Wiens neuer Erzbischof
Kirche laut Josef Grünwidl "besser als ihr Ruf"

Kardinal Christoph Schönborn (rechts) ist mehr als zufrieden, dass Josef Grünwidl sein Nachfolger als Erzbischof von Wien wird. | Foto: Erzdiözese Wien
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  • Kardinal Christoph Schönborn (rechts) ist mehr als zufrieden, dass Josef Grünwidl sein Nachfolger als Erzbischof von Wien wird.
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Am 17. Oktober 2025 wurde Josef Grünwidl von Papst Leo XIV. zum Erzbischof von Wien ernannt. Die Bischofsweihe wird voraussichtlich am 24. Jänner 2026 im Stephansdom stattfinden. Wie der neu ernannte Bischof so tickt, hat er vor versammelter Presse bei einem Mediengespräch verraten.

WIEN. "Ich möchte Ihnen verraten, wer dieser Josef Grünwidl ist und wie er so tickt", erklärte der frisch ernannte Erzbischof am Freitag, eine Stunde nach seiner Ernennung durch den Heiligen Stuhl, vor versammelten Medien.

Der 62-jährige Niederösterreicher, der seit 22. Jänner Apostolischer Administrator der Erzdiözese Wien ist, beschreibt sich dabei selbst in drei Wörtern: "Ich bin ein Seelsorger, Teamplayer und Brückenbauer."

Möchte Seelsorger bleiben

Grünwidl ist seit 37 Jahren Priester in der Erzdiözese Wien, 32 Jahre davon war er Seelsorger. Dementsprechend wichtig sei ihm der Kontakt zu den Menschen. "Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich als Erzbischof nicht in Management- und in Verwaltungsaufgaben untergehen, sondern Seelsorger bleiben werde."

Eines ist Josef Grünwidl besonders wichtig: "Die Kirche ist besser als ihr Ruf."  | Foto: Erzdiözese Wien
  • Eines ist Josef Grünwidl besonders wichtig: "Die Kirche ist besser als ihr Ruf."
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Eines sei ihm besonders wichtig: "Die Kirche ist besser als ihr Ruf." Sie lebe in den Pfarren, in den geistlichen Erneuerungsbewegungen, in den Ordensgemeinschaften und im Engagement der Caritas. "Wir haben rund 75.000 Ehrenamtliche sowie 1.500 Religionslehrerinnen und -lehrer. Die Kirche ist lebendig, auch wenn wir vor großen Herausforderungen stehen."

Gegen Zwangszölibat

Im Frühjahr äußerte er sich gegen das Zwangszölibat. Im Zuge des Pressegesprächs erörterte Grünwidl seine Ansicht erneut: "Das Zölibat hat es in der Kirche gegeben und soll es auch weiterhin geben." Er stehe aber dafür, dass es eine freie Entscheidung sein solle. "Ich glaube nicht, dass Verheiratete bessere oder schlechtere Priester sind als jene, die zölibatär leben."

Auch zur Stellung der Frau in der Kirche hat Grünwidl eine klare Meinung: "Dass Frauen das Leben in den Pfarren zum Großteil tragen und dass es vor allem Frauen sind, die sich engagieren und einbringen, um die Kirche lebendig zu halten, darüber herrscht Einigkeit." Grünwidl würde gerne sehen, dass Frauen auch in die Entscheidungsgremien eingebunden werden.

Schatzkiste Kirche

Auf die Frage, wie er den Menschen die Kirche näherbringen möchte, meinte Grünwidl: "Wir haben in der Kirche Schätze. Wir haben Räume, Kunst, Kultur und Musik, wir haben Rituale, Sakramente, das Wort Gottes und eine Feierkultur. Mein Zugang ist: Machen wir das möglichst gut, großzügig, gastfreundlich und menschenfreundlich!" Er möchte diese Möglichkeiten nutzen und mit diesem Angebot auf die Menschen zugehen.

Kardinal Schönborn wird auch derjenige sein, der Grünwidl zum Bischof weihen wird, voraussichtlich in der zweiten Jännerhälfte 2026. | Foto: Nicole Gretz-Blanckenstein/MeinBezirk
  • Kardinal Schönborn wird auch derjenige sein, der Grünwidl zum Bischof weihen wird, voraussichtlich in der zweiten Jännerhälfte 2026.
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"Sie haben Josef Grünwidl gehört. Jetzt verstehen Sie, warum ich mir gewünscht habe, dass er mein Nachfolger wird", verriet Kardinal Christoph Schönborn schmunzelnd. Er wird auch derjenige sein, der Grünwidl zum Bischof weihen wird, voraussichtlich in der zweiten Jännerhälfte 2026.


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