31.08.2014, 06:42 Uhr

Beten nützt, hilft und tut der Seele gut

Mit der reinen Logik betrachtet mag es schon ein wenig komisch aussehen, wenn man mit einem Wesen spricht, das man nicht sieht. Zugegebenermaßen könnte man unter diesem Aspektman sogar auf die Idee kommen, dass derjenige, der dies tut mit einer Einbildungskraft ausgestattet ist, die ihn "nicht ganz normal" erscheinen läßt. Doch sind letztlich die Auswirkungen auf Körper und Seele so unübersehbar gut, dass eine rein äußerliche Betrachtungsweise unpassend oder sogar unzulässig ist.
Gleichzeitig ist Beten allein ohne gleichzeitiges oder nachfolgendes Tun zumeist zu wenig.

Dazu eine Geschichte, die ich vor vielen Jahren gehört habe:
Zwei Bauern betrachten ihre Felder. Einer meint:"Du hast herrliche Felder. Alles wächst und gedeiht über die Maßen. Wie sehr mußt du vom Herrn gesegnet sein."
Der zweite antwortet: "Wie recht du hast. Ich fühle mich sehr gesegnet. Doch du sollst wissen. Eine gehörige Portion Mist war auch dabei."

Und noch eine Geschichte, die ich selbst erlebt habe:
Meine Frau und ich fuhren die kroatische Küstenstraße entlang. Wir waren spät dran. Es war schon Nacht und im wahrsten Sinn des Wortes stockdunkel. Wer die Straße kennt, weiß, dass die Küste zum Teil unmittelbar neben Straße steil ins Meer abfällt. Es gibt bzw. gab damals keine wirklichen Leitplanken, sondern in erster Linie mehr oder weniger kleine Stein- oder Betonpoller. Diese könnten einen Absturz bei einem ungeplanten Abkommen von der Straße kaum verhindern. Zur besseren Sicht hatte ich das Fernlicht eingeschaltet und aufgeblendet. Bei Gegenverkehr schaltete ich das Fernlicht ordnungsgemäß aus. So fuhren wir Kilometer für Kilometer bis wieder einmal Gegenverkehr kam. Ich blendete ab und plötzlich war es mitten in einer gefährlichen Kurve stockdunkel. Astrid rief: "Licht ein!"
Doch es funktionierte nicht. Irgendwie gelang es mir in der Dunkelheit auf der Straße zu bleiben. Wir blieben stehen, und ich kam drauf, dass das nur mehr das Fernlicht funktionierte. Doch so konnten wir nicht weiterfahren. So würde es für die entgegenkommenden Fahrzeuge zu gefährlich werden. Doch was sollten wir tun. Es war nach Mitternacht. Niemand könnte uns helfen. Unser Quartier noch zig Kilometer entfernt.

Wir entschlossen uns zu beten. Wir schlossen die Augen und baten den Vater im Himmel uns im wahrsten Sinn des Wortes Licht zu schenken, damit wir sicher unser Ziel erreichen können und auch keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährden. Nach dem Amen öffneten wir die Augen und es passierte - nichts.
Traurig sassen wir im Auto und wußten nicht, was wir tun sollten. Da schlug Astrid mit den Worten: "Das gibt's ja nicht, dass das nicht funktioniert!" auf das Armaturenbrett und siehe da: Das Licht geht an und Fern- und Abblendlicht funktionieren blendend. Es war auch keine Reparatur nötig. Nie war das in der Folgezeit bei Service- und Jahrespickerl ein Thema. Die nächtliche "Reparatur" war dauerhaft und im wahrsten Sinn des Wortes wunderbar.

Vielleicht wäre der Schlag aufs Armaturenbrett auch ohne Beten effektiv gewesen. Aber vermutlich wäre er uns nicht eingefallen.

Es erinnert mich an die Worte Nephis:
Aber siehe, ich sage euch, daß ihr immer beten müßt und nicht ermatten dürft; daß ihr vor dem Herrn nichts tun dürft, ohne daß ihr zuallererst im Namen Christi zum Vater betet, daß er dein Handeln dir weihe, damit dein Handeln dir zum Wohlergehen deiner Seele gereiche.

https://www.lds.org/scriptures/bofm/2-ne/32.9?lang...

Ich kann es nur weiterempfehlen und jedem raten.
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