Forschung und Lehre
FH Wiener Neustadt - Expertenteam entwickelt smarte Raumfahrt-Tanks

Assoc. Prof. Dipl.-Ing. (FH) Stephan Kugler PhD, Leiter Institut für Applied Mechanics an der FH Wiener Neustadt. | Foto:  FHWN
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  • Assoc. Prof. Dipl.-Ing. (FH) Stephan Kugler PhD, Leiter Institut für Applied Mechanics an der FH Wiener Neustadt.
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Mit dem neuen Institut für „Applied Mechanics“ bündelt die Fachhochschule Wiener Neustadt Kompetenzen in den Bereichen Mechanik, Konstruktion, Simulation und Testing und stärkt damit Forschung, Lehre sowie die Zusammenarbeit mit der Industrie.

WIENER NEUSTADT. (Red.) Wenn ein neues technisches Produkt entsteht – etwa eine High-Tech-Drohne oder ein Drucktank für die Raumfahrt –, beginnt alles lange, bevor der erste Prototyp gebaut wird. Ideen werden entworfen, Bauteile konstruiert, digitale Modelle berechnet und schließlich unter realen Bedingungen getestet. Am Institut für Applied Mechanics der FH Wiener Neustadt greifen genau diese Schritte ineinander.

Gegenläufige Propeller und die dabei entstehenden Luftwirbel: Am Institut für Applied Mechanics werden solche Propellereinheiten untersucht, um ihren Einsatz in senkrecht startenden Fluggeräten und Drohnen zu verbessern. | Foto: FHWN
  • Gegenläufige Propeller und die dabei entstehenden Luftwirbel: Am Institut für Applied Mechanics werden solche Propellereinheiten untersucht, um ihren Einsatz in senkrecht startenden Fluggeräten und Drohnen zu verbessern.
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Aus der Weiterentwicklung des ehemaligen Fachbereichs „Applied & Numerical Mechanics“ ist ein neuer Kompetenzbereich entstanden, der Expertise in der Festkörper- und Fluidmechanik, im Design und in der fertigungsgerechten Konstruktion sowie in Simulation, Testing und Optimierung zusammenführt.

„Wir haben Kompetenzen aus verschiedenen Bereichen in einer zentralen Einheit zusammengeführt, um Lehre, Forschung und Transfer noch effektiver umzusetzen“, erklärt Institutsleiter Stephan Kugler. „Das stärkt die Rolle unserer Hochschule als Ansprechpartner für regionale, nationale und internationale Industrie und Forschungseinrichtungen.“

Von der Simulation zur Optimierung

Mit Kugler übernimmt ein langjähriger Mitarbeiter der FH Wiener Neustadt die Leitung des Instituts. Seit über 25 Jahren ist er an der Hochschule tätig, ist promovierter Maschinenbauer und habilitierter Bauingenieur. Die Verbindung von Forschung und Lehre ist ihm ein großes Anliegen, das er in seiner neuen Rolle konsequent weiterführen möchte.

Inhaltlich deckt das Institut die gesamte Entwicklung technischer Systeme ab – von der Konstruktion über Simulationen bis zu Tests im Labor – und ermöglicht so eine virtuelle Optimierung vor der praktischen Umsetzung. „Die Erkenntnisse aus Messungen fließen wieder in unsere Simulationsmodelle zurück, wodurch sehr genaue digitale Abbilder der Realität entstehen“, so Kugler.

Ein Schwerpunkt in der Forschung liegt auch in der Weiterentwicklung von Simulationsmethoden und Algorithmen. Dadurch können zum Beispiel komplexe Strukturen – etwa sogenannte Balken- und Schalenstrukturen – aus modernen, funktional angepassten Materialien (Functionally Graded Materials) effizienter berechnet und optimiert werden.

Darüber hinaus ist das Institut stark vernetzt und in zahlreiche Projekte eingebunden. Aktuell wird unter anderem mit dem Kompetenzzentrum AC2T research GmbH an digitalen Zwillingen, also virtuellen Abbildern realer Systeme, sowie an entsprechenden Testsystemen gearbeitet. Gemeinsam mit der FOTEC, dem Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt, entwickelt das Institut zudem die nächste Generation smarter Gastanks für die Raumfahrt.

Ausbildung der Fachleute von morgen

Das Institut ist eng in die wissenschaftliche Ausbildung der Bachelor- und Masterstudierenden der Fakultät Technik eingebunden und integriert Studierende aktiv in Forschungsprojekte. „Wir begleiten viele Studierende bei ihren ersten wissenschaftlichen Arbeiten, die dank intensiver Betreuung regelmäßig ausgezeichnet werden“, so der Institutsleiter. Gleichzeitig bringen sich Studierende als Praktikantinnen und Praktikanten oder als Studienassistenzen in die Forschung ein.

Ingo Feinerer, Leiter der Fakultät Technik, sieht in der Neugründung einen wichtigen Schritt: „Mit dem Institut für Applied Mechanics führen wir unsere technischen Kompetenzen gezielt zusammen und schaffen eine starke Grundlage für zukunftsorientierte Forschung, hochwertige Lehre und erfolgreiche Kooperationen mit der Industrie.“

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