Manipulation
Staatsanwaltschaft ermittelt nach Hagelflug gegen AUA

- Eine Maschine der Austrian Airlines, die auf dem Weg von Mallorca nach Wien war, geriet über der Steiermark in ein Hagelgewitter.
- Foto: z.V.g.
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Laut einer Sachverhaltsdarstellung soll die AUA Schulungsunterlagen manipuliert haben, sodass tatsächlich nicht durchgeführte Schulungen von Piloten im Personalakt als absolviert aufscheinen. Anlass ist der Hagelflug von Mallorca nach Wien im Juni 2024. Das sagen die AUA und die Austro Control dazu.
Aktualisiert am 21. Oktober um 17.24 Uhr
SCHWECHAT/WIEN. Am 9. Juni dieses Jahres waren dramatische Bilder von einem AUA-Flugzeug (OS434) in den Medien zu sehen. Eine Maschine der Austrian Airlines, die auf dem Weg von Mallorca nach Wien war, geriet über der Steiermark in ein Hagelgewitter. Die Maschine wurde schwer beschädigt, die Nase des Fliegers fehlte etwa.
Wochenlang dauerten die Ermittlungen dazu an, wie es überhaupt zu so einem Fehler und dem Flug im Hagelgewitter kommen konnte. Die Cockpit-Crew behauptete, dass die Gewitterzelle auf dem Wetterradar nicht ersichtlich war. Es gab viele Fragen, und wenige Antworten.
Nachdem gegen mehrere Seiten ermittelt wurde, gerät nun die AUA laut einem "Kurier"-Bericht ins Visier der Justiz. Demnach soll die AUA laut Justizakt "das unternehmensinterne Dokumentationssystem für Schulungen dahingehend manipuliert haben, dass tatsächlich nicht durchgeführte Schulungen im Personalakt als absolviert aufscheinen". Denn Pilotinnen und Piloten müssen meist vier oder fünf vorgeschriebene Schulungen pro Jahr fristgerecht absolvieren. Falls dies nicht passiert, sind sie eigentlich für die Steuerung eines Flugzeugs aus Sicherheitsgründen nicht tauglich.
Mit Manipulation Engpässe verhindert?
Laut dem Justizakt, der der Tageszeitung vorliegt, sollen mit dieser mutmaßlichen Manipulation Engpässe bei den Piloten verhindert werden. Betroffen von dieser Entscheidung waren auch die beiden Piloten des OS 434-Flugs, heißt es. Und ausgerechnet könnte Teil der Schulungen das Wetterradar gewesen sein. Außerdem berichtet man über zwei dazu passende Selbstanzeigen von Flugkapitänen bei der Österreichischen Gesellschaft für Zivilluftfahrt, der Austro Control. Und: Diese soll die AUA angewiesen haben, dieses Verhalten einzustellen.

- Nachdem gegen mehrere Seiten ermittelt wurde, gerät nun die AUA laut einem "Kurier"-Bericht ins Visier der Justiz.
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Auf MeinBezirk-Anfrage teilte AUA-Sprecherin Andrea Hansal mit, dass man gegenüber der zuständigen Staatsanwaltschaft (StA) Korneuburg entsprechend Stellung genommen habe. "Wir weisen die zu diesen Themen im Raum stehenden und von einer anonymen Person eingebrachten Anschuldigung auf das Schärfste zurück. Daher bereiten wir rechtliche Schritte gegen diese Person bzw. gegen Unbekannt vor. Ganz unabhängig von diesen Anschuldigungen halten wir fest, dass Austrian Airlines deutlich mehr Trainings als gesetzlich vorgeschrieben in der Ausbildung und Schulung der Pilotinnen und Piloten durchführt", heißt es.
Das Ausbildungs-, Schulungs- und Trainingsprogramm für Cockpit und Kabine habe für AUA "oberste Priorität" und unterschiedliche Themen und Bereiche werden mit entsprechenden Fristen und Dokumentation laufend geschult. Aufgrund des laufenden Verfahrens sowie aus datenschutzrechtlichen Gründen will man keinerlei Auskunft über den Ausbildungsstand einzelner Cockpit- und Cabincrew-Mitglieder geben. Derzeit gibt es mehr als 1.000 Pilotinnen und Piloten bei der AUA und man suche "selbstverständlich" immer wieder neue Kollegen für das Cockpit. Doch man sei für die Zukunft "gut aufgestellt".
Schulungsunterlagen sichergestellt
Die StA Korneuburg bestätigte die Ermittlungen gegen AUA gegenüber MeinBezirk. Der AUA liege der Vorwurf zugrunde, "mit der Schulung von Piloten, insbesondere auch zur Funktionsweise des Wetter-Radars, säumig gewesen zu sein. Der Vorwurf gründet auf einer gegenüber dem durch die Staatsanwaltschaft Korneuburg beigezogenen Sachverständigen für Luftfahrt und Unfallanalyse getätigten Auskunft durch eine anonyme Person".

- Am 9. Juni dieses Jahres waren dramatische Bilder von einem AUA-Flugzeug (OS434) in den Medien zu sehen.
- Foto: X/Exithamster
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Aus dem Grund wurde seitens der Korneuburger Behörde die Sicherstellung der Schulungsunterlagen angeordnet. Seitens der AUA wurde laut dem StA-Pressesprecher Josef Mechtler dieser Anordnung Folge geleistet und die Unterlagen samt einer Stellungnahme übermittelt. Jetzt werden diese Unterlagen geprüft. Man dementiert, dass eine Erlassung einer Anordnung der Durchsuchung der AUA-Zentrale, wie im genannten Zeitungsbericht, erwogen wurde.
Austro Control dementiert Selbstanzeigen
Austro Control-Sprecher Markus Pohanka dementierte die oben erwähnten Selbstanzeigen: "Austro Control sind zum jetzigen Zeitpunkt keine Selbstanzeigen bekannt, wonach Schulungen dokumentiert worden wären, die tatsächlich nicht absolviert worden sind. Austro Control obliegt die Aufsicht über Luftfahrunternehmen auf dem österreichischen Luftfahrzeugregister. Im Rahmen dieser Aufsichtstätigkeit wird Austro Control diesbezügliche Hinweise überprüfen".

- Wochenlang dauern die Ermittlungen darüber, wie es überhaupt zu so einem Fehler und dem Flug im Hagelgewitter kommen konnte.
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"Nicht nachvollziehbar" sei laut Pohanka die Aussage im Artikel, dass die Behörde eine Anweisung an AUA gegeben hat, dass Verhalten bezüglich Pilotenschulungen einzustellen. Dennoch werde man den zu Tage getretenen Hinweisen nachgehen und "deren Stichhaltigkeit einer eingehenden Überprüfung unterziehen".
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