Hawala-System
Prozessstart in Wien um Bezahldienst für Schlepperfahrten
- Am Freitag startet in Wien ein Prozess, bei dem sich ein Trio für mutmaßliche Machenschaften in einem Hawala-System verantworten muss. (Archiv)
- Foto: Ronja Reidinger
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Am Freitag startet ein Prozess, bei dem sich drei Personen wegen ihrer Aktivitäten rund um die Abwicklung von Zahlungen für Schleppungen verantworten müssen. Im Mittelpunkt steht das sogenannte Hawala-System, über welches die illegalen Dienste bezahlt werden. Die Angeklagten sollen das größte Büro für solche Zahlungsaufträge Österreichs betrieben haben.
WIEN. Hinter der Fassade eines Lokals in Ottakring steckte mehr als nur ein Gastronomiebetrieb. So sieht es jedenfalls die Staatsanwaltschaft, die Anklage gegen zwei Männer und eine Frau erhebt. Das Trio muss sich laut "ORF Wien" am Freitag vor dem Landesgericht für Strafsachen wegen ihrer mutmaßlichen Machenschaften innerhalb des Hawala-Systems verantworten.
Unter der Hawala-Bezahlmethode versteht man nichts anderes als einen Geldtransfer über Mittelsmänner bzw. -frauen, abseits von kontrollierten Banken. Agenten nehmen Gelder von Auftraggebenden entgegen und vermitteln sie an die Zielorte. Die drei Angeklagten sollen das größte Hawala-Büro Österreichs betrieben haben, das Lokal in Wien wäre die Drehscheibe gewesen.
Hohe Summen
Vom Sommer 2021 bis in den Frühling 2024 hätte das Trio hunderte Bezahlungen für die Schleppungen weitervermittelt. Dafür wurden eigene Kuriere beauftragt. Laut Anklage seien enorme Summen geflossen. Alleine im ersten Quartel 2024 hätte man 21 Geldtransporte mit mehreren Millionen Bargeld nachvollziehen können, so die Staatsanwaltschaft.
- Das Trio hätte ein sogenanntes Hawala-Büro betrieben. Kuriere sollen Gelder von Auftraggebern an Zielpersonen für Schlepper-Dienste überstellt haben. (Symbolfoto)
- Foto: Leo_Visions / Unsplash
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In weiterer Folge sei das Geld teilweise im Wohnhaus der 45-jährigen Angeklagten gebunkert worden. Der mitangeklagte 41-Jährige hingegen hätte als Chef fungiert und war gleichzeitig am Papier auch der Geschäftsführer des Gastrobetriebs. Sein 37-jähriger Bruder, der als Dritter vor Gericht steht, hätte das Vorhaben maßgeblich unterstützt. Alle drei haben sich bisher als nicht schuldig bekannt. Sie hätten keine Kenntnis darüber gehabt, dass die transferierten Summen für Schlepper-Aktionen dienen würden.
Kurier gefoltert
Aber auch andere Straftaten werden den drei Personen zur Last gelegt. So sollen sie im März 2024 einen Kurier gefoltert haben, nachdem dieser 355.000 Euro von Deutschland nach Wien bringen hätte sollen. Der Bote wäre jedoch bei Stockerau auf der Autobahn ausgeraubt worden. Die Geschichte glaubten die Angeklagten dem Kurier jedoch offensichtlich nicht, sie wollten durch Gewalt ein Geständnis von dem eigentlich Ausgeraubten erzwingen.
- Ein Urteil wird für Freitag erwartet. (Symbolfoto)
- Foto: Ronja Reidinger/MeinBezirk
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Hierzu räumten die zwei männlichen Angeklagten zumindest "massive Tätlichkeit" ein. Die 45-jährige Frau will mit der Sache jedoch nichts zu tun gehabt haben. Ein Urteil könnte bereits am Freitag fallen.
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