Gefahr noch gering
Mehrere West-Nil-Virus-Fälle in Österreich, zwei in Wien
- Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ist die West-Nil-Virus-Saison in Europa "in vollem Gange". (Illustration)
- Foto: Science Photo Library / picturedesk.com
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In Europa gab und gibt es in diesem Jahr Dutzende an lokal übertragenen Fällen einer West-Nil-Virus-Infektion. Betroffen ist auch Österreich. In Wien gab es zwei Fälle bei Tieren.
WIEN. Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ist die West-Nil-Virus-Saison in Europa "in vollem Gange". Der erwartete saisonale Anstieg lokal übertragender Infektionen mit dem Virus (WNV) wurde ab Juli dieses Jahres beobachtet. Bis zum 31. Juli wurden 69 lokal übertragene Fälle einer WNV-Infektion in acht Ländern verzeichnet, zwei davon in Österreich. Todesfälle gab es in Griechenland (fünf), Italien (zwei) und Spanien (ein Fall).
Die Gesamtzahl der Infektionen in ganz Europa sei "im erwarteten Bereich, auch wenn die Zahl der Fälle in Griechenland und Spanien höher ist als in den Vorjahren", teilt ECDC. Und angesichts der günstigen Witterungsbedingungen für die Übertragung des Virus in Europa werden in den kommenden Wochen und Monaten weitere Fälle beim Menschen erwartet.
- In Europa gab und gibt es in diesem Jahr Dutzende an lokal übertragenen Fällen einer West-Nil-Virus-Infektion. (Symbolfoto)
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Und wie sieht die Lage hierzulande aus? Auf MeinBezirk-Anfrage teilte die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mit, dass es hierzulande acht Infektionen bei Menschen und sechs bei Tieren gibt. Alle davon in Ostösterreich. Bei den Tieren handelt es sich um jeweils drei Wildvögel und Pferde.
Pferd und Blaumeise in Wien infiziert
Den ersten Fall des Jahres gab es Ende Juli bei einer Nebelkrähe im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (Burgenland). Weitere Fälle gab es dann im August. In Wien wurden ein Pferd sowie eine Blaumeise infiziert. "Weitere Verdachtsfälle werden derzeit noch untersucht. Im Rahmen unsres Überwachungsprogramms haben wir heuer schon einige tausend Gelsen auf das West Nil Virus untersucht. Keine einzige Gelse wurde positiv getestet", heißt es auf der AGES-Website.
- Eine Blaumeise ist in Wien infiziert. (Symbolfoto)
- Foto: Sarah Weninger
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Doch was ist überhaupt der West-Nil-Virus? Dieser wird durch Gelsen übertragen, als natürliches Reservoir fungieren Vögel. Erkranken können ebenfalls Menschen und andere Säugetiere, insbesondere Pferde. Menschen und Tiere können erkranken, jedoch können sie das Virus nicht auf andere Stechmücken übertragen, erklärt die AGES.
Jedes Jahr werden in Europa Einzelfälle, aber auch saisonale Ausbrüche aus süd-, ost- und westeuropäischen Ländern gemeldet. Hauptsächlich wird der WNV durch "einheimische" Gelsenarten übertragen. Etwa 20 Prozent der Fälle beim Menschen können sogenannten West-Nil-Fieber auslösen. Die Symptome sind dabei Kopfschmerzen, Unwohlsein, Fieber, Erbrechen und Müdigkeit. Weniger als ein Prozent hat laut ECDC schwere Erkrankungen des Nervensystems.
- Die Anzahl von WNV-Nachweisen in Österreich mit Stand 14. August.
- Foto: Screenshot ages.at
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Wie kann man sich schützen? Laut ECDC zählen zu den persönlichen Schutzmaßnahmen die Verwendung von Mückenschutzmitteln, das Tragen von Kleidung, die den größten Teil des Körpers bedeckt, und das Schlafen in abgeschirmten oder klimatisierten Räumen. Das Risiko, sich in Österreich anzustecken und an West-Nil-Fieber zu ertranken, sei laut Experten "noch sehr gering".
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