16.03.2016, 18:13 Uhr

Steirisches Holz für die Steiermark

1
Das Salzatal und die Wälder des Oberen Mürztales: Kernzone der österreichischen Bundesforste. (Foto: Archiv Bundesforste)

Die Bundesforste gehören in der Obersteiermark zu den größten Waldbesitzern. Ein Blick hinter die Kulissen.

Richard Höllerer ist Bundesforste-Betriebsleiter des Forstbetriebs Steiermark. Die WOCHE hat nachgefragt, was sich bei den Bundesforsten so abspielt:

Die Bundesforste sind Vorreiter in Bezug auf nachhaltige Waldwirtschaft. Wie macht sich das im Forstbetrieb Steiermark bemerkbar?
Richard Höllerer: Stimmt – vereinfacht bedeutet das, dass jedes Jahr nicht mehr geerntet wird als nachwächst. Das gilt auch für den Forstbetrieb Steiermark – der Betrieb produziert maximal nur die jährlich nachwachsende Holzmenge. Für 2016 sind rund 160.000 Erntefestmeter geplant. So fördern wir den natürlichen Nachwuchs, d.h. das Aufkommen regionstypischer Baumarten, die Holzernte wird so bodenschonend wie möglich durchgeführt und wir achten gezielt auf den Erhalt so genannter Biotopbäume. Das sind Altbäume bzw. abgestorbene Bäume oder Baumstämme, die von vielen Arten als Nist- oder Brutbäume genutzt werden. Biotopbäume bilden einen wertvollen Lebensraum für unzählige Arten und tragen maßgeblich zur biologischen Vielfalt bei.

Wo liegen schwerpunktmäßig die größten Abnehmer für das Holz aus dem steirischen Bundesforste-Wald?
Die Bundesforste achten auf möglichst kurze Transportstrecken. Der überwiegende Teil der Produktionsmenge des Forstbetriebes Steiermark findet seine Abnehmer in der Steiermark.

Stichwort Natur-Fitnessparcours für Freizeitsportler: Gerade das Obere Mürztal und das Mariazellerland sind sehr beliebte Schitourengebiete im Winter. Wie geht man damit um? Gibt es Aufklärungskampagnen seitens der Bundesforste, wie man sich im Winter im Wald zu verhalten hat?
Nachhaltigkeit bedeutet auch, Ökologie, Gesellschaft und Wirtschaft in Einklang zu bringen. Im Forstbetrieb Steiermark gibt es eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Tourismus und den Erholungssuchenden. Was die Jagd betrifft, gilt für uns der Grundsatz: Wald und Wild! Die Herausforderung ist, ein ökologisches Gesamtgleichgewicht aus Forst und Jagd herzustellen. Besucherlenkung ist – in Zeiten von verstärktem Freizeittourismus und Nutzungsdruck im Naturraum – ein großes Thema. Wir versuchen, die Interessen unterschiedlicher Freizeitgruppen zu entflechten und mögliche Konflikte im Vorfeld zu vermeiden. So sind bei den Rotwildfütterungen gekennzeichnete Ausweichrouten vorhanden, die auch eingehalten werden.
1
0
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
1 Kommentarausblenden
47.666
Harald Schober aus Weiz | 21.03.2016 | 20:54   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.