Vergütung seit Ende 2025 weg
Waidhofner Bauern bangen um „Agrardiesel“

Bezirksbauernkammerobmann Christoph Kadrnoschka sieht die heimischen Bauern mit vielen Nachteilen konfrontiert. | Foto: Christoph Kadrnoschka
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Bäuerliche Betriebe im Bezirk Waidhofen an der Thaya stehen unter Druck: Steigende Dieselpreise treffen die Landwirtschaft hart.

BEZIRK WAIDHOFEN. Der Konflikt im Nahen Osten bringt nicht nur die Weltwirtschaft ins Wanken, sondern auch die Existenz der Bauern in Niederösterreich. Die Kosten steigen, Entlastung fehlt. Der NÖ-Bauernbund fordert daher rasches Handeln für faire Wettbewerbsbedingungen.

Die Lage spitzt sich zu

Mit dem Auslaufen der Agrardieselmaßnahmen 2025 (siehe "Zur Sache" unten) zahlen NÖs Betriebe im EU-Vergleich besonders hohe Treibstoffkosten. Gleichzeitig steigen die Preise für Energie und Betriebsmittel, während die Erlöse etwa bei Milch, Fleisch und Getreide sinken.

Jedes Jahr hören im Bezirk Waidhofen 30 bis 35 landwirtschaftliche Betriebe auf. | Foto: pixabay (symbol)
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LKNÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager betont: "Österreichs Bauern bezahlen im internationalen Vergleich zu viel für den Diesel. Diese Situation ist eine bäuerliche Existenzfrage." Auch NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek warnt: "Fallende Preise bei steigenden Kosten können nicht lange gut gehen. Wir müssen jetzt die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen."

Immer weniger Bauern

Handlungsbedarf sehen auch die Bauern im Bezirk Waidhofen, wie Bezirksbauernkammerobmann Christoph Kadrnoschka sagt: „Das Stimmungsbild der Landwirte im Bezirk ist sehr negativ. Neben den viel höheren Fixkosten und enormen Preisdruck kommt nun auch die fehlende Agrardieselvergütung hinzu. Wir haben mittlerweile so viele Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu anderen Ländern, die sich summieren.“ Diese Belastung fordert ihren Tribut: Jedes Jahr hören im Bezirk Waidhofen 30 bis 35 Betriebe auf. Derzeit gibt es noch rund 800 Landwirtschaften im Bezirk.

Im Durchschnitt werden in der Landwirtschaft ungefähr 70 bis 100 Liter Diesel pro Hektar verbraucht. | Foto: pixabay (symbol)
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Im Durchschnitt werden in der Landwirtschaft ungefähr 70 bis 100 Liter Diesel pro Hektar verbraucht. Es werden auch immer wieder Seminare zum Thema Spritsparen angeboten, um die Landwirte dahingehend zu sensibilisieren. Bessere alternative Antriebssysteme seien für die Außenwirtschaft noch zu wenig ausgereift, um sie wirtschaftlich einzusetzen. Der vergünstigte Diesel sei dabei kein „Zuckerl“ für die Bauern, sondern eine Notwendigkeit für die Bewirtschaftung der Felder und damit Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung: „Es ist nicht so, dass wir mit dem vergünstigten Diesel in unseren Privat-PKWs unterwegs sind. Für die Vergütung werden fixe Sätze pro Hektar berechnet“, so Kadrnoschka.

Zur Sache

In den vergangenen Jahren wurde den österreichischen Bauern – wie auch in anderen EU-Ländern – der CO₂-Preis sowie ein Teil der Mineralölsteuer rückvergütet, um Wettbewerbsgleichheit innerhalb der Europäischen Union herzustellen. Diese befristeten Maßnahmen sind 2025 ausgelaufen.

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