Neue Bühne Villach
Erschreckend aktuell

Foto: Patrick C. Klopf
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Am 17. September war in der neuebuehnevillach die Premiere vom aktuellen Herbststück "The Who and the What" von Ayad Akhtar. Isabella Weger spielt die moderne Muslimin Zarina, wir haben sie zum Interview gebeten. 

Draustädter WOCHE: Wieweit spricht das Stück aktuelle Themen an? 
Isabella Weger:
Wenn man seinen Blick in diesen Tagen nach Kabul richtet, wird einem mit erschreckender Brutalität gezeigt, wie nah am Puls der Zeit Ayad Akthars Stück eigentlich ist. Was der Glaube alles anrichten kann – in positivem und natürlich negativem Sinne. Da ist es der neuebuehnevillach einmal mehr gelungen, ihr zentrales Anliegen umzusetzen.

Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet? 
Eigentlich habe ich es auch bei diesem Stück so gehandhabt, wie immer: ausführlich mit dem Text auseinandersetzen und versuchen zu erkennen, was der Autor erzählen möchte (wo unser großartiger Regisseur Michael Gampe dem ganzen Ensemble natürlich tatkräftig zur Seite gestanden ist). Ich habe lang überlegt, ob ich mich mit Sekundärliteratur eindecken und den Kontakt zu Menschen mit muslimischem Hintergrund suchen soll. Nach einigem hin und her habe ich mich dann allerdings dagegen entschieden. Es ist zwar schön und gut wenn man alle möglichen Ideen, Geschichten und Hintergründe kennt (vieles davon gehört ja sowieso zur Allgemeinbildung)… aber letzten Endes bin ich selbst nicht als Frau in diesem Glauben mit all seinem Für und Wider aufgewachsen. Und ich wollte kein "Abziehbild" eines Lebens bzw. etwas, was vielleicht als "so interpretiert die westliche Gesellschaft den muslimischen Glauben" aufgefasst werden könnte auf die Bühne stellen. Und so versuche ich, Zarina damit gerecht zu werden, dass ich die Parallelen zu ihren Problemen in meinem eigenen Leben gesucht und gefunden habe und dem Autor in seinen Worten folge.

Isabella Weger und ihre Schauspiel-Kollegen in "The Who and the What".  | Foto: Patrick C. Klopf
  • Isabella Weger und ihre Schauspiel-Kollegen in "The Who and the What".
  • Foto: Patrick C. Klopf
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Wie schwer ist es, als junge Frau eine Brücke zu schlagen: zwischen einem modernen Lebensstil und dem traditionellen kulturellen Erbe?
Ich hatte das Glück, in einer Familie aufzuwachsen, wo es mir recht schnell freigestellt wurde, wie und vor allem wie viel ich mich mit Tradition, Glauben und (teils veralteten) Lebensstilen auseinandersetzen möchte. Meine Figur Zarina steckt da in einer ganz anderen Zwickmühle. Einerseits will sie den Menschen zeigen, dass man quasi dazu verpflichtet ist, Dinge zu hinterfragen und nicht blind an Überlieferungen zu glauben – denn die können nur all zu leicht verdreht und zurechtgebogen werden. Anderseits weiß sie, dass sie durch ihre Arbeit an genau diesem Thema ihre eigene Familie zerstören könnte. Ein sehr schwieriger Spagat nicht nur zwischen traditionell und modern sondern auch zwischen einem Weckruf und Familie.

Ist das Stück eigentlich eine Komödie?
Ich persönlich finde, dass es durchaus viele lustige Momente gibt, die einfach aus einer gewissen Dynamik und Situationskomik heraus entstehen. Aber "The Who And The What" ist eigentliche keine Komödie. Es ist viel mehr. Es ist berührend, inspirierend, teilweise tragisch und gleichzeitig unterhaltsam. Ayad Akthar hat es geschafft, nicht nur den Einblick in eine muslimische Familie zu gewähren… eigentlich könnte es so JEDER Familie aus jeder Glaubensrichtung ergehen.

Foto: Patrick C. Klopf

Wie liefen die Proben, waren diese immer noch gezeichnet von Corona-Unsicherheit?
Die Proben verliefen für die aktuellen Umständen eigentlich relativ normal. Da wir (also die nbv), dank des Streamings letztes Jahr und den damit einhergehenden Proben, schon sehr viel Übung im Umgang und der sicheren Handhabung (Tests, Abstand, regelmäßiges Lüften, etc.) haben.

Gibt es zu dem Stück wieder einen Life-Stream?
Diesmal leider nicht. Das war mit den Verlagsrechten nicht möglich, da das Stück in Amerika verfilmt werden soll. ABER ein Grund mehr ins Theater zu kommen! "The Who And The What" ist definitiv ein Stück, das man nicht versäumen sollte!

Foto: Patrick C. Klopf
Isabella Weger und ihre Schauspiel-Kollegen in "The Who and the What".  | Foto: Patrick C. Klopf
Foto: Patrick C. Klopf
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