Anstieg von 15 Prozent
Wien kämpft gegen sexuell übertragbare Infektionen

2025 gab es 15 Prozent mehr Fälle von sexuell übertragbaren Krankheiten als 2024.  | Foto:  Reproductive Health Supplies Coalition auf Unsplash
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  • 2025 gab es 15 Prozent mehr Fälle von sexuell übertragbaren Krankheiten als 2024.
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Neue Zahlen des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zeigen einen Anstieg bakterieller sexuell übertragbarer Infektionen in ganz Europa – auch in Wien. Die Stadt setzt deswegen immer mehr auf Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen.

WIEN. Sexuell übertragbare Infektionen nehmen in Europa zu – und auch Wien bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) erreichten STI-Fälle im Jahr 2024 europaweit ein Rekordniveau. Besonders deutlich stiegen die Infektionszahlen bei Gonorrhö und Syphilis. Als zentrale Ursachen nennt das ECDC fehlendes Wissen über Prävention, unzureichende Testangebote sowie eine sinkende Sensibilisierung für Schutzmaßnahmen.

Auch in Wien zeigt sich dieser Trend deutlich, die Zahl der diagnostizierten Fälle von Gonorrhö (307), Syphilis (74) und Chlamydien (357) ist zuletzt spürbar gestiegen. 2025 verzeichnete einen Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zu 2024. 

Gesundheitsexpertinnen und -experten warnen davor, dass unbehandelte sexuell übertragbare Infektionen schwerwiegende Folgen haben können – darunter chronische Schmerzen, Entzündungen oder Unfruchtbarkeit. 

Angebote in Wien

Der ECDC-Bericht zeigt, dass in 13 von 29 Ländern finanzielle Zugangshürden für Basisdiagnostik im STI-Bereich bestehen. In Wien bzw. Österreich werden jedoch die Kosten für entsprechende Tests bei klinischer Indikation oder ärztlicher Zuweisung durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) übernommen.

Die kostenlosen HPV-Impfungen wurden in Wien zahlreich in Ansprcuh genommen.  | Foto: ÖGKK
  • Die kostenlosen HPV-Impfungen wurden in Wien zahlreich in Ansprcuh genommen.
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Ein weiteres Beispiel für Maßnahmen im Bereich der STI-Prävention ist die HPV-Impfung in Wien. Seit dem 1. Juli 2024 können Personen bis zum 30. Lebensjahr die HPV-Impfung kostenlos in Anspruch nehmen. Die zweite Teilimpfung ist noch bis zum 30. Juni 2026 kostenfrei möglich. Ab dem 1. Juli 2026 bleibt die kostenlose HPV-Impfung nur mehr jenen vorbehalten, die ihre Erstimpfung vor dem 21. Geburtstag erhalten haben.

Bei der Magistratsabteilung 15 (Gesundheitsdienst) der Stadt Wien ist unter anderem die „Gruppe sexuelle Gesundheit“ samt amtsärztlichem Referat für sexuelle Gesundheit und Prostitution angesiedelt. Dort wurden im Jahr 2024 insgesamt 15.969 Untersuchungen bei Sexdienstleisterinnen und Sexdienstleistern durchgeführt – ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch die Zahl der Beratungskontakte ist deutlich gestiegen: Im Vergleich zu 2023 wurden 2024 um 34,6 Prozent mehr Beratungen in Anspruch genommen. Auffällig bleibt dabei die ungleiche Geschlechterverteilung: 94 Prozent der Personen, die das Angebot nutzten, waren Frauen, sechs Prozent Männer.

Spezial-Ambulanzen

Die Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinische Universität Wien bietet in der HIV/STD-Ambulanz medizinische Versorgung für HIV-positive Menschen. Neben der Behandlung setzt man auch auf Prävention.

Der ECDC-Bericht zeigt dass in 13 von 29 Ländern finanzielle Zugangshürden für Basisdiagnostik im STI-Bereich besteht. (Symbolfoto) | Foto: Ed Us/Unsplash
  • Der ECDC-Bericht zeigt dass in 13 von 29 Ländern finanzielle Zugangshürden für Basisdiagnostik im STI-Bereich besteht. (Symbolfoto)
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"Sexuell übertragbare Infektionen werden noch immer zu oft spät erkannt – nicht, weil die Medizin die Möglichkeiten nicht hätte, sondern weil Versorgung in der Praxis häufig zu fragmentiert und schwer zugänglich ist“, weiß Gynäkologin Mirijam Hall und Vorsitzende der Aids Hilfe Wien. 

Prävention und Aufklärung bietet auch das neue "magnus*" Ambulatorium für sexuelle Gesundheit, welches am Montag, 1. Juni, in Mariahilf eröffnet. Mehr dazu liest du unten. Es handelt sich hierbei um ein gemeinsames Projekt von Aids Hilfe Wien, Stadt Wien sowie den Sozialversicherungsträgern ÖGK, Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen und der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter.

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Die Stadt Wien setzt Maßnahmen, um das Angebot und Beratungsmöglichkeiten bei sexuell übertragbaren Krankheiten auszuweiten. (Symbolfoto) | Foto: ÖGKK
Der ECDC-Bericht zeigt dass in 13 von 29 Ländern finanzielle Zugangshürden für Basisdiagnostik im STI-Bereich besteht. (Symbolfoto) | Foto: Ed Us/Unsplash
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Die kostenlosen HPV-Impfungen wurden in Wien zahlreich in Ansprcuh genommen.  | Foto: ÖGKK
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