15.06.2016, 09:03 Uhr

Europa beginnt genau hier

Vor-Ort-Recherche: Europa-Gemeinderäte auf Brüssel-Reise (Foto: BMEIA)

Was für zwischenmenschliche Kontakte gilt, trifft auch auf Gemeindeebene zu: Eine gute Beziehung hat nicht zwangsläufig mit räumlicher Nähe zu tun.

Seit dem Vorjahr fallen die Begriffe „Europa“ und „EU“ in unserem Alltag so oft wie nie zuvor. Doch was ist denn dieses Europa überhaupt, das wir gerade jetzt so sehr verteidigen? Wer steckt hinter der EU, der am Stammtisch so gern der Schwarze Peter zugeschoben wird für alles, was hierzulande nicht so läuft, wie viele es gerne hätten? Welche Position nimmt Österreich ein in diesem Spiel der Globalisierung, von dem wir uns nicht ausschließen können? Interessiert sich in der EU überhaupt jemand für unser kleines Land? Keine dieser und vieler weiterer Fragen, die derzeit so sehr die Gemüter erhitzen, lässt sich beantworten, ohne über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

Partnergemeinden

Den Gemeinden stehen insbesondere zwei Möglichkeiten zur Verfügung, den eigenen Horizont deutlich zu erweitern und ein modernes Europa nicht nur zu leben, sondern sogar intensiv mitzugestalten. Gemeinde- oder Städtepartnerschaft bilden die ideale Basis dafür, europäische Partner bei Besuchen vor Ort oder gemeinsamen Feiern näher kennenzulernen, die Beziehungen zu intensivieren, regen Erfahrungsaustausch zu betreiben und Initiativen zu setzen. Im Rahmen offizieller Partnerschaften oder natürlich ebenso bei informellen Kooperationen werden Menschen zusammengeführt. So entsteht ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Lebensweisen und Probleme der anderen, in weiterer Folge verändert sich mitunter der Blick auf die eigenen Herausforderungen. Schulen nutzen solche Kooperationen besonders gern für eine fremdsprachenorientierte Zusammenarbeit. Auch wenn nicht unbedingt immer ein politisches Interesse im Vordergrund solcher Verbindungen steht, so lässt sich ein solches dennoch nie ganz heraushalten.

EU-Gemeinderäte

Einige Gemeinden entsenden EU-Gemeinderäte, die sich in ein gesamteuropäisches Netzwerk einbinden. Ihre Europa-Erfahrungen tragen sie einerseits in ihre Heimatgemeinden, wo sie als Ansprechpartner für EU-Fragen fungieren. Andererseits besprechen sie EU-Themen im Rahmen von Treffen innerhalb Österreichs oder tragen die Anliegen ihrer Mitbürger den entsprechenden EU-Gremien vor. Und weil es nie zu früh ist, sich die Welt anzusehen, in der wir leben, fördert das Land Steiermark auch Reisen von Schulklassen in die EU-Hauptstädte Brüssel, Straßburg und Luxemburg.
In den kommenden Ausgaben der WOCHE Graz-Umgebung stellen wir innovative EU-Gemeinderäte vor, aber auch Gemeindepartnerschaften der unterschiedlichsten Art. Neben einem informativen Blick auf die Europäische Union ergibt sich daraus möglicherweise die eine oder andere gute Idee für eine bislang unbekannte Urlaubsdestination und neue Freundschaften.

Infobox:

Interessierte Gemeinden können das EU-Förderprogramm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ nutzen, ihre bestehende Partnerschaft pflegen und auf diese Weise gemeinsam an relevanten Themen arbeiten. Unterstützung bietet das Land Steiermark: www.europa.steiermark.at/, www.cape-ab.eu

Wer Fragen zu aktuellen EU-Themen oder –Förderungen hat, in seiner Gemeinde Vorträge, Workshops und dergleichen veranstalten möchte bzw. Ansprechpartner für die Initiative „Europa fängt in der Gemeinde an“ des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres sucht, wendet sich ans Europe Direct Informationszentrum in Graz oder schaut auf: www.bmeia.gv.at/europagemeinderaete
Schulklassen, die an einer Erkundung einer EU—Hauptstadt interessiert sind, finden Informationen dazu unter: www.europa.steiermark.at/
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