Alle Notquartiere der Stadt Wien schließen bis Ende September

In vielen Unterkünften, wie hier mit IGOR am Geriatriezentrum am Wienerwald, sind inzwischen lebendige Freiwilligenprojekte entstanden.
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  • Foto: IGOR
  • hochgeladen von Christine Bazalka

WIEN. 65 Notquartiere gab es in Wien, als 2015 Tausende geflüchtete Menschen in der Hauptstadt ankamen oder auf der Durchreise waren. Es war vor allem die Einrichtung großer Übergangsquartiere, in die mehrere hundert Menschen einziehen sollten, die - oft geschürt von hetzerischen politischen Parolen - zu Aufregung bei den Anrainern führte. Die heftigen Diskussionen beruhigten sich oft, sobald die Quartiere dann bezogen wurden, wie etwa ein Lokalaugenschein ein Jahr nach der Eröffnung der Flüchtlingsunterkunft Ziedlergasse in Liesing zeigt. Generell stieg die Akzeptanz einer Flüchtlingseinrichtung unter den Nachbarn nach der Eröffnung, wie eine aktuelle Umfrage ergibt.

Mittlerweile ist die Anzahl der Notquartiere auf fünf geschrumpft, in denen noch etwa 500 Menschen leben. Vier von ihnen werden mit Ende Juni zugesperrt. Es handelt sich um Einrichtungen in der Ziedlergasse in Liesing, in der Nordwestbahnstraße in der Brigittenau und im Hotel Favorita in der Favoritner Laxenburger Straße. Das letzte Notquartier in der Pfeiffergasse in Rudolfsheim-Fünfhaus wird laut Fonds Soziales Wien Ende September geschlossen.

Umbau: Aus Notquartieren werden reguläre

Die 500 Personen werden auf andere Grundversorgungsquartiere aufgeteilt. Einige bisherige Notquartiere wurden auch zu regulären Quartieren umgewandelt. Das ist etwa beim Haus Damaris in der Döblinger Bachofengasse, beim Geriatriezentrum am Wienerwald in Hietzing und beim Pavillon 17 des Otto-Wagner-Spitals der Fall. Die Umwandlung in ein reguläres Quartier geht mit einer Erhöhung der Mindeststandards einher. Das heißt einerseits, dass Küchen und Sanitärräume eingerichtet werden und andererseits, dass weniger Menschen in einem Raum untergebracht werden.

Im Moment befinden sich in Wien 20.600 Menschen in der Grundversorgung. 65 Prozent sind privat untergebracht, wohnen also in eigenen Wohnungen oder Wohngemeinschaften. 35 Prozent leben in organisierten Quartieren. Dieser Wert fällt von 50 Prozent im Jahr 2015 stetig, heißt es vom Fonds Soziales Wien

Zur Sache:

Personen in der Grundversorgung haben Anspruch auf Wohnung und Verpflegung. Das Verpflegungsgeld für einen Erwachsenen beträgt 200 Euro monatlich, für Kinder 90 Euro monatlich. Der Mietzuschuss beträgt für eine Einzelperson 120 Euro, für eine Familie 240 Euro. Die meisten Flüchtlnge in der Grundversorgung befinden sich im laufenden Asylverfahren, das heißt sie warten auf die Entscheidung, ob sie bleiben dürfen oder nicht. Andere haben einen positivem Asylbescheid (der Anspruch bleibt vier Monate aufrecht), auf Menschen deren Antrag noch nicht in Bearbeitung oder auf jene mit einem rechtskräftig negativem Bescheid.

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