Neubewertung der Listenhundegesetzgebung
"Kampfhunde" - Kommt Biss-Statistik statt Rasse-Liste?

"Der tut ja nichts" heisst nur "bis jetzt hat er nie etwas getan". Nicht jeder Listenhunde ist böse und nicht jeder süße Wauz ist nett | Foto: Berger
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  • "Der tut ja nichts" heisst nur "bis jetzt hat er nie etwas getan". Nicht jeder Listenhunde ist böse und nicht jeder süße Wauz ist nett
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Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Nur ist leider nicht jeder Hund freundlich zu jedem Menschen. Aus diesem Grund gibt es in Wien sogenannte Listenhunde.

WIEN. Bullterrier, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Mastino Napoletano, Mastin Espanol, Fila Brasileiro, Mastiff, Bullmastiff, Tosa Inu, Pitbullterrier, Rottweiler, Dogo Argentino und Kreuzungen dieser Hunde sind in Wien sogenannte "Listenhunde". Diese Liste wurde im Auftrag der Stadt Wien von Experten erstellt und soll besonders gefährliche Hunderassen erfassen. Herrchen und Frauchen dieser Tiere müssen einige Bedingungen erfüllen.

Pflichten für Halter von Listenhunden

Für diese Hunde muss in Wien der verpflichtende Hundeführschein abgelegt werden.

Listenhunde müssen in Wien an öffentlichen Orten - das ist außerhalb des privaten Bereichs - immer mit Maulkorb und Leine geführt werden. Es kostet mindestens 100 Euro Strafe, wenn der Hund keinen Maulkorb trägt.

Ein Listenhund darf sich nur in komplett umzäunten Hundezonen ohne Maulkorb und Leine bewegen. In Wien gibt es rund 170 Hundezonen.

Wenn der Halter eines Listenhundes unterwegs ist, gilt eine 0,5-Promille-Alkoholgrenze. Wenn gegen diese Regelung verstoßen wird, drohen 1000 Euro Strafe.

Experten skeptisch

Die Stigmatisierung der Hunde nach Rassen sehen Experten durchaus skeptisch. So meint DDr. Regina Binder von der Veterinarmedizinischen Universitat Wien folgendes:

"Die derzeit geführte Debatte um die medial als „Kampfhunde“ verfemten Hunderassen stigmatisiert bestimmte Hunde als blutrünstige Bestien, stempelt auch verantwortungsvolle Hundehalter zu asozialen Außenseitern, schürt irrationale Ängste in der Bevolkerung und macht die betroffenen Rassen gerade dadurch für bestimmte gesellschaftliche Gruppen, die Hunde tatsachlich als eine Art von Waffe betrachten, nur noch attraktiver. Dabei stehen den – selbstverständlich höchst bedauerlichen – Beißunfallen mit sogennanten „Kampfhunden“ zahlreiche positive Erfahrungsberichte über das Zusammenleben mit Staff, Pitbull & Co gegenüber. Da Katastrophen aber bessere Schlagzeilen abgeben als das Alltagsgeschehen, gilt das Interesse der medialen Berichterstattung den seltenen, aber umso tragischeren Unfällen."

Bissstatistik statt Rasselisten

Beim Hundegipfel in Wien überraschte jetzt Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) mit einem Vorschlag. Der "Rassismus" bei Hunden soll ein Ende haben und durch eine flächendeckende Hundebissstatistik abgelöst werden.

Ein Vorschlag, über den es sich durchaus zu diskutieren lohnt. Bereits 2006  untersuchte ein Team der Grazer Univ.Klinik für Kinderchirurgie unter der Leitung von Dr. Schalamon  5873 Hundebiss-Unfälle mit überraschenden Ergebnissen.

Schäfer führt Biss-Statistik an

Der Schäferhund ist der Beißer Nummer 1, gefolgt vom Dobermann. Beide sind für fast 40% der Unfälle verantwortlich. Geeignet als Familienhunde sind laut dieser Studie folgende Rassen: Labrador, Retriever, Spaniels und Mischlingshunde. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schäferhund ein Kind beißt 6 x höher als bei einem Mischlingshund.

Selten beißt der eigene Familienhund zu, aber 73 % der Unfälle wurden durch einen bekannten Hund verursacht (Hunde von Großeltern, Freunden, Nachbarn etc.). Besonders gefährlich sind "große- Hunde (< 44cm Schulterhöhe). Sie haben 58 % der Bisse zu verantworten.

Unter den 10 bissigsten Hunderassen in Österreich finden sich Collie, Spitz, Pudel und Schnauzer. Erst auf Platz 10 rangiert der Rottweiler und damit der einzige unter den Top 10 der als Listenhund gilt.

Hunde sind nicht von Natur aus "böse"

Die von der Veterinärmedizinischen Universität Wien durchgeführte Studie zur „Mensch-Tier-Beziehung“ habe die Erkenntnis geliefert, dass eine rassespezifische Gefährlichkeit von Hunden weder wissenschaftlich erwiesen noch durch zuverlässige Beißstatistiken belegt werden könne. Eine eigene Listenhundegesetzgebung sei folglich problematisch, sagte Ministerin Hartinger-Klein.

„Der Hund ist zwar der beste Freund des Menschen, aber ein gewisses Grundwissen ist dennoch nötig“, sagte Hartinger-Klein. Laut der in Auftrag gegebenen Studie warnen Hunde aufgrund ihres Verhaltens in bis zu 70 Prozent der Fälle Menschen vor, bevor sie zubeißen. Deswegen sei es wichtig, dass vor allem Kinder möglichst früh lernen, wie sie mit Hunden umgehen sollten, so die Gesundheitsministerin.

Wien will bei bestehender Regelung bleiben

Die für Tierhaltung zuständige Wiener Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) hält eine Änderung des Status Quo für unnötig. „In einer Millionenstadt gibt es schlichtweg andere Voraussetzungen als im ländlichen Raum, und daher wird Wien natürlich an den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen inklusive verpflichtendem Hundeführerschein und Maulkorbpflicht für Kampfhunde festhalten.“ Es gehe um die Sicherheit der Menschen – vor allem jene der Kinder.

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