24.01.2018, 11:22 Uhr

Tempo 140 stößt auf Kritik

Wenig Zuspruch: Die Zwettler Bevölkerung kann dem Tempo-Limit-Vorschlag nicht viel abgewinnen. (Foto: Mario Ecker)

Bezirksblätter-Test auf Niederösterreichs Autobahnen: Rasen ist out.

BEZIRK ZWETTL (bs). Der neue Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) lässt derzeit eine Erhöhung der Geschwindigkeitsbeschränkung auf Österreichs Autobahnen um zehn Kilometer pro Stunde (km/h) von 130 auf 140 prüfen.
"Wir versuchen einfach Maßnahmen zu setzen, den Verkehr flüssiger zu gestalten, das aber verantwortungsvoll und vorsichtig. Deshalb auch dieser Testbetrieb mit 140 km/h", so Hofer.
Hunderte Pendler aus dem Bezirk Zwettl wären unmittelbar betroffen und könnten sich durch eine mögliche neue Verordnung einige Minuten Zeit pro Tag auf der Straße ersparen. Die Bezirksblätter haben bei den Spitzenkandidaten des Bezirks zur Landtagswahl nachgefragt, wie sie zu diesem geplanten Vorhaben stehen.

Höhere Unfallgefahr

Herbert Kraus (SPÖ), selbst Wien-Pendler, hält von dieser möglichen Maßnahme nichts: "Bei einer Geschwindigkeitserhöhung um zehn km/h, würde sich die Fahrzeit vielleicht um zwei bis drei Minuten verkürzen. Abgesehen von der höheren Umweltbelastung durch den Mehrverbrauch an Treibstoff, würde auch die Unfallgefahr deutlich steigen."

Anstieg von Schadstoffen

In eine ähnliche Kerbe schlägt Silvia Moser (Grüne): "Vor Kurzem haben wir die Verkehrsstatistik erhalten und sind stolz darauf, dass wir in Österreich im letzten Jahr so wenig Verkehrstote wie noch nie zu beklagen hatten. Jede Erhöhung des Tempolimits führt zu einer Verschlechterung der Verkehrssicherheit. Die Folgen sind mehr Tote und Schwerverletzte auf unseren Straßen."
Weiters sieht Moser bei Umsetzung der Maßnahme die vereinbarten Klima-Ziele von Paris für Österreich unerreichbar: "Die Auswirkungen auf die Umwelt wurden von der TU Graz berechnet. Es würde zu einem enormen Anstieg von gesundheitsschädlichen Schadstoffen, vor allem Stickstoffoxid, Kohlendioxid und Feinstaub, kommen." Abschließend wäre für Moser die Zeitersparnis aus dem Waldviertel vernachlässigbar, denn: "Wie wir alle wissen, spart nicht das Rasen Zeit, sondern die Flüssigkeit des Verkehrs." Kaum Zeitersparnis
Für Franz Mold (ÖVP) ist eine Fahrzeitverkürzung nicht zu erwarten: "Die Pendler aus dem Bezirk Zwettl fahren einen Großteil der Fahrstrecke auf Bundes- beziehungsweise Landesstraßen.
Eine wesentliche Gesamtfahrzeitverkürzung durch die Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen wird daher nicht zu erwarten sein." Christopher Edelmaier (ÖVP) lehnt den Vorstoß des Verkehrsministers nicht grundsätzlich ab: "Ich denke, alles was den Pendlern hilft, ist zu begrüßen. Es müssen aber die Auswirkungen auf Sicherheit und Umwelt genau geprüft werden."
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