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FPÖ-Chef Norbert Hofer und Dominik Nepp über Strache und die Partei

FPÖ-Chef Norbert Hofer und Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp sind beide "enttäuscht" über ihren früheren Freund, HC Strache.
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FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer und der Wiener FPÖ-Landesparteiobmann Dominik Nepp äußerten sich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag über die Turbulenzen in der Partei.

 
ÖSTERREICH. Am Donnerstagvormittag hatten der abberufene Präsident der Freiheitlichen Wirtschaft Wien, Karl Baron sowie die beiden Mandatare Dietrich Kops und Klaus Handler bekanntgegeben, aus dem FP-Klub aus Loyalität zum früheren FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auszutreten. Gemeinsam gründen sie den neuen Klub "Die Allianz für Österreich" (DAÖ).

Die Reaktion der FPÖ-Parteispitze ließ nicht lange auf sich warten. Eilig beriefen FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer und der Wiener Landesparteiobmann Dominik Nepp am Donnerstagnachmittag eine Pressekonferenz ein. Das Fazit: Die FPÖ steht einer Rückkehr HC Straches in die Partei äußerst skeptisch gegenüber, zu groß sei der Schaden durch Ibiza-Video und Spesen-Vorwürfen. Rebell Karl Baron hingegen spricht sich seit Wochen offen für Straches Rückkehr an die Parteispitze aus. Die Sympathie liegt einer jahrelangen Freundschaft zugrunde, welche auch mit Kurzurlauben in Velden am Wörthersee gepflegt wurde, heißt es.

Hofer: "Causa Ibiza abgeschlossen"

Die Gründung der neuen Wien-Partei sei insofern verwunderlich, da sie nun gegen Heinz-Christian Strache kandidieren würden. Der Tenor der Strache-Befürworter sei stets gewesen , dass Strache wieder zur FPÖ als Obmann zurückkehrt, so der Bundesparteiobmann der FPÖ, Norbert Hofer, in der eiligst einberufenen Pressekonferenz. Der Abgang von drei Personen sei nichts anderes als würden drei Einwohner von Villach wegziehen. Alle Landeshauptleute stünden geschlossen hinter der Partei. Für ihn sei somit die "Causa Ibiza", wegen der die Partei zerbrochen sei, abgeschlossen. Täglich habe die Partei sich mit Straches Problemen herumschlagen müssen. Man gehe nun in eine "positive Zukunft", und setze sich über die Modernisierung genauso auseinander, wie mit dem Thema "Compliance", die Partei würde sich die strengsten Regeln selbst aufoktroyieren.

Umfrage

 

In Wien sei die Partei mit dem "besonnenen" Dominik Nepp "gut aufgestellt". Die Abspaltung sei insgesamt nicht mit "Knittelfeld" vergleichbar. Hofer peilt das Ziel einer 25-Prozent-Partei an, wie er auf Nachfrage antwortet. Insgesamt sei er "enttäuscht" von Strache, dem er nie ein schlechtes Wort nachgesagt habe.

"Kein Flächenbrand"

Nepp zur Abspaltung, dessen Name er als "Zukunft Bündnis Ibiza" bezeichnet: Man sei nicht überrascht worden, der Schritt sei von langer Hand geplant gewesen. Es sei kein Wunder, dass die Abspaltung an diesem Tag erfolgt sei. Am morgigen Freitag sei mit der Ladung vor dem Parteigericht, bei dem Strache als Beschuldigter aussagen müsse, eine Entscheidung vollzogen. Man werde Strache morgen jedenfalls ein faires Verfahren bieten. Noch sei keine Entscheidung über den Ausschluss Straches gefallen, Nepp wolle dem Gericht nicht vorgreifen. Das Ergebnis des Gerichts werde im Parteivorstand besprochen und dann der Öffentlichkeit mitgeteilt. Nepp weist darauf hin, dass, wenn nur drei Mandatare von 34 ausscheiden, man nicht von einem "Flächenbrand" sprechen könne. Insgesamt fühle sich Dominik Nepp, der ein enger Weggefährte Straches gewesen war, enttäuscht.

Neue Bewegung

Die Gründung des neuen Wiener Landesklubs soll nur der erste Schritt der "neuen Bewegung" sein. Weitere Landesklubs sollen folgen, es soll eine bundesweite Bewegung sein, sagte Baron am Donnerstag. Strache sei noch kein Mitglied, "da er noch FPÖ-Mitglied sei". Man werde sich allerdings bemühen, dass auch er die Partei wechsle. Damit wäre der Weg frei für Straches Polit-Comeback. Nach der Abspaltung gibt es bisher keine direkte Reaktion von Strache selbst.

Am Montag wurde Baron als Präsident der FPÖ-Wirtschaft abgewählt. Nepp meinte kurz danach: Karl Baron verhalte sich "wie ein Geisterfahrer, der sich über den Gegenverkehr aufregt". Die Angriffe gegen Baron sind nicht verwunderlich, macht er sich doch für Nepps Vorgänger stark: Baron plädierte dafür, dass Strache Wiener Parteichef werden sollte.

Mehr zum Thema lest ihr hier: 
>> Hat Strache ein Mandat an ukrainischen Oligarchen verkauft?
>>Strache: „Ich wurde bis dato nicht einge­laden“
>> Strache vor Schiedsgericht geladen
>> Mehrheit der blauen Landeschefs für Ausschluss Straches

Autor:

Julia Schmidbaur aus Wieden

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