Leserbrief: Wir sind keine ewigen Nörgler

Es mag ja sein, dass uns Waldviertler die Verantwortungsträger in Land und Gemeinden als Querulanten wahrnehmen, weil wir ihnen lästig werden, wenn wir uns auf die Hinterbeine stellen müssen, um das zu erreichen, was man unseren Mitbürgern wie selbstverständlich zugesteht.

Was ich damit meine, hat der Klubobmann der ÖVP-Abgeordneten im n.ö. Landtag so beschrieben, als er auf die Frage, ob er nach der Wahl zum Wiener-Neustädter Bürgermeister seine politische Funktion im Land beibehalten würde, sinngemäß antwortete: Er wäre doch nicht so dumm und würde sich den Zugang zu den Finanztöpfen des Landes selbst abgraben, wenn er freiwillig darauf verzichtete.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt, warum wir lauter schreien und lästiger werden müssen als die Städter, die schon wegen ihrer großen Zahl politisch bedeutsamer sind als wir auf dem Land und daher viel eher ein offenes Ohr für ihre Anliegen finden.
Das einfach hinzunehmen und sich als Suderanten abstempeln zu lassen und erst gar nicht zu versuchen, sich lautstark Gehör zu verschaffen, ist nicht der Weg, der in die Zukunft weist. Je weniger wir sind, desto lauter müssen wir schreien, um nicht unter die Räder zu kommen, gleichgültig ob es den Politikern gefällt oder nicht.
Der Slogan „Zwoa Woildviertler – drei Leit!“ sollte uns Waldviertlern daher viel sympathischer sein, als die uns bloß nachgesagte Suderei. Denn er kommt auch der Wirklichkeit viel näher als der untaugliche Versuch, uns als ewige Nörgler abstempeln zu lassen, die ständig nur meckern um des Meckerns willen. Die Realität schaut nämlich ganz anders aus.

Franz Frühwirth, Gastern

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