Kastration hilft Notfellchen

In einem verwahrlosten Zustand kam Miraculix zum Tiereck
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  • Foto: Kk/Tiereck
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VILLACH (aju). Die Villacherin Sandra Paul ist schon seit vielen Jahren ehrenamtlich bei der Lavanttaler Tierhilfe, dem Tiereck, tätig. In dieser Zeit hat sie sehr viel Tierleid gesehen aber auch vielen, von ihnen liebevoll Notfellchen genannten, Katzen geholfen. Sie weiß, wie wichtig Tierschutz und vor allem die Kastrationspflicht ist.

Spezialisten

Rund 600 Katzen hilft der Verein pro Jahr. Dafür setzten die Mitglieder ihre Freizeit, ihr Geld und besonders viel Herzblut ein. In ihrer Zeit beim Tiereck hat sie schon einiges erlebt, von diensthabenden Tierkliniken, die sie abgewiesen haben, über Anfeindungen und Beschimpfungen und natürlich nicht zu vergessen, unzählige Kätzchen, die nicht gerettet werden konnten, weil sie schon zu krank oder schwer misshandelt waren. "Ich bin oft den Tränen nahe, vor allem wenn ich daran denke, dass der Ursprung dieser Streunerproblematik eigentlich die unkontrollierte Vermehrung durch jene, die die Kastrationspflicht ignorieren oder umgehen, ist", sagt Paul.


Neues Tierschutzgesetz

Auch das neue Tierschutzgesetz schafft wenig Abhilfe: "Es besagt, dass Landwirte sich als Züchter, ohne große Auflagen, melden können und dann von der Kastrationspflicht befreit sind", sagt Paul. Gleichzeitig ist die Auswirkung für die Tiereck-Mitglieder, dass jeder, der eine Pflegestelle für Notfellchen in seinem Zuhause anbietet, einen Tierpflegekurs (Kosten 500 Euro) in Graz oder Salzburg besuchen muss. Zusätzlich müssen die Pflegestellen beim jeweiligen Veterinäramt gemeldet werden. "Das erschwert unsere Arbeit ungemein und viele lassen sich davon abschrecken", sagt Paul.

Vermehrung problematisch

Wird das Thema Kastration von Katzenhaltern nicht verinnerlicht, so sind sich die Tiereck-Mitglieder sicher, werden sich Probleme wie Inzucht und die Übertragung von Krankheiten nie wirklich in den Griff bekommen lassen.
"Durch unkontrollierte Vermehrung und Inzucht sind die kleinen Kätzchen oft verkrüppelt, haben keine hohe Lebenserwartung oder werden auch, vorwiegend auf Bauernhöfen, ihrem Schicksal überlassen", sagt Paul.
Katzenschnupfen sei ebenfalls eine häufige Folge der Vernachlässigung. Dieser kann so weit führen, dass Kätzchen ihr Augenlicht auf grausame Weise verlieren, das sind dann beim Tiereck die sogenannten "Piraten-Kätzchen".
Als zusätzliches Problem nennt Paul die Einstellung vieler Landwirte: "Viel zu oft hören wir: 'Das haben wir immer schon so gemacht', oder: 'Das regelt die Natur von selbst'".

Tiereck Bilanz 2016

- 600 Katzen wurden gerettet und versorgt
- Über 500 Katzen davon wurden im selben Jahr noch vermittelt
- 350 Kastrationen von Streunern sowie zugelaufenen, besitzerlosen Katzen wurden durchgeführt
- 100.000 Euro wurden für die medizinische Versorgung ausgegeben
- Weit über 50.000 Kilometer wurden gefahren (in Privat-Pkws)

Mithelfen

Mithelfen kann dabei jeder. So gibt es die Möglichkeit, bei Basaren wie zu Ostern oder zu Weihnachten zu spenden, eine Tierpatenschaft oder eine einmalige Namenspatenschaft zu übernehmen. Auch freuen sich die Pflegestellen immer über Sach- und Futterspenden. Spendenkonto: AT74 2070 6044 0071 9987, BIC: KSPKAT2KXXX.

Autor:

Julia Astner aus Spittal

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