16.03.2016, 15:43 Uhr

HAK-Schüler informierten über die Bundespräsidentenwahl

Beim Onlinequiz zückten auch die Politker auf der Bühne ihr Smartphone und spielten mit.

Die BHAK Deutschlandsberg veranstaltete eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Kandidaten für die Wahl am 24. April.

DEUTSCHLANDSBERG. Diesen Mittwoch erhielten die Schüler der Bundeshandelsakademie Deutschlandsberg eine besondere Möglichkeit, sich im Vorfeld der Bundespräsidentenwahl ein ganz eigenes Bild zu machen. Die Schülervertretung organisierte eine Podiumsdiskussion, für die man neben Vertretern von vier Spitzenkandidaten auch die gebürtige Deutschlandsbergerin Irmgard Griss selbst gewinnen konnte. Schulsprecher Johannes Krasser führte gekonnt durch die Veranstaltung, deren Diskussionskultur durch die geschickte Einbindung von neuen Medien sehr geordnet ablief. So gab es zum Aufwärmen ein Onlinequiz mit fünf kurzen Fragen zur Bundespräsidentenwahl, an dem Schüler wie Politiker über ihre Smartphones teilnahmen. Ihre Fragen an die fünf Gäste konnten die Jugendlichen ebenso über ihr Handy via Mail oder Facebook auf die Bühne schicken, wo per Tablet ein Timer für die Gesprächszeit lief.

Zentrale Themen der Wahl

In den Fragen an alle Diskussionsteilnehmer herrschte weitgehend Übereinstimmung. Als Hauptaufgaben eines Bundespräsidenten sahen alle in erster Linie den Einfluss bei der Regierungsbildung, die Repräsentation Österreichs nach außen oder die Aussendung wichtiger politischer Signale. Einzig Gerhard Kurzmann, Landtagsabgeordneter der FPÖ, bezeichnete das Amt als „Ersatzkaiser“, das eingespart werden sollte. Griss führte immer wieder ihre parteiliche Unabhängigkeit an, dass sie wenig politische Erfahrung habe, wies sie insofern ab, dass diese Phrase „negativ ausgedrückt nur Filz und Verhaderung bedeute“. SPÖ-Klubobmann Johannes Schwarz und Bundesrat Ernst Gödl von der ÖVP verteidigten Berufspolitiker und deren Netzwerke, Lothar Lockl, der Kampagnenchef Van der Bellens, freute sich über die spannende Wahl, da „erstmals kein Kandidat des roten oder schwarzen Parteiapparats gewählt werden könnte“. Auch bei Flüchtlingsfragen waren sich die Vertreter ziemlich einig: es gehöre eine europäische Lösung her, Österreich kann das Problem nicht alleine lösen, Gödl meinte, man müsse eine europäische Solidarität gar erzwingen. Griss und Lockl sahen die Obergrenze der Regierung als Widerspruch zur Verfassung an, deren Hüter ja der Bundespräsident sei. Kurzmann bezeichnete hingegen die anfänglich herrschende Willkommenskultur als illegal. Schwarz und Lockl hoben die Bekämpfung der Ursachen, den Krieg in Syrien, hervor.

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Zum Abschluss wurde gefragt, warum man denn nun den jeweiligen Kandidaten wählen sollte. Lockl bezeichnete Alexander Van der Bellen als einen logischen Nachfolger von Heinz Fischer, ein junger Amtsinhaber wie Norbert Hofer wäre hingegen etwas Neues, so Kurzmann. „Wer das Amt am besten ausfüllen wird, wird auch am meisten Stimmen bekommen“, meinte Gödl diplomatisch und rief dazu auf, sich über die Medien ein Bild zu machen. Schwarz erntete Lacher, als er Rudolf Hundstorfer als „nicht den jüngsten, wahrscheinlich auch nicht den schönsten Kandidaten, aber den erfahrensten“ bezeichnete. Griss würde als erste Amtshandlung ein „ernstes Wort mit der Regierung reden und danach eine programmatische Rede an alle richten“. Sie wäre die erste Bundespräsidentin der Zweiten Republik, die nicht von einer Partei unterstützt wird, und die erste Frau im Amt. „Und die Hofburg ist ja auch weiblich“, scherzte Griss.
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