Handwerk in der Region Graz
Das letzte Glied in der Kette
- Anna Weninger und Anja Schwendenwein lieben die Buchbindekunst. Die beiden Grafikdesignerinnen absolvierten gleichzeitig die Buchbinderlehre und beschlossen, gemeinsame Sache zu machen.
- Foto: Bernd Grosseck
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Anna Weninger und Anja Schwendenwein sind "maarble", die Buchbinderei in der Grazer Innenstadt. Sie bearbeiten auch äußerst kreative Aufträge wie ein Plexiglas-Cover einer Masterarbeit.
GRAZ. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich einen typischen Buchbinder vor. Und dann öffnen Sie die Augen wieder und sehen staunend Anna Weninger und Anja Schwendenwein zu. Beide sind gelernte Grafikdesignerinnen, die danach zeitgleich die Buchbinder-Lehre absolvierten. Und weil zwei gleiche Missionen in Graz oft in Konkurrenzdenken enden, beschlossen die beiden, sich zusammenzutun und die Buchbinderei "maarble" zu gründen.
Viele einzigartige Schätze
Der Firmenname kommt vom englischen Wort "marble", das einerseits Marmor und andererseits Murmel heißt. "Das Marmorpapier hat historisch gesehen einen hohen Stellenwert in der Buchbinderei und jede Murmel ist ein kleiner Schatz und einzigartig", erklärt Weninger. "Und weil in unseren Namen viele A sind, haben wir ein zweite A im Firmenwortlaut ergänzt. So sind wir wirklich einzigartig."
- Verschiedenste Geräte helfen, Einzigartiges zu schaffen.
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Wer jemals in der Buchbinderei in der Grazer Neutorgasse - dort sind sie seit sechs Jahren bei der Druckerei Khil eingemietet - war, kann diese Einzigartigkeit nur bestätigen. Eine bunte und äußerst vielseitige Werkstatt mit seltenen Maschinen und noch mehr Handwerkskunst. Denn "maarble" steht für Unikate. Zur Kundenschicht zählen Agenturen, gehobene Hotellerie und Gastronbomie bis hin zu Einzelpersonen, die persönliche Geschenke suchen. Aber auch das Binden von Master- und Diplomarbeiten ist ihre Sache.
Bücher, Mappen, Schuber, Boxen, Speise- und Getränkekarten, prinzipiell alles, was sich mit diesem Handwerk verwirklichen lässt. "Die Arbeit für Hotellerie und Gastronomie hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Wir legen unseren Fokus auf Beratung und Materialrecherche und werden von unseren Kunden oft schon in der Gestaltungsphase konsultiert, was sich auch positiv auf die Produktionskosten auswirken kann", so Weninger. "Dass wir beide vom Grafikdesign kommen, ist ein immenser Vorteil."
Exklusive Perfektion
Und die kuriosesten Aufträge? "Ich würde sie eher als sehr kreative Aufträge bezeichnen", lächelt Weninger. "Ein Student wünschte sich ein Plexiglas-Cover für seine Masterarbeit, wir haben auch schon eigene Stecksysteme entwickelt." Perfektion und Exklusivität haben bei "maarble" einen großen Stellenwert. Und der gegenseitige Austausch, denn die beiden stehen sich beim Arbeiten häufig stundenlang gegenüber. "Wir führen oft Gespräche während der Arbeit und tüfteln viel, um uns ständig zu verbessern. Die Buchbinder sind das letzte Glied in der Kette, bevor das Produkt wieder zu Kunden wandert, da haben Autoren, Lektoren und Druckereien ihre Arbeit längst abgeliefert. Und wenn wir den Kunden dann unser Werk überreichen, leuchten oft ihre Augen und das sind für uns die schönsten Momente, wo wir wissen, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat."
- Das Credo sind Geduld, Perfektion und Exklusivität.
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Und wie kommt man überhaupt zur Buchbinderei? "Die Eltern waren es nicht, dieser Beruf wurde uns beiden nicht in die Wiege gelegt. Wir hatten immer schon ein Faible für das Handwerk und das Haptische. Die viele Arbeit am Computer im Beruf als Designerinnen hat eine Sehnsucht nach dem Arbeiten mit den Händen und dem Analogen hervorgerufen", so Weninger. "Und wir haben gelernt, mit diesem Zeitdruck umzugehen und ihn, wenn es irgendwie geht, zu vermeiden."
Kontakt:
maarble
Neutorgasse 26/1, 8010 Graz
T 0660/866 15 22
www.maarble.at
Tourismusinformation Region Graz
T 0316/8075-0
info@regiongraz.at
www.regiongraz.at
#visitregiongraz
Weitere Standorte in Frohnleiten, Laßnitzhöhe, Premstätten und Köflach
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