Handwerk in der Region Graz
Zweite Chance im Einmachglas
- Die frühere Architektin Andrea Possanner erfüllte sich mit Jamsession und ihrem Store in der Neutorgasse einen Traum. Und ist gleichzeitig erfüllt von der großen Vision der Urban-Gardening-Bewegung.
- Foto: Bernd Grosseck
- hochgeladen von Harald Almer
Bei Jamsession finden brachliegende Früchte, Blüten, Kräuter, Samen, Pilze und Gemüse eine neue Bestimmung. Im Oktober feiert Andrea Possanner das dreijährige Jubiläum mit ihrem Standort in der Grazer Neutorgasse.
GRAZ. Die essbare Stadt! Als die Architektin Andrea Possanner vor mehr als 15 Jahren diese Idee im "kleinen Graz" ins Leben rief, war sie noch eine achte Pionierin und erntete nicht nur Früchte, sondern auch schiefe Blicke von Menschen, die mit ihrer Vision nicht viel anfangen konnten. Auf ihren Reisen in Mosambik und Simbabwe erlebte sie, wie lebensnotwendig es ist, brachliegendes Obst, Gemüse, Kräuter, Samen oder Pilze wieder in den Lebensmittelkreislauf zurückzuführen. Von Kuba aus griff in dieser Zeit auch die Urban-Gardening-Bewegung auf Österreich über und 2012 machte sich Possanner mit Jamsession selbstständig.
Versorgungsautonomie
Selbst und ständig, diesem Motto ist sie mit ihren beiden Mitarbeiterinnen treu geblieben, denn das Thema der Versorgungsautonomie der Stadt und die Zero-Food-Waste-Bewegung ließen sie nicht mehr los. Und so macht sie sich beinahe täglich auf die Suche nach Findlingen, Waisen, Diven, Weggefährten, Schätzen, Naturschönheiten von der Stange, in Vergessenheit Geratene oder gut Gezogene. "Ob Land- oder Stadtpomeranze spielt keine Rolle. Wir bringen alle Früchte von Stadt und Land gleichermaßen ins Glas." Fruchtaufstriche, Marmeladen, Gelees, vegane Honigsorten und auch Liköre werden von Hand erzeugt.
- Früchte werden zu echten Köstlichkeiten verarbeitet.
- Foto: Bernd Grosseck
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Am liebsten erntet Possanner in privaten Gräten oder öffentlichen Parks und Grünflächen, aber auch auf verwilderten Grundstücken. Am 13. Oktober werden es drei Jahre, dass Jamsession in die Grazer Neutorgasse zog, daher wird in der Kalenderwoche 42 am Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr dieses kleine Jubiläum zu spüren sein. Dort gibt es auch eine Obstsammelstelle, wo man Überschüsse abgeben kann.
Ein großes Netzwerk
Mittlerweile ist aus der Pionierin eine begnadete Netzwerkerin geworden, denn in ganz Österreich und auch in Deutschland hat sie ihre Fühler ausgestreckt. Die Akzeptanz für ihr Tun ist stets gewachsen, das Wort Nachhaltigkeit inzwischen in aller Munde. "Ich kann dieses N-Wort schon nicht mehr hören, weil es oft so missbräuchlich verwendet wird. Wir versuchen wirklich alles zu verwerten. Wir waschen verschiedene Kerne oder nützen Reste von Tomatenschalen, auch mit Kirschstängel wurde schon experimentiert." Jamsession ist ein inklusiver Betrieb, in dem auch zahlreiche Praktikanten schon gearbeitet haben. "Ich mache alles, wobei es schon meine Vision ist, wenn ich mich ganz auf das Management konzentrieren könnte, um das Netzwerk noch weiter zu spannen", verrät Possanner.
- Selbst und ständig, so kenn man Andrea Possanner
- Foto: Bernd Grosseck
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Der Name Jamsession war nach einem Brainstorming wohl überlegt. "Ich wollte unbedingt etwas Internationales haben, kein Marmeladenmädchen oder so etwas", erinnert sich Possanner zurück.
Und startet an dieser Stelle gleich einen Aufruf: "Wer zu viel Obst, Kräuter, Nüsse oder Ähnliches im Garten hat und wem das Herz wehtut, wenn diese Schätze nicht verwendet werden: Wir freuen uns über jede Meldung, kommen auch gerne vorbei und ernten." Denn bei Jamsession geht wirklich nichts verloren.
Kontakt:
Jamsession
Neutorgasse 28, 8010 Graz
T 0699/10529022
Tourismusinformation Region Graz
Herrengasse 16, 8010 Graz
T 0316/8075-0
info@regiongraz.at
www.regiongraz.at
#visitregiongraz
Weitere Standorte in Frohnleiten, Laßnitzhöhe, Premstätten und Köflach
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