"Anschlag auf den Naturschutz"
WWF will Abschuss-Bescheid für Wolf anfechten

Das für den Entscheid herangezogene Experten-Gutachten hätte keine Entnahme des Tieres empfohlen, kritisiert die Naturschutzorganisation. 

ÖSTERREICH. Die Naturschutzorganisation WWF Österreich kritisiert den von der Bezirkshauptmannschaft St. Johann ausgestellten Abschuss-Bescheid für einen Wolf in Salzburg scharf.  Das für den Entscheid herangezogene Experten-Gutachten hätte keine Entnahme des Tiers empfohlen. „Sowohl die zuständige Behörde als auch Landesrat Josef Schwaiger begründen die geplante Wolfstötung maßgeblich mit einem Gutachten des Wildbiologen Klaus Hackländer, der aber in seiner Expertise gar nicht die Entnahme vorschlägt“, sagt Christian Pichler, Wolfsexperte bei WWF.

"Gutachten empfiehlt nicht Abschuss"

In einer Stellungnahme erklärt Biologe Hackländer dazu: „Mein Gutachten empfiehlt nicht den Abschuss als erste Wahl, sondern den Fang, die Besenderung und die Vergrämung des besagten Wolfs. Davon unbenommen bleibt natürlich die Frage der Relevanz der aktuellen Entscheidung, da der Wolf das betroffene Gebiet offensichtlich bereits seit Längerem verlassen hat.“

Der WWF will nun beim Landesverwaltungsgericht Beschwerde einbringen und sieht die Chancen für eine Aufhebung des Bescheids gut. "Wir werden unsere Beschwerde fristgerecht beim Landesverwaltungsgericht einbringen“, kündigt Pichler an. Die Entscheidung der Behörde widerspreche in mehreren Punkten dem strengen europaweiten Schutz der Wölfe. Ein vom WWF eingeholtes Gutachten zeige außerdem, dass Herdenschutz auch auf der untersuchten Tofernalm in Großarl „bis zu einem hohen Sicherheitsstatus machbar“ ist.

WWF: Nächster Wolf nur eine Frage der Zeit

Gutachter René Gomringer, früherer Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Schafhalter, empfiehlt das Nachrüsten bestehender Zäune, die planmäßige, aktive Weideführung der Schafe und Ziegen durch gut ausgebildete Hirten sowie die Bewachung der Nutztiere durch Schutzhunde im Nachtpferch. „Herdenschutz erfordert die volle Unterstützung der Politik, damit die betroffenen Bäuerinnen und Bauern den Almbetrieb aufrechterhalten können. Im Gegensatz dazu ist ein Abschuss-Bescheid für einen wahrscheinlich weitergezogenen Wolf nur eine Alibi-Aktion, die niemandem weiterhilft. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Wolf durchzieht“, sagt Christian Pichler vom WWF Österreich.

Maßnahmen wie Elektrozäune, Schutzhunde und Behirtung seien gerade im hochalpinen Gelände eine Herausforderung, aber dennoch möglich. Das würden nicht nur mehrere Gutachten und Studien, sondern auch Beispiele in Nachbarländern zeigen, heißt es vom WWF.

Bezirkshauptmannschaft erlaubt Entnahme des Problemwolfs
Autor:

Julia Schmidbaur aus Wieden

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

28 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen