Monaten eingebracht", sagt Hörzing-Sprecher David Hirtner. Nach einer Verkehrszählung von Anfang 2014 fahren an einem durchschnittlichen Werktag zirka 15.500 Fahrzeuge über die Eisenbahnbrücke, 48.000 über die Nibelungenbrücke und 105.000 über die Voestbrücke. Die 15.500 werden sich wohl auf die verbleibenden Brücken aufteilen müssen. In den Stoßzeiten wird es bei Einfahrtsstraßen und Autobahnauffahrten zu noch größeren Staus kommen. Als Gegenmaßnahme möchte Linz die Takte der öffentlichen Verkehrsmittel ausdehnen. "Auch ein Park&Ride-System bei der Lederfabrik könnte kurzfristig umgesetzt werden", heißt es aus dem Hörzing-Büro. Als Übergangslösung kann sich die Verkehrsstadträtin auch ein zusätzliches Park&Ride-System auf dem Jahrmarktgelände vorstellen.

Reaktion der Bürgermeister
"Für die Puchenauer wird diese Zeit eine starke Belastung", sagt Bürgermeister Gerald Schimböck (VP), der es begrüßt hätte, die Eisenbahnbrücke zu erhalten. "Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben." Schimböck fürchtet Mega-Staus auf der Rohrbacher Straße (B127). Waldings Bürgermeister Erich Haas (SP) meint, dass eine Verlängerung der Schrankenöffnungszeiten in Alt-Urfahr etwas bringen könnte. Vor allem fordert er in der brückenarmen Zeit eine intakte Mühlkreisbahn. Dafür sieht es derzeit gut aus, denn die Wartungshalle der ÖBB am Bahnhof Rottenegg, welche einen Inselbetrieb möglich macht, steht kurz vor dem Baubeginn. Laut ÖBB fehlt nur mehr eine wasserrechtliche Bewilligung. Der Desiro bleibt dann bis 2019 auf der Mühlkreisbahn. Altenbergs Bürgermeister Ferdinand Kaineder (VP) kann sich vorstellen, dass einige Altenberger, die normalerweise über die Voestbrücke fahren würden, auf die Steyregger Brücke ausweichen könnten, "vor allem Pendler, die ins Hafengelände müssen". Auch für Engerwitzdorfer und Gallneukirchner wäre das eine Alternative. Kaineder fordert im Auhof mehr gebührenfreie Parkplätze: "Dann würden mehr auf die Bim umsteigen."
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Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung | 24.09.2014 | 10:56   Melden
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Benjamin Reischl aus Urfahr-Umgebung | 26.09.2014 | 11:36   Melden
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