07.03.2017, 19:00 Uhr

C&A sperrt die Filiale am Villacher Hauptplatz zu

Derzeit läuft der ultimative Abverkauf. Diesen Samstag hat die C&A-Filiale am Villacher Hauptplatz ihren letzten Öffnungstag

Der Abgang des Moderiesen setzt Handelsstandort Villach weiter unter Druck.

VILLACH (kofi). Die Villacher Innenstadt gerät als Handelsstandort immer stärker unter Druck. Nach dem Nahversorger Billa und der Modekette Jones, dem Unterwäsche-Unternehmen Intimissimi, der Edel-Boutique Wöss, Libro und den beiden Outdoor-Spezialisten Salewa und Jack Wolfskin schließt nun auch der Textilriese C&A seine Filiale am Hauptplatz.


Schlussverkauf

Derzeit läuft der Schlussverkauf, am Samstag, dem 11. März, ist endgültig Sperrstunde. Das bestätigt die Konzernzentrale auf WOCHE-Anfrage. Auch, dass zehn Mitarbeiter betroffen sind, die man im Konzern zu halten trachte.


Keine Begründung

Über die Gründe für das Aus wollte C&A keine Auskunft geben, bei Billa und Jones waren Frequenzprobleme die offizielle Argumentation für das Aus. Sprich: zu wenig Kunden, zu wenig Umsatz, kein Gewinn. C&A wollte übrigens bereits 2016 den Hauptplatz verlassen, hat sich dann aber kurzfristig dazu entschieden, länger zu bleiben.


Kommt H&M?

Als möglicher Nachfolger gilt H&M. Der schwedische Konzern war vor C&A Mieter am Hauptplatz und möchte dem Vernehmen nach wieder in Villach aufsperren. Vom Konzern gibt es dazu keine Auskunft.


Extrem viel Leerstand

Der C&A-Abgang fügt sich in ein Bild, das sich zuletzt mit markanten Daten verfestigt hat: Eine Standort-Studie eines Linzer Unternehmens verwies Villach bei der Anzahl der leer stehenden Geschäftsflächen österreichweit auf den letzten Platz. Als Reaktion darauf meldete VP-Chef Peter Weidinger im WOCHE-Interview seinen Anspruch auf ein neu zu schaffendes Innenstadt-Ressort. Er wüsste, wie man die Altstadt wieder beflügeln könne. Ein entsprechender Antrag der Volkspartei wurde zuletzt im Gemeinderat abgelehnt.

"Kraftpaket"

Das SP-Konzept zur Altstadtbelebung nennt sich "Kraftpaket". Wie es im Detail wirken soll, ist unklar. Ein mehrjähriger Widmungsstopp am Stadtrand gehört dazu, wuchtige Maßnahmen, die über dieses Verbot hinausgehen, lassen noch auf sich warten. Bereits beschlossen wurde hingegen die Abschaffung diverser Abgaben für Innenstadt-Jungunternehmer (lesen Sie hier).

Planlose Politik. Der Kommentar von WOCHE-Redaktionsleiter Wolfgang Kofler
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