Wasser und Humus werden knapp

Hinten: Vzbgm. Franz Heiderer, Bgm. Robert Hafner, GF Doris Maurer, Paul Glaßner, Ditmar Hipp, 
Vorne: NA Angela Fichtinger, Julian Turiel, Christoph Ratheiser, Robert Schneider (BIO Austria)
  • Hinten: Vzbgm. Franz Heiderer, Bgm. Robert Hafner, GF Doris Maurer, Paul Glaßner, Ditmar Hipp,
    Vorne: NA Angela Fichtinger, Julian Turiel, Christoph Ratheiser, Robert Schneider (BIO Austria)
  • Foto: Waldviertler Kernland
  • hochgeladen von Bernhard Schabauer

GRAFENSCHLAG. Neben der Trockenheit in einigen Gebieten sind es vor allem die Starkregenereignisse die der Landwirtschaft zu schaffen machen. Gute humusreiche Erde wird abgeschwemmt und fehlt auf den schwachen Hügeln. „Wasser und Humus müssen wir dort halten wo wir sie brauchen.“, so Dietmar Hipp, Obmann der Landwirtschaftskammer Zwettl in seinem Anfangsstatement.

Dammkultur als mögliche Lösung
Eine Mögliche Lösung stellt die Dammkultur dar. Diese wurde beim Infotag „Dammkultur & Humus“ in Grafenschlag vorgestellt. Nach der Begrüßung durch Obmann Bgm. Robert Hafner, gab Robert Schneider (BIO Austria) einen kurzen Einblick in die Entstehung und Wichtigkeit von Humus. So ist nur 9% der Erdoberfläche nutzbares Acker- und Weideland, und es dauert, bei einer positiven Fruchtfolge, bis zu 98 Jahre um den Humusgehalt um 1% zu steigern. Angesichts dieser Tatsachen ist der Erhalt der Humusschicht auf den Feldern von zentraler Bedeutung für die Landwirtschaft.
Julian Turiel (der Entwickler der Dammkultur) und Christoph Ratheiser (Biobauer in Grafenschlag) stellten anschließend die Dammkultur vor. Dabei werden Getreide, Mais, Gemüse oder auch Alternativkulturen wie Kerbel oder Petersilie auf Dämmen angepflanzt. Ähnlich wie beim Kartoffelanbau werden die Früchte auf der Dammkrone allerdings nicht mit Pflugscharten, wie beim Kartoffelbau sondern mittels Häufelpflug angepflanzt. Die besondere Beschaffenheit des Häufelpflugs ermöglicht eine sehr bodenschonende Bearbeitung, bei der die Erde nur belüftet aber nicht stark umgedreht was sich positiv auf das Bodenleben auswirkt. Durch die Bepflanzung auf der Dammkrone kann bereits wenige Wochen nach der Saat eine erste maschinelle und genaue Unkrautbekämpfung und weitere Lockerung des Bodens erfolgen. Durch diese Bewirtschaftung wird der Boden gut belüftet und Unkräuter wie Distel, Quecke und Ampfer verschwinden von selbst.
Der lockere Boden kann zudem auch rasch größere Wassermengen aufnehmen und halten da sich durch die Dammkultur der dafür wichtige Ton-Humus-Komplex im Boden bildet. Die Dämme sorgen zudem für ein eigenes Mikroklima: Das Sonnenlicht trifft nicht überall gleich intensiv auf den Boden, es entstehen Temperaturunterschiede und Luftzüge, welche das Pflanzenwachstum zusätzlich positiv beeinflusst.

Nach dem Theoretischen Teil der Veranstaltung wurden zahlreiche Flächen des Biobetriebes Ratheiser in Grafenschlag besucht sowie der Häufelpflug betrachtet. Dabei wurden die Vorteile und die Bearbeitungsschritte diskutiert und kritisch hinterfragt.
Der Infotag wurde von der Kleinregion Waldviertler Kernland im Rahmen des Projektes KLAR! veranstaltet. Durch die Veranstaltung führte Doris Maurer, GF der Kleinregion WKL und KLAR! Managerin.

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