Zu alt, zu klein, zu teuer
Tausende Parkplätze von Wiener Wohnen stehen leer
- Parkplätze sind in Wien oft Mangelware – in den Parkgaragen von Wiener Wohnen herrscht hingegen Leere.
- Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
- hochgeladen von Nathanael Peterlini
Regelmäßig führt der "Parkplatzschwund" in Wien zu Protesten bei Autofahrerinnen und Autofahrern. In den Parkgaragen von Wiener Wohnen stehen hingegen Tausende Parkplätze leer.
WIEN/WIEDEN. In Wien gibt es Tausende leer stehende Parkplätze, die teils kostengünstig zu haben sind. In Zeiten, in denen Autofahrerinnen und Autofahrer regelmäßig gegen den "Parkplatzschwund" protestieren, liefert die Zahl eine neue Perspektive.
Es handelt sich um Stellplätze von Wiener Wohnen. Die kommunale Hausverwaltung bietet an verschiedenen Standorten Parkmöglichkeiten an. Doch während Leute auf der Suche nach einer öffentlichen Abstellmöglichkeit mehrmals um den Häuserblock fahren müssen, bleibt es bei Wiener Wohnen leer.
Zu alt für heute
8.175 Stellplätze von Wiener Wohnen haben am Stichtag Dienstag, 23. Juni, keinen Mieter. Das entspricht rund 18 Prozent der insgesamt 46.000 Stellplätzen, die von Wiener Wohnen verwaltet werden. Wie ein Sprecher der Behörde gegenüber MeinBezirk erklärt, unterscheidet sich die Auslastung je nach Standort und Typ.
- Das Parkpickerl ist billiger, garantiert dafür aber keinen schnellen Stellplatz.
- Foto: Nathanael Peterlini/MeinBezirk
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Die Nachfrage und das Mobilitätsverhalten der Wienerinnen und Wiener haben sich in den vergangenen Jahren verändert, heißt es von Wiener Wohnen. "Die Fahrzeuge werden zunehmend größer, während viele bestehende Stellplätze aus älteren Bauperioden stammen und nicht immer den heutigen Anforderungen entsprechen."
Billiges Parkpickerl
Auch die flächendeckende Einführung des Parkpickerls habe in vielen Bezirken zu einer rückläufigen Nachfrage geführt. Die Kosten bei Wiener Wohnen halten sich zwar im Rahmen, sind aber trotzdem höher als jene des Parkpickerls.
"Offene Stellplätze liegen zwischen 34 und 64 Euro, Garagenplätze zwischen 100 und 200 Euro pro Monat", so der Sprecher. Das Parkpickerl in Wien kostet 13 Euro pro Monat – zusätzlich zu einmaligen Verwaltungskosten. Dafür riskiert man beim Pickerl, manchmal länger suchen zu müssen.
"Wirtschaftlicher Missstand"
Einen starken Kontrast bildet der Leerstand in Bezirken, in denen der Ruf nach Parkplätzen laut ist. Etwa auf der Wieden: Die Grünen haben per Anfrage ermittelt, dass 111 von insgesamt 379 Stellplätzen nicht vermietet sind.
- Bei Umgestaltungsprojekten – wie jenem in der Wiedner Mühlgasse – werden immer wieder Parkplätze gestrichen. Autofahrerinnen und Autofahrer protestieren.
- Foto: Nathanael Peterlini/MeinBezirk
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"Diese Parkplätze würden einen großen Druck von der Straße nehmen. Der frei werdende Raum könnte dazu verwendet werden, die Wieden zu begrünen und zu verschönern", so Grünen Wieden-Sprecher Pascal Riepl.
Die Grünen sehen in den leer stehenden Parkplätzen einen wirtschaftlichen Missstand: "Der Stadt Wien entgehen Tausende Euro Mietkosten", so Riepl. Der Bezirk fordert Wiener Wohnen nun per Antrag dazu auf, neue Maßnahmen zu treffen, um die Parkplätze "effizienter" anzubieten. Was waren bislang die Maßnahmen der Stadt Wien?
"Keine Immo-Vermittler"
"Die Vermarktung der Stellplätze erfolgt laufend über mehrere Kanäle und richtet sich vornehmlich aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen an die Mieterinnen und Mieter der jeweiligen Wohnhausanlage", heißt es von Wiener Wohnen. In den Wohnhäusern werden Aushänge gemacht, umliegende Betriebe werden per E-Mail über verfügbare Stellplätze informiert.
Inseriert werden die Stellplätze zudem auf der Website von Wiener Wohnen: wienerwohnen.at. Plant die Behörde angesichts des Leerstands, auch externe Vermittlungen zu engagieren? Nein. "Veröffentlichungen über private Immo-Vermittler bedeuten weitere Kosten", betont der Sprecher von Wiener Wohnen.
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