26.06.2016, 20:48 Uhr

Literarischer „StainZeit“-Doppelschlag

Robert Schindel (li) mit Gerhard Pilz (StainZeit) und dem Klarinettisten Reinhard Uhl (re)
Stainz: Schloss |

Robert Schindel las im Schloss, Mercedes Echerer & Konstanze Breitebner absolvierten eine Literaturwanderung.

Für den Anfang seiner Lesung am vergangenen Samstag im Dianasaal widmete sich Robert Schindel, der nunmehr in Wien lebende Lyriker, Regisseur und Autor, Texten von Ingeborg Bachmann, die heuer ihren 90. Geburtstag gefeiert hätte. Nach der für Bachmann typischen Feingliedrigkeit in der Darstellung von Zusammenhängen griff Schindel mit der „Scharlachnatter“ zur eigenen Lyrik, in der in den einzelnen Kapiteln vom Versintern in Prosa, Sehnsuchtshighway und Seligkeit in der Nacktheit die Rede war. Mit dem Roman „Der Kalte“ gewährte Schindel am Beispiel der Familie Edmund und Rosa Fraul Einblick in die Wiener Gesellschaft während der so genannten „Waldheim-Jahre“.
Tags darauf lud „StainZeit“-Frontmann Gerhard Pilz zur Literaturwanderung, die koketterweise mit einer Busfahrt begann. Vom Sammelplatz beim Schloss wurden die Mitwanderer nach Bad Sauerbrunn chauffiert. Das Gelände um die Heilquelle war in eine Freiluftarena umgestaltet worden, in der Mercedes Echerer und Konstanze Breitebner ihren Auftritt hatten. Kleine Schritte – große Reisen nannten die beiden Schauspielerinnen ihren weiten Bogen, den sie mit ihren ausgewählten Texten über das Schilcherland, die Ameisen auf dem Weg nach Australien und die Weinberge in Uvilandia spannten.
Die Choreographie hätte nicht besser getimt werden können: Nach der abschließenden Lesung aus eigenen Texten im Innenhof des Schlosses Stainz ließ ein Wolkenbruch den literarischen Vorhang fallen und Künstlerinnen und Zuhörer mit großen Schritten die kleine Reise unter die Schlossarkaden antreten.
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