Buchpräsentation
Vom Wert des persönlichen Gesprächs

Norbert Philipp ist Journalist und Autor.
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  • hochgeladen von Mathias Kautzky

Autor Norbert Philipp hat ein neues Buch über den Wert von ganz persönlicher zwischenmenschlicher Kommunikation geschrieben.

WIEN. "Als Journalist fällt es einem natürlich auf, wenn sich unser Kommunikationsverhalten verändert, weil man täglich mit vielen verschiedenen Menschen redet", sagt Norbert Philipp, Autor von "Wir reden, noch". Darin beschreibt er als Beobachter den Wandel von unserer ursprünglichen persönlichen Gesprächskultur Face-to-Face, hin zu einer Kommunikationskultur, die stark vom Smartphone und Sozialen Medien beeinflusst ist.

"Wenn man in einem Gespräch oft aufs Handy schaut, oder sogar telefoniert und Nachrichten verschickt, hat das natürlich Auswirkungen aufs Zwischenmenschliche", sagt Philipp beim bz-Interview im Kaffeehaus, "weil wir unsere geistige Kapazität für andere Dinge nutzen, etwa für SMS oder WhatsApp-Nachrichten samt Bildern und Videos." Das hat Auswirkungen: Studien haben ergeben, dass in heutigen Gesprächen durchschnittlich weniger gelächelt wird, als früher. "Aber die Menschen sind mit den vielen neuen Kommunikationsformen auch zunehmend überfordert, was ebenfalls Auswirkungen hat: Etwa dass sich viele von der Außenwelt abkoppeln, mit Kopfhörern oder beim dauernden Blick aufs Handy auch beim Gehen."

Lächeln ist sozialer Klebstoff

Dadurch gingen aber wesentliche Teile zwischenmenschlicher Kommunikation verloren: "Ein kurzes Lächeln zwischen Fremden am Gehsteig, in der U-Bahn oder im Aufzug signalisiert 'Alles okay, ich tu' Dir nichts' und bringt uns positiv durch den Alltag. Das ist der soziale Klebstoff, der unsere Gesellschaft zusammenhält, und nun langsam zerbröselt", sagt der Autor. "Denn durch dieses Abkoppeln geht viel Kommunikation verloren, auch nonverbale. Trägt jemand etwa Kopfhörer, kann man viel schwerer einschätzen, ob er gerade aufnahmefähig ist oder nicht."

Im Buch erklärt Philipp auch, warum nonverbale Elemente in der Kommunikation so wichtig sind und weshalb etwa eine Videokonferenz ein persönliches Treffen nie ganz ersetzen kann. Auch der Schmäh spielt eine wichtige Rolle, gerade in Wien: "Der Schmäh macht das Unerträgliche unseres Alltags erträglicher, er ist ein wesentliches Schmiermittel unserer Gesellschaft. Leider wird er aber immer seltener."

Neue Kommunikationsformen einfach erklärt

Im Buch kommen viele Experten für Kommunikation zu Wort und erklären, wie man die neuen Kommunikationsformen richtig "liest", etwa Emojis, und welche neuen Benimmregeln dabei zu beachten sind. "Kann man sich per WhatsApp trennen, entlassen werden, oder kondolieren? Kondolieren per Soziale Medien ist für ältere Menschen undenkbar, junge finden das aber ganz normal", so der 48-jährige. "Das muss man als Beobachter aber wissen. Wenn man aber Teil einer anderen Generation ist oder nicht zu einer bestimmten sozialen Gruppe dazugehört und deren Codes daher nicht kennt, ist es sehr schwierig, solche Dinge objektiv zu bewerten. Nur weil sich manche Kommunikationsformen ändern, heißt das noch lange nicht, dass sie schlechter sind."

Eines aber wird sich zwischen Menschen nie ändern, ist sich Philipp sicher: "Soziale Bindungen entstehen in der persönlichen Begegnung, darum können auch 1.000 Likes auf Facebook eine einzige Umarmung eines lieben Menschen nie ersetzen!"

Norbert Philipps Buch "Wir reden, noch" ist um 19 Euro in Buchhandlungen erhältlich.

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